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Bilderserie: Ex-Beatle im Packeis

 
Sattelrobbenbabys haben keine Angst vor dem Menschen und sind deshalb besonders leichte Beute für Jäger. Doch dieser Mann will das Robbenbaby nicht töten; er ist schließlich seit Jahrzehnten Vegetarier und Tierschützer.

Sattelrobbenbabys haben keine Angst vor dem Menschen und sind deshalb besonders leichte Beute für Jäger. Doch dieser Mann will das Robbenbaby nicht töten; er ist schließlich seit Jahrzehnten Vegetarier und Tierschützer.

Der Mann, der sich da auf dem Bauch durchs kanadische Packeis schiebt, heißt Paul McCartney. Zusammen mit seiner Frau Heather Mills ist Sir Paul in den Sankt-Lorenz-Golf geflogen, um die alljährliche Jagd auf die "Weißröckchen", die Robbenjungen, anzuprangern.

Noch ehe der Ex-Beatle auf der ersten Eisscholle landet, reagiert die kanadische Regierung nervös. Ein Sprecher des Fischereiministeriums erinnert den Gast aus England daran, dass das Berühren der Robben bei Strafe verboten sei, da sich die Tiere dadurch gestört fühlen könnten.

Das ist wirklich einfühlsam von der kanadischen Regierung. Ach so: In wenigen Wochen werden Pelztierjäger den Tierchen die Köpfe einschlagen. Das ist natürlich etwas ganz anderes. "Die Jäger haben eine Lizenz."

McCartney bezeichnet die Robbenjagd als Schande für Kanada: "Wir vertrauen darauf, dass Premierminister Stephen Harper schnell und entschieden handeln wird, um das Abschlachten dieser wehrlosen Robbenbabys für immer zu beenden."

Über so viel Naivität kann der konservative Fischereiminister Loyola Hearn nur den Kopf schütteln: "Jedes Jahr dasselbe. Mit Brigitte Bardot hat es angefangen. Ich würde Mr. McCartney empfehlen, sich mal anzusehen, wie wichtig das für die lokale Wirtschaft ist."

Die Robbenjagd im Sankt-Lorenz-Golf und vor der Küste Neufundlands ist nach Angaben von Greenpeace "die größte Massentötung von Meeressäugern weltweit".

In den vergangenen drei Jahren wurden insgesamt mehr als eine Million Tiere "geerntet", wie es die kanadische Regierung ausdrückt. Von Mitte März bis Mitte April färbt sich das Eis rot.

Schon vor 150 Jahren empörte sich der deutsche Zoologe Alfred Brehm: "Jede Robbenjagd ist ein gemeines, gnadenloses Abschlachten, bei dem sich Grausamkeit und Gefühllosigkeit verbinden."

Nach Angaben von Tierschützern wird fast jede zweite Robbe bei lebendigem Leibe gehäutet. Der vorgeschriebene Reaktionstest, der sicherstellen soll, dass die Tiere wirklich tot sind, werde häufig nicht ausgeführt. Natürlich bestreitet die kanadische Regierung das.

Nach einem Gespräch mit Paul McCartney sagt der Sprecher des Fischereiministeriums, Phil Jenkins, der Musiker sei falsch informiert: "Sir Paul hat mir gegenüber die Befürchtung geäußert, das Überleben der Sattelrobbe könne durch die Jagd gefährdet werden. Aber der Bestand hat sich seit den 70er Jahren auf jetzt 5,8 Millionen verdreifacht."

Nach massiven Kampagnen gegen das Abschlachten der Robben brach der Markt vor 20 Jahren nahezu zusammen. Heute sind Pelze wieder gefragt - auch in Europa. Im vergangenen Jahr wurden so viele Robben getötet wie seit 50 Jahren nicht mehr.

"Man kann nicht bestreiten, dass die Weißröckchen niedlich aussehen und die Jagd grausam ist", gibt der 70-jährige Robbenfänger Jack Troake zu. "Aber wir tun das hier schon seit 500 Jahren. Es ist Teil unserer Kultur und Geschichte."

Dieses Argument lässt der Ex-Beatle nicht gelten. "Viele Dinge hat es sehr lange Zeit gegeben, zum Beispiel Sklaverei und Apartheid."

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