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Kino, Krise, Kate und Tilda: Die Berlinale 2009

 
Hut ab, ?

Hut ab, ?

? Dieter Kosslick. Da haben Sie es als Festspielleiter also wieder einmal geschafft, ...

... uns eine wundervolle Berlinale mit höchsten Ansprüchen zu bieten. Und ganz nebenbei mit etwa 270.000 verkauften Karten einen neuen Besucherrekord aufgestellt.

Die Unkenrufe im Vorfeld waren natürlich nicht zu überhören: ?

? Die Wirtschaftskrise werde auch die Filmwelt knallhart in ihren Grundfesten erschüttern.

Aber nein, ?

... ätsch-bätsch, ...

? der Krise zeigte man erst die Zunge ?

? und dann die schöne Schulter. "Diese Berlinale war eine Berlinale gegen die Krise", verkündete Kosslick am Ende.

Von Miesepetrigkeit keine Spur, wollte er wohl sagen.

"Wir haben das Kino gefeiert, wir haben die Stars gefeiert." ...

... Die Stimmung war "unglaublich", so Kosslick.

Konnte ja auch kaum was schief gehen, ?

? schließlich hatten ja schon die Plakate jede Menge Köpfe angekündigt, ?

? und glücklicherweise nicht schauspielernde MusikerInnen ?

? wie im vergangenen Jahr.

Dieses Jahr musste man schon einen Augenblick innehalten und überlegen, welchen der 383 Filme in mehr als 1200 Veranstaltungen und welchen Superstar des Kinos man zuerst sehen wollte: ?

... Etwa Andrzej Wajda, der den Alfred-Bauer-Preis erhielt, ...

... Claude Chabrol, der für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde ?

? oder Constantin Costa-Gavras, den Altmeister des politischen Kinos.

Oder vielleicht lieber eine jüngere Generation? Gus van Sant war da, ?

... Francois Ozon ...

? und Michael Winterbottom.

Oder man ging gleich in den Film "Deutschland 09", an dem die deutschen Regisseure im Dutzend (plus eins) werkelten.

Die Schauspieler - nur vom Besten: John Hurt war gekommen, ...

... Willem Dafoe ...

... und John Goodman gaben sich die Ehre, ...

... von Steve Buscemi ganz zu schweigen.

Bruno Ganz brachte Christiane Paul mit ...

... und Jeff Goldblum Hollywood-Legende Paul Schrader.

Auch das iranische Kino war mit den Stars Merila Zarei und Rana Azadivar (l.) vertreten ?

? und Regisseur Asghar Farhadi nahm für "About Elly" den Silbernen Bären für die beste Regie mit nach Hause.

Das wussten sie natürlich alles schon, die Medien haben ja ausführlich berichtet.

So, damit schließt sich der Kreis, viel mehr kann man über diese Berlinale auch gar nicht sagen.

Kann man doch?

Ach ja, Kate Winslet war ja auch da ...

... und verzauberte die Berliner erst auf dem roten Teppich und dann, ...

... indem sie den 18-jährigen David Kross verführte, rein filmisch selbstverständlich.

Demi Moore brachte rote Schuhe, ein Pünktchenkleid, ...

... idealerweise einen Mantel ...

... und Freund Ashton Kutcher mit, ...

... Keira Knightley dagegen wurde diesmal mitgebracht, ...

... von ihrem Freund Rupert Friend, der außerdem Regisseur Stephen Frears und ...

... Michelle Pfeiffer mitnahm, die wiederum ihren Humor dabei hatte. Alles klar?

Die Pfeiffer konnte sich diesmal allerdings nicht so recht entscheiden, ...

... zwischen Schüchternheit ...

... und großem Auftritt.

Die zauberhafte Renée Zellweger, ...

... die im kalten Berlin ihren Mantel vergessen hatte und auch von Kosslick keinen bekam, ...

... zeigte sich dagegen erst von allen Seiten und dann noch, ...

... was für eine vielfältige Schauspielerin sie ist.

Oops, Entschuldigung! Sie ist vielseitig, aber so vielseitig dann doch auch wieder nicht ...

Ich muss mich an dieser Stelle nochmals entschuldigen. Aber gut, Woody Harrelson war auch da, ...

