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Um den Aufschwung und die Konjunktur musste sich Ludwig Erhard, der "Vater des Wirtschaftswunders", kaum Sorgen machen.
Das sieht heute ganz anders aus.
Der kräftigste Aufschwung seit dem Boom-Jahr 2000...
...lässt nicht alle Regionen Deutschlands aufblühen.
Zwischen Flensburg und...
...dem Bodensee ist das...
...Wachstumsgefälle enorm.
Während an manchen Industriestandorten wegen der guten Konjunktur inzwischen Arbeitskräfte fehlen,...
...sind in strukturschwächeren Regionen die offenen Stellen äußerst rar gesät.
Das rasanteste Wachstum erreichte im ersten Halbjahr Sachsen. Mit fast vier Prozent fiel es fast acht Mal stärker aus als...
...in Mecklenburg-Vorpommern. Die dortige Wirtschaft legte nur ein halbes Prozent zum Vorjahreshalbjahr zu.
"Der Aufschwung greift nicht überall", unterstreicht der Konjunkturexperte des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle, Udo Ludwig (hier rechts im Bild).
In vielen Regionen des Landes muss man ihn förmlich suchen.
Die meisten Experten sagen für Deutschland im Gesamtjahr 2006 ein Wachstum von rund 2,5 Prozent voraus.
Länder wie Berlin, dessen Wirtschaft ziemlich abgesoffen ist und somit...
...überholt wurde, wären schon über eine Eins vor dem Komma froh.
Schlechte Karten haben vor allem Regionen mit nur wenigen...
...Industriestandorten. Neben Mecklenburg-Vorpommern und Berlin sind deshalb auch...
...Bremen, Schlesig-Holstein und Sachsen-Anhalt im ersten Halbjahr unter dem Bundesdurchschnitt gewachsen.
"Regionen ohne moderne Industrie hinken hinterher", sagt Ludwig. Sachsen verdankt seine Spitzenposition den Industriestandorten um Dresden, Leipzig und Chemnitz.
Dort haben große Konzerne wie VW,...
...Porsche und...
...der Chiphersteller AMD...
...Milliarden in modernste Fabriken investiert.
Das strahlt auch auf andere Branchen ab und bereitet den Boden für einen anhaltenden Aufschwung.
"Erfahrungsgemäß erzeugt ein gesundes Wachstum des verarbeitenden Gewerbes ein Wachstum unternehmensnaher Dienstleistungen", so Michael Berlemann vom Ifo-Institut.
Entscheidend für Wachstum in ganz Deutschland sind jedoch die drei einwohnerstärksten Bundesländer:
Nordrhein-Westfalen,...
...Baden-Württemberg und...
...Bayern. "Diese drei Länder stellen die Hälfte des gesamtdeutschen Bruttoinlandproduktes", sagt Frank Thalheimer vom Statistischen Landesamt Baden-Württemberg.
NRW alleine wies im vergangenen Jahr mit fast 500 Mrd Euro eine größere Wirtschaftsleistung auf als die fünf ostdeutschen Länder zusammen.
Besonders im vom Maschinenbau geprägten Baden-Württemberg läuft die Konjunktur auf Hochtouren: Die dortige Wirtschaft wuchs im ersten Halbjahr um 3,3 Prozent.
Davon können die ostdeutschen Länder trotz teilweise hoher Wachstumsraten nur träumen.
Hier ist die Arbeitslosenquote im Schnitt fast doppelt so hoch wie im Westen.
Auch die Wirtschaftskraft ist 16 Jahre nach der Einheit viel geringer als in strukturschwachen Westländern wie dem Saarland oder...
...Niedersachsen. "Das ist nicht verwunderlich, denn nach der Wende sind drei Viertel der ostdeutschen Industriekapazitäten verschwunden", so Ludwig.
So belegen die ostdeutschen Länder die letzten Plätze in der Rangliste der Wirtschaftskraft.
Bis zum wirtschaftlichen Happy End werden also noch Jahre vergehen.
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