In Frankreich verschärfen sich die Proteste der von Betriebsschließungen bedrohten Angestellten.Bild 1 von 46 Bis zu 500 Beschäftigte des Automobilzulieferers Continental stürmten das Gebäude der Regionalverwaltung in Compiègne nördlich von Paris und verwüsteten Büros.Bild 2 von 46 Anschließend machten sie sich über den Begrüßungspavillon des Conti-Werks in Clairoix her. Auslöser war eine Gerichtsentscheidung, derzufolge Conti das Werk mit 1120 Arbeitsplätzen schließen darf.Bild 3 von 46 Zuvor war die siebte Geiselnahme von Führungskräften zu Ende gegangen.Bild 4 von 46 Zwei Manager des Autozulieferers Molex im südfranzösischen Villemur-sur-Tarn waren 25 Stunden lang von Beschäftigten festgehalten worden.Bild 5 von 46 Sie kamen unter der Auflage frei, umgehend Verhandlungen aufzunehmen.Bild 6 von 46 Die Gewerkschaft fordert unter anderem höhere Abfindungen. Das Werk in der nähe von Toulouse soll im Sommer geschlossen werden.Bild 7 von 46 In den vergangenen Wochen waren bereits Topmanager von Firmen wie Sony, Caterpillar, Scapa und 3M von aufgebrachten Arbeitnehmern über Nacht festgehalten worden. Alle sagten danach höhere Abfindungen zu.Bild 8 von 46 So akzeptierten die zeitweise eingesperrten Manager des Baumaschinenherstellers Caterpillar zwei Bedingungen - die Bezahlung von drei Streiktagen und Verhandlungen über Kurzarbeit.Bild 9 von 46 Mehrere Dutzend Mitarbeiter des Caterpillar-Werkes im südfranzösischen Grenoble hatten fünf Manager in einem Büro festgesetzt, um damit gegen den geplanten Stellenabbau zu protestieren.Bild 10 von 46 Einen der Chefs ließen sie nach mehreren Stunden aus medizinischen Gründen gehen.Bild 11 von 46 Caterpillar hatte angekündigt, dass in dem Werk jede vierte der 2800 Stellen abgebaut wird.Bild 12 von 46 Auch der französische Milliardär Francois-Henri Pinault bekam die Wut über geplante Stellenstreichungen zu spüren. Mehrere Dutzend Angestellte seines Luxusgüter-Konzerns PPR kesselten den Firmenchef ein, als er in ein Taxi stieg.Bild 13 von 46 Der Werksleiter des französischen Standorts Pithiviers des US-Konzerns 3M, Luc Rousselet, wurde nach Stunden von seinen Arbeitern freigelassen.Bild 14 von 46 Nachdem sich Geschäftsführung und Gewerkschaftsvertreter auf neue Gespräche geeinigt hatte, wurde der Manager wieder aus seinem Büro gelassen.Bild 15 von 46 Zuvor war Rousselet in die Firma gekommen, um den Mitarbeitern den Sparplan von 3M darzulegen. 110 der 235 Arbeitsplätze sollten gestrichen werden.Bild 16 von 46 Weil er sich bedroht fühlte, flüchtete er in sein Büro, wo die Arbeiter ihn festhielten.Bild 17 von 46 "Er werde "normal" behandelt und bekomme zu essen", erklärte der Gewerkschaftsvertreter Jean-Francois Caparros.Bild 18 von 46 Der Gefangene selbst äußerte Verständnis für die Lage: "Die Menschen hier sind mehr zu bedauern als ich."Bild 19 von 46 Der Fall Rousselet war die zweite Geiselnahme eines Managers in Frankreich binnen zweier Monate.Bild 20 von 46 Mitte März hatten wütende Arbeiter zwei Sony-Manager, Serge Foucher (Bild) und Roland Bentz, in einem Werk bei Bordeaux für eine Nacht als Geisel genommen.Bild 21 von 46 Nach erneuten Verhandlungen über die geplante Werksschließung wurden sie wieder freigelassen.Bild 22 von 46 Seit Wochen treibt die Angst um die Arbeitsplätze die Franzosen auf die Straße.Bild 23 von 46 Die Welle der Entlassungen hat das soziale Klima im Land deutlich getrübt:Bild 24 von 46 In Paris zogen hunderte Continental-Mitarbeiter aus Protest zum Elysee-Palast, den Amtssitz von Präsident Nicolas Sarkozy.Bild 25 von 46 Auf dem Weg dorthin zündeten sie auf einem Platz mehrere Reifenberge an.Bild 26 von 46 Vertreter des deutschen Autozulieferers wurden mit Eiern beworfen, ...Bild 27 von 46 ... Puppen der Manager wurden mit Füßen getreten, ...Bild 28 von 46 ... aufgehängt ...Bild 29 von 46 ... und mit Schuhen beworfen.Bild 30 von 46 Continental hatte zuvor bekannt gegeben, sein Werk im nordfranzösischen Clairoix mit 1.120 Beschäftigten und eine Reifenfabrik in Hannover schließen zu wollen.Bild 31 von 46 In Südfrankreich haben Arbeiter aus Protest gegen die Aktienoptionen für ihre obersten Bosse ein Gas-Terminal bestreikt.Bild 32 von 46 Dass die Chefs des Gasriesen GDF Suez sich mehr als eine Million Aktienoptionen mit einem Schätzwert von 10,5 Mio. Euro teilen dürften, habe "das Fass zum überlaufen gebracht", erklärten Gewerkschaftsvertreter.Bild 33 von 46 Der Protest findet Gehör: Präsident Sarkozy hat das Thema Aktienoptionen, Bonuszahlungen und überhöhte Abfindungen für Manager zur Chefsache gemacht.Bild 34 von 46 Boni seien nicht hinnehmbar, wenn ein Unternehmen in Schwierigkeiten stecke und bei den Beschäftigten einspare, so Sarkozy.Bild 35 von 46 Die französische Regierung will daher Aktienoptionen und Bonuszahlungen für Manager in solchen Unternehmen verbieten.Bild 36 von 46 Zuvor hatte Sarkozy die Chefin des Unternehmerverbandes MEDEF, Laurence Parisot, ultimativ zu einer freiwilligen Regelung aufgerufen.Bild 37 von 46 Parisot hatte dies abgelehnt und für eine moralische Sensibilisierung der Chefs plädiert.Bild 38 von 46 Sarkozys Replik: "Man kann keinen Esel zum Trinken bringen, der keinen Durst hat."Bild 39 von 46 Und sein eingeschlagener Kurs scheint Erfolg zu haben:Bild 40 von 46 Nach massiver Kritik hat nun die Chefetage der von staatlichen Hilfen abhängigen Societe Generale vollständig auf zugeteilte Aktienoptionen verzichtet.Bild 41 von 46 Davon ermutigt, will die französische Regierung nun die Millionenabfindung für den Ex-Chef des Autozulieferers Valeo stoppen.Bild 42 von 46 Thierry Morin musste wegen eines Streits mit den Großaktionären über die Strategie von Valeo seinen Hut nehmen.Bild 43 von 46 Zum Abschied bekam er eine Abfindung von 3,2 Mio. Euro zugesagt, was zwei seiner Jahresgehälter entspricht.Bild 44 von 46 Ganz Frankreich hofft nun darauf, dass Präsident Sarkozy mit seiner Strategie das Land in den Griff bekommt.Bild 45 von 46 Denn man erinnert sich noch gut an die Stimmung in Paris 1788. Und wir haben alle gelernt, was dann 1789 passiert ist. (Bilder: Reuters, AP, Pixelio)Bild 46 von 46