Bilderserie: Friedrich Merz: Rückzug mit Comeback-Option
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Vor ein paar Jahren war Friedrich Merz noch hoffnungsfroh. "Heute ist der Anfang vom Ende der Sozialdemokratisierung der CDU", jubelte er, als die CDU am 2. Dezember 2003 auf dem Leipziger Parteitag die umstrittene Gesundheitsprämie beschloss.Bild 1 von 33 Es kam anders. Die Wahlen von 2005 gingen für die Union in die Hose, aus der angestrebten Koalition mit der FDP wurde nichts.Bild 2 von 33 Der Wahlkampf hatte Merz noch ein kurzes Comeback gebracht.Bild 3 von 33 Als Merkels Schatten-Finanzminister Paul Kirchhof eine immer weniger gute Figur machte, wurde Merz von Parteifreunden gedrängt, in die Bresche zu springen. Offiziell berufen wurde er nicht.Bild 4 von 33 Er sei "bereit mitzumachen", verkündet Merz. Die Kanzlerkandidatin reagiert vage: "Ich brauche sowohl Paul Kirchhof als auch Friedrich Merz", orakelt Angela Merkel wenige Tage vor der Wahl.Bild 5 von 33 Geholfen hat es nicht. Heute ist man im Umfeld von Bundeskanzlerin Angela Merkel eher davon überzeugt, dass die Wahl auch wegen der sozial- und wirtschaftspolitischen Konzepte von Merz und Kirchhof für die Union so bescheiden ausging.Bild 6 von 33 Dass Merkel einst selbst einen strikt marktwirtschaftlichen Kurs fahren wollte, ist Schnee von gestern. Aus Sicht der radikalen Marktwirtschaftler in der CDU hat Merkel ihre Ideen verraten.Bild 7 von 33 Gut drei Jahre nach dem Leipziger Parteitag beschloss der Bundestag nicht die Gesundheitsprämie, sondern eine Gesundheitsreform, die Merz für verfassungsrechtlich bedenklich hält.Bild 8 von 33 Merz meint, die Gesundheitsreform gehe zu Lasten der privaten Krankenkassen. Der Abstimmung im Rechtsausschuss und im Bundestag blieb er fern.Bild 9 von 33 Drei Tage nach der Abstimmung verkündeten die Nachrichtenagenturen den Rückzug des einstigen CDU-Hoffnungsträgers aus der Politik.Bild 10 von 33 "Ich habe mich nach gründlichem Nachdenken und intensiven Gesprächen entschlossen, bei der nächsten Bundestagswahl nicht mehr für den Deutschen Bundestag zu kandidieren", heißt es in einer Erklärung, die sein Bundestagsbüro verbreitete.Bild 11 von 33 Die meisten Beobachter waren sich einig: Hier geht ein "politisches Talent", ...Bild 12 von 33 ... eine "rhetorische Begabung" (1996 erhielt er im Bonner Wasserwerk das "Goldene Mikrophon"), ...Bild 13 von 33 ... eine "Symbolfigur" für den marktwirtschaftlichen Kurs der Union.Bild 14 von 33 Zugleich war jedoch klar: In der Tagespolitik gab es für Merz nicht mehr viel zu tun. Zu unsouverän hatte er den innerparteilichen Kampf gegen Angela Merkel verloren.Bild 15 von 33 Merkel hatte Merz 2002 nach der verlorenen Bundestagswahl aus dem Fraktionsvorsitz gedrängt. Merz sprach damals von "Intrige", machte deutlich, dass er anderes Verhalten von Merkel nicht erwartet hatte und zeigte sich dennoch verbittert.Bild 16 von 33 Der Auftritt von Friedrich Merz bei einer Aachener Karnevalsfeier könnte seine letzte öffentliche Rede als Politiker gewesen sein. Oder nicht?Bild 17 von 33 Wir erinnern uns an den Urvater aller Hinschmeißer: An ...Bild 18 von 33 ... Oskar