Zu 68,8 Prozent Meister: Die Bundesliga-Hinrunde 2008/09
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Die Fußball-Bundesliga geht in die verdiente Weihnachtspause.Bild 1 von 46 Was war das diesmal auch spannend: Der Rekordchampion FC Bayern München kämpfte gegen den Aufsteiger 1899 Hoffenheim um die inoffizielle Herbstmeisterschaft.Bild 2 von 46 Vier Tore machten am Ende den Unterschied zwischen beiden punktgleichen Teams. Wobei die Bayern unter Trainer Klinsmann das direkte Duell - in letzter Sekunde - 2:1 für sich entschieden.Bild 3 von 46 Doch Hoffenheim hat es trotzdem geschafft und wiederholt damit eine Sensation: Als zweiter Aufsteiger in der Geschichte der Fußball-Bundesliga sichert sich der Dorfklub die Herbstmeisterschaft.Bild 4 von 46 Und das ohne ein richtiges Heimspiel, schließlich nutzte man das Stadion in Mannheim. Erst im Januar soll der eigene Platz bereit für die Bundesliga sein.Bild 5 von 46 Bisher konnte nur der 1. FC Kaiserslautern (1997/98) als Neuling die Hinrunde als Spitzenreiter beenden - und am Ende den Titel holen.Bild 6 von 46 Gemessen an der Statistik ist 1899 Hoffenheim mit einer Wahrscheinlichkeit von 68,8 Prozent deutscher Meister - in 31 von 45 Fällen war der Hinrunden-Spitzenreiter auch am Saisonende vorn.Bild 7 von 46 Am häufigsten Herbstmeister war München, das bei 16 Wintertiteln 14-mal Meister wurde. Die Bayern führen aber auch bei der Liste der Aufholjäger. In den 14 Fällen, in denen der Wintertitel nicht verteidigt wurde, war der FC Bayern sechs Mal der lachende Sieger.Bild 8 von 46 Dazu müssen sie allerdings an ihrer Tordifferenz arbeiten. Immerhin 462 Tore wurden bisher in dieser Saison erzielt - ein Schnitt von 3,02 Treffern pro Spiel.Bild 9 von 46 Damit waren die Profis treffsicherer als im Vorjahr (431/2,82). Vom Ligarekord aus der Hinrunde 84/85 mit 569 Treffern und einer Quote von 3,72 sind sie allerdings weit entfernt.Bild 10 von 46 Besser lief es bei den Zuschauerzahlen: Die Bundesliga hat mit 6.254.776 Fans (im Schnitt waren das 40.880 Besucher in 153 Begegnungen) ihre Stellung als Zuschauer-Krösus in Europa weiter gefestigt und einen neuen Hinrundenrekord aufgestellt.Bild 11 von 46 Größter Magnet ist einmal mehr Borussia Dortmund. Der BVB zog bei seinen neun Hinrundenspielen mehr als 650.000 Fans (Schnitt 72.934) an. Allerdings liegen die Schwarz-Gelben nur knapp vor München, das in acht Heimspielen auf 552.000 Besucher (Schnitt 69.000) kam.Bild 12 von 46 Den geringsten Zuschauerzuspruch hatten Energie Cottbus und Bayer Leverkusen, die mit 15.227 bzw. 19.911 Zuschauern als einzige Klubs einen Durchschnitt von unter 20.000 verzeichnen mussten.Bild 13 von 46 Auf dem Platz ging es angesichts der Zahl der Platzverweise ruppiger zu als in der Vorsaison. 18 Rote und 17 Gelb-Rote Karten wurden bislang gezeigt. Im Vorjahr ging es mit insgesamt 24 Platzverweisen nach der Hinrunde noch deutlich fairer zu.Bild 14 von 46 Die Zahl der Gelben Karten liegt mit 580 knapp über dem Niveau des Vorjahres (556).Bild 15 von 46 Die Schalker sind mit fünf Platzverweisen (zwei allein im letzten Spiel) die "bösen Buben" der Liga, gefolgt von Bielefeld und Bochum (je vier Platzverweise). Berlin, Leverkusen, Hamburg, Mönchengladbach und Stuttgart beendeten alle 17 Hinrundenspiele zu elft.Bild 16 von 46 Relativ treffsicher zeigten sich die Bundesligaprofis vom Elfmeterpunkt. Von den 37 Elfmetern wurde zwei verschossen und fünf gehalten. Das ergibt eine gute Trefferquote von 81,1 Prozent. (2007/08 