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1958 hatte die deutsch-sowjetische Freundschaft endlich wieder einen angemessenen Stellenwert. Schließlich waren sich Berlin und Moskau ...
... spätestens seit Zar Peter III. (hier dargestellt mit seiner Frau Katharina II.) oder seit Beginn ...
... des 19. Jahrhunderts durch die Koalitionskriege gegen Napoleon näher gekommen.
Es lebte in der DDR der 50er Jahre also nur eine alte völkerfreundschaftliche Tradition wieder auf.
Die guten Verbindungen nach Moskau gaben dem Alexanderplatz schon 1805 seinen heutigen Namen - im Bild ein Entwurf für die städtebauliche Zukunft.
Als vor mehr als 200 Jahren Zar Alexander I. zu Besuch kam, verfügte ...
... König Friedrich Wilhelm III. (Hintergrund) aus Bewunderung für den Herrscher ...
die Umbenennung des Paradeplatz vor dem alten Königstor in Alexanderplatz.
Danach schafften es die mächtigen ...
... Männer aus Berlin und Moskau immer wieder ...
... tiefe, freundschaftliche Beziehungen ...
... zueinander zu entwickeln, ...
... die auf unbeteiligte Beobachter gleichermaßen faszinierend wie intim wirkten.
Trotzdem gab es zwischendurch bekanntermaßen immer wieder Trampeltiere, denen freundschaftliche Beziehungen nichts bedeuteten. Im Bild das Schlimmste von allen - ein völkermordendes.
In der Rückschau scheint es umso merkwürdiger, dass gerade aus dieser Freundschaft nichts wurde, weil sich die Antagonisten ähnlich präsentierten und eine ähnliche politische Methodik bevorzugten.
Wann immer sich die Machthaber in Moskau und Berlin nicht mochten oder sogar Krieg gegeneinander führten, wurden ...
... mit grauenvollen Plattheiten und widerlicher Propaganda ...
... Hass und Vorurteile verbreitet: Hier ein russisches Plakat von einem deutschen Plünderer (1944).
Mit diesen Vorurteilen hatten dann über Jahrzehnte gutwillige ...
... Aufklärer aus ...
...... Kunst und Kultur zu kämpfen. Doch gute Freunde helfen einander in der Not.
Zeichnung von Käthe Kollwitz, Deutschland 1921.
Einer der ersten völkerverbindenden Künstler war der Berliner Architekturmaler Eduard Gaertner, der den Iwanowskaja Platz ...
... im Moskauer Kreml in seiner ganzen weißen Pracht detailgenau erfasste. Er malte übrigens für Friedrich Wilhelm III. und auch für die russische Zarin Alexandra Feodorowna, die Tochter des Königs von Preußen.
Es folgten noch eine Menge weiterer Berliner Machthaber, deren Nachwuchs auch einmal in Russland gelebt hat.
Eigentlich war Russland der deutschen Bevölkerung immer nah (Sammelbild aus Deutschland, 1906), und ...
... umgekehrt war es traditionell genauso (russische Kinderzeichung mit dem Porträt eines deutschen Soldaten, 1914).
Das wird besonders für Besucher der Ausstellung "Unsere Russen - Unsere Deutschen" im Berliner Schloss Charlottenburg sichtbar (8. Dezember 2007 bis 2. März 2008).
Klischees können schließlich auch charmant oder ...
.... lustig in Szene gesetzt werden (Bild von der WM 2006).
Fast nichts in Russland ist genauso bedrohlich wie der sibirische Winter, wie ...
... Wladimir Putin mit Edmund Stoiber und Schießprügel oder wie ...
... dieses völkerfreundschaftliche Kitsch-Ungetüm aus Sowjetzeiten (Bodenvase 1953). Trotzdem halten sich Vorurteile:
Noch immer denken laut Meinungsforschungsinstitut forsa etwa 90 Prozent der Deutschen, die Russen seien trinkfest.
Außerdem wird die russische Gastfreundschaft von 88 Prozent der Befragten gerühmt, und ...
... 78 Prozent der Deutschen halten die Russen laut forsa für sehr tapfer.
Umgekehrt folgen die Russen bei der Beurteilung ihrer deutschen Freunde gern überholten preußischen Klischees: Deutsche gelten als ...
... pünktlich, ...
... gebildet, ...
... verlässlich und ...
... staatsgläubig.
Wer seine Freundschaften nicht angemessen pflegt, entfremdet sich früher oder später von der Kultur auch eng vertrauter Kameraden.
Die Ausstellung "Unsere Russen - Unsere Deutschen" hilft bis zum 2. März 2008, verblassende Erinnerungen an die uralte Völkerfreundschaft wiederaufzufrischen.
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