... trieb wie immer allerlei Schabernack, ...

... präsentierte den Film "The Messenger", der den Friedensfilmpreis erhielt, ...

... und stahl allen die Show.

Naja, fast allen! Denn Joe Dallesandro, genannt "Little Joe", erhielt den schwul-lesbischen "Special Teddy".

Den kennen sie, wirklich! Nicht nur, weil Lou Reed ihn in "Walk On The Wild Side" besungen hat, ...

... sondern auch, weil er schon mal auf dem Cover einer berühmten Platte abgebildet war. Zumindest teilweise.

Und dann war da noch ...

... Jury-Präsidentin ...

... Tilda Swinton, ...

... die ihre Arbeit ganz vorzüglich erledigte ...

... und nicht nur auf dem roten Teppich eine gute Figur machte, ...

... im äußerst wandelbaren Outfit.

Apropos roter Teppich: Der war natürlich auch wieder gut besucht.

Ob nun auf die stürmische Art ?

? wie von Jeanette Hain ?

? oder auf die klassisch-glamouröse ?

? wie von Angela Bassett.

Blake Lively mochte es hell, ...

... Leonor Svarcas schwarz, ...

? Robin Wright Penn schlicht ...

... und Gayle Tufts humorvoll.

Keanu Reeves kam ohne Begleitung, ?

? Michael Ballhaus und Bernd Eichinger ?

? sowie Anna Liefers mit.

Joschka Fischer (der war mal Bundesaußenminister) brachte kein Partygirl mit, sondern seine Frau.

Seinen eigenen Stil hatte der Pink Panther, ...

... der übrigens weiß, was am Valentinstag zu tun ist.

Aber Vorsicht, Aishwarya Rai Bachchan! Nicht alle Männer knien, um Geschenke zu überreichen.

Und auch die deutschen Schauspieler zeigten sich glamourös.

Aber die Zukunft ist ja vielversprechend.

Meret Beckers und ?

? Nina Hagens Stil kennt man ja mittlerweile.

Super, Mädels! Das habt Ihr wieder mal prima hinbekommen.

Ansonsten bevorzugen die deutschen (Selbst-)Darstellerinnen derzeit offenbar schwarze Garderobe.

Selbst Heike Makatsch ?

? schloss sich an.

Sibel Kekilli ...

... und Franka Potente schrammten derweil nur knapp dran vorbei.

Daher: Danke, Esther Schweins ...

... und vor allem Danke, Jana Pallaske!

Ein bisschen Abwechslung ?

? kann ja nicht ?

? schaden!

Für Abwechslung sorgte dann auch die Preisverleihung, bei der die kommerziell von Hollywood dominierte Kinowelt wie gewohnt auf den Kopf gestellt wurde.

Den Goldenen Bären erhielt Claudia Llosa für "La Teta Asustada" ("Die Milch des Leids"), ?

... mit Magaly Solier in der Hauptrolle.

Der erste Preis für Peru - immerhin bei der ersten Teilnahme des Landes am Berlinale-Wettbewerb - wurde begeistert gefeiert.

Der Große Preis der Jury wurde zweigeteilt, die Silbernen Bären gingen an den uruguayischen Beitrag "Gigante" von Adrián Biniez ...

... sowie an Maren Ade für den deutschen Film "Alle Anderen".

Dessen Hauptdarstellerin Birgit Minichmayr wurde zudem noch als beste Darstellerin ausgezeichnet, ...

... der in Mali geborene Sotigui Kouyate nahm den Darstellerpreis für "London River" mit nach Hause.

Den Goldenen Ehrenbären erhielt Filmkomponist Maurice Jarre.

Traurig, aber wahr: Ob es die ausgezeichneten und anderen gezeigten Filme aus dem Ausland auch in die deutschen Kinos schaffen, ist noch nicht klar. Der letztjährige Gewinner des Goldenen Bären jedenfalls schaffte es bisher nicht.

Aber immerhin hatten die Fotografen ihren Spaß.

Also: Auf Wiedersehen, ...

... Bussi ...

... und bis zum nächsten Jahr, dann zum 60. Jubiläum der Berlinale. (Text: Markus Lippold, Bilder: Reuters, AP, dpa)

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