wurden 29 von 32 Strafstößen verwandelt.)Bild 17 von 46 Doch neben der Herbstmeisterschaft sind auch andere inoffizielle - und rein subjektive - Titel zu vergeben. So ist der in München meist nur "Filou" oder manchmal, wegen seiner Schuhfarbe "Pink Franck" genannte Franck Ribéry vermutlich einer der Spieler der Hinrunde, ...Bild 18 von 46 ... auf jeden Fall aber "Fußballer des Jahres" in Deutschland und Frankreich.Bild 19 von 46 Nach einer langen Verletzungspause verkörpert Ribéry wieder das, was die Fans an seinem Spiel so lieben: Rafinesse, Brillanz oder schlicht: Weltklasse.Bild 20 von 46 Doch die Bayern machen auch Schlagzeilen. So wurde Lukas Podolski zum Dauerthema, auch wenn er seine Zeit meist auf der Bank verbrachte. Doch Bayern München gibt ihn nicht nach Köln frei - ein erstes Angebot bezeichnete Manager Uli Hoeneß als unsäglich.Bild 21 von 46 Trainer Jürgen Klinsmann fordert schon, Podolski müsse sich durchbeißen. Doch wenn auch der 1. FC Köln eine Rückkehr anstrebt - dann ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis Podolski das Bayern-Trikot endgültig auszieht.Bild 22 von 46 Für Stürmer-Kollege Luca Toni lief es ebenfalls nicht so optimal. Der Torschützenkönig der Vorsaison (mit 24 Treffern) schaffte bisher gerade mal 9 Tore.Bild 23 von 46 Denn die Torjägerkrone wird ihm ausgerechnet von einem Hoffenheimer streitig gemacht: Vedad Ibisevic kratzt mit seiner bisherigen Torquote von 18 Treffern sogar am einsamen Rekord von Gerd Müller, der in der Spielzeit 1971/72 sagenhafte 40 Tore schoss.Bild 24 von 46 Müller selbst traut Ibisevic, der im Juni 2007 für eine Ablösesumme von 1,2 Millionen Euro von Alemannia Aachen zum damaligen Zweitligisten wechselte, die neue Bestmarke zu. Auch Trainer Ralf Rangnick hat so eine Treffsicherheit in seiner Karriere "noch nicht erlebt".Bild 25 von 46 Apropos: Trainer der Hinrunde dürfte Rangnick sowieso sein. Nach seiner Entlassung bei Schalke 04 ließ er sich auf das "Abenteuer Hoffenheim" ein - und verzaubert zwei Aufstiege später die Bundesliga.Bild 26 von 46 Neben Mäzen Dietmar Hopp gilt Rangnick als Vater des Wunders. Mit ihrem schnellen Direktpassspiel erinnern die Hoffenheimer längst an die einstigen "Breisgau-Brasilianer" des SC Freiburg. Rangnicks letzter Coup: die Verpflichtung von Torwart Timo Hildebrand (r.).Bild 27 von 46 Seine Premiere als Bundesliga-Trainer erlebte der frühere Wahl-Amerikaner Jürgen Klinsmann. Bayern-Manager Uli Hoeneß (r.) litt lange unter den Startschwierigkeiten seines neuen Trainers - und den Irritationen um die Buddhas im Trainingszentrum.Bild 28 von 46 Doch schließlich ging's aufwärts: elf Bundesliga-Spiele und fünf Champions-League-Partien ohne Niederlage, dazu den Emporkömmling 1899 Hoffenheim besiegt - es kehrt wieder Freude ein an der Säbener Straße.Bild 29 von 46 Ein Meistertrainer musste dagegen seinen Stuhl räumen: Im Sommer 2007 war Armin Veh noch der Held beim VfB Stuttgart. Der 47-Jährige führte die Schwaben mit einer jungen Mannschaft überraschend zur deutschen Meisterschaft.Bild 30 von 46 18 Monate später war der Meisterbonus verbraucht. Der VfB beurlaubte Veh am 23. November nach einer Negativserie von fünf Spielen ohne Sieg. Nachfolger wurde sein Assistent Markus Babbel.Bild 31 von 46 Zwei weitere Trainer standen in der Hinrunde im Rampenlicht: Zum einen ist das Möchtegern-Pensionär Hans Meyer. Statt Rosen zu züchten folgte er dem Hilferuf seiner "großen Liebe" Borussia Mönchengladbach und kehrte auf die Trainerbank zurück.Bild 