Lafontaine. Der trat am 11. März 1999 zurück: Als Bundesfinanzminister und als SPD-Chef. Er wartete nicht, er gab sein Bundestagsmandat gleich zurück. Die rot-grüne Regierung war zu diesem Zeitpunkt gerade einmal ein halbes Jahr im Amt.Bild 19 von 33 Das ist möglicherweise die wahre Sozialdemokratisierung der Union: Der Frust greift um sich, die Wut wächst, Disziplin wird zum Fremdwort.Bild 20 von 33 "Ich habe alles dafür getan, dass wir an die Regierung kommen", sagte etwa Unionsfraktionsvize Wolfgang Bosbach der "Rheinischen Post".Bild 21 von 33 Und formulierte dann das Unbehagen in der CDU: "Aber wenn man in 14 Monaten Regierung mehr Frustrations-Erlebnisse hat als in sieben Jahren Opposition, kommt man ins Grübeln."Bild 22 von 33 Bei n-tv sagte Bosbach, "die Motive und die Beweggründe, die Friedrich Merz dazu bewogen haben, nicht mehr erneut für den Bundestag zu kandidieren", seien für ihn "sehr gut nachvollziehbar".Bild 23 von 33 Natürlich, es gibt auch andere Stimmen. "Jeder muss begreifen, dass Politik keine Selbsterfahrungsgruppe ist", kommentierte der CDU-Abgeordnete Steffen Kampeter trocken.Bild 24 von 33 Zurück zu Lafontaine. Der einstige SPD-Vorsitzende zeigte sich in den Jahren nach seinem Rücktritt als scharfer Kritiker der rot-grünen Politik.Bild 25 von 33 Er schrieb ein Buch ("Das Herz schlägt links"), übernahm eine Kolumne in der "Bild"-Zeitung, ...Bild 26 von 33 ... und für den Sonderparteitag der SPD im März 2004 (dort wurde Müntefering als Schröder-Nachfolger zum Parteichef gewählt) entwarf er ein Zehn-Punkte-Programm, in dem er unter anderem die "Rücknahme der Nullrunde für Rentner" forderte.Bild 27 von 33 Die Nähe zur PDS war offensichtlich. Zusammen mit Gregor Gysi sprach er über das "Projekt" einer gesamtdeutschen Linken, im September 2001 schlug er den ostdeutschen SPD-Landesverbänden vor, mit der PDS zu fusionieren.Bild 28 von 33 Noch ist Merz sowohl Abgeordneter als auch Mitglied der CDU. Auch Lafontaine blieb zunächst in der SPD. Erst die Hartz-IV-Proteste brachten den - dann medienwirksam inszenierten - Austritt. Bei der Bundestagswahl 2005 trat er für das Bündnis aus WASG und Linkspartei.PDS an.Bild 29 von 33 Merz schloss in einem Interview nicht aus, "in einigen Jahren mit Abstand" in die Bundespolitik zurückzukehren. Aber wohin?Bild 30 von 33 Heiner Geißler sieht Merz "in der Mitte der FDP". Deren Generalsekretär zeigte sich höflich. "Herr Merz und Guido Westerwelle kennen sich und ihre Telefonnummern gut." Gemeinsame Wahlkampferfahrung hat man: 2004 zitierte die FPD Merz auf einem Wahlplakat.Bild 31 von 33 Vorerst will Merz sich "ganz" seinem Beruf widmen. Das "Handelsblatt" nennt diese Entscheidung "nur konsequent". Als Anwalt einer amerikanischen Kanzlei, als Aufsichtsratsmitglied für einen einflussreichen Hedge-Fonds in der Deutschen Börse und als Berater der Ruhrkohle AG ...Bild 32 von 33 ... verdiene Merz "ein Vielfaches von seinen Bundestagsbezügen. Gegen mehr Transparenz bei Nebentätigkeiten wehrte er sich. Wer weiß, welche hoch dotierten Jobs ihm nach seinem Rückzug angeboten werden."Bild 33 von 33
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