32 von 46 Mit seinen Sprüchen und seiner Selbstironie belebt er seit dem 18. Oktober wieder die Bundesliga. Doch Meyer musste schnell erkennen, wie schwierig die Aufgabe beim fünfmaligen deutschen Meister ist. Ob er seinen Vertrag bis 2010 erfüllt, bleibt also abzuwarten.Bild 33 von 46 Der Rückzug von Co-Trainer Christian Ziege hat die Aufgabe sicher nicht einfacher gemacht. Der Ex-Nationalspieler war schließlich ein Tausendsassa. Als Ex-Sportdirektor, Interimstrainer und schließlich Co-Trainer war er immerhin ein rekordverdächtiger Postenwechsler.Bild 34 von 46 Die Idee, Ziege könnte auf lange Sicht Meyer beerben, hat sich damit freilich auch erledigt. Dabei hatte der gebürtige Berliner sogar den Trainerlehrgang in Köln abgebrochen - wegen zu hoher Belastung bei der Borussia.Bild 35 von 46 Zu hohe Belastung: War das der Grund für den Knochenbruch von Pechvogel Robert Enke? Der Zeitpunkt hätte unglücklicher kaum sein können, war doch bis dahin alles nach Wunsch verlaufen - bis hin zur Nummer eins im Tor der deutschen Nationalmannschaft.Bild 36 von 46 Enke reagierte jedoch wie meist in seiner Karriere - professionell. Er gratulierte seinem Konkurrenten Rene Adler zum starken Debüt im Nationaltrikot gegen Russland und begann mit der Arbeit an seinem Comeback. Zu Beginn der Rückrunde soll es soweit sein.Bild 37 von 46 Eine andere Verletzung ließ den Zuschauern im Wildparkstadion und den Fans an den Bildschirmen den Atem stocken. Der Türke Ümit Özat (r.) sackte im Punktspiel des 1. FC Köln beim Karlsruher SC (2:0) in der 25. Minute auf Höhe des eigenen Strafraums zusammen.Bild 38 von 46 Hektisch winkten die umstehenden Spieler Betreuer und Ärzte auf das Spielfeld, die sofortige Wiederbelebungsmaßnahmen einleiteten. Özat überlebte zur Erleichterung der deutschen Fußball-Gemeinde. Ob er in die Bundesliga zurückkehrt ist jedoch völlig unklar.Bild 39 von 46 Keine Rückkehr gibt es für Kevin Kuranyi, zumindest was die Nationalmannschaft betrifft. Dabei war er nach seiner Flucht von der Tribüne für ein paar Tage der Held auf Schalke, wo man sich vom Nationaltrainer öfter benachteiligt fühlt.Bild 40 von 46 Doch zwei gute Spiele und einige Tore reichten dann wohl doch nicht aus. Als sich die Stockfehler und die ausgelassenen Großchancen häuften, gellten wieder Pfiffe durch die Schalker Arena. So spaltet Kuranyi weiter die Fangemeinde wie kaum ein anderer Profi.Bild 41 von 46 Die internationale Fußballwelt wurde dagegen von Werder Bremens Stürmer-Diva Diego gespalten. Denn dieser wollte unbedingt zu Olympia nach Peking und setzte sich schließlich auch gegen seinen Verein durch.Bild 42 von 46 Als Bronzemedaillengewinner kam er zurück, doch seiner Formkrise (und der seines Vereins) konnte er nicht entfliehen. Schließlich wurde der "Würger von Werder" wegen einer Attacke gegen Christian Eichner vom Karlsruher SC für vier Spiele gesperrt.Bild 43 von 46 Doch auch ohne Diego verspricht die Bundesliga-Rückrunde spannend zu starten. Die beiden Spitzenreiter werden sich hoffentlich weiterhin ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern.Bild 44 von 46 Und mit Berlin, Hamburg und - ja, wirklich - Leverkusen stehen weitere Verfolger bereit.Bild 45 von 46 Ob Herbstmeister-Quote oder erfolgreichster Aufholjäger - welche Statistik die richtige ist, entscheidet sich spätestens am 34. Spieltag - mit einem ganz offiziellen Titel. (Text: Markus Lippold mit dpa und sid, Fotos: dpa)Bild 46 von 46
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