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Paris ruft zum "Mondial d'automobile" - und die Welt kommt. Der Salon in der französischen Hauptstadt war schon immer ein besonderes Highlight unter den Automobilmessen. 1,5 Millionen Besucher werden auf der Show erwartet.
Seit 110 Jahren lädt die Stadt an der Seine zum Schaulauf der Automobilhersteller ein. 90 Weltpremieren sind angekündigt. Das zieht auch Politik und Wirtschaft an, wie den Renault-Chef Goshn (l.) und den französischen Premierminister Fillon (M.).
Dabei locken die Hersteller mit einer bekannten und immer wieder sehr gut funktionierenden Mischung aus reichlich PS und schönen Frauen.
Dabei steht das Thema "Antrieb der Zukunft" im Mittelpunkt. Strom ist der Weg, der die Branche weg von der Abhängigkeit vom Öl führen könnte. Der Helios IV produziert den Strom, mit dem er fährt, mittels Solarzellen sogar selbst.
Das kann der Tesla nicht, doch er stellt für ein Elektro-Auto erstaunliche Fahrleistungen auf die Beine. Der Roadster schafft mehr als 200 km/h.
Auch Peugeot will seinen Autos mit Strom Beine machen. Der 908 HY hat einen Hybridmotor und soll auf Langstreckenrennen eingesetzt werden.
Andere setzen auf schmale Kost. Der Lumeneo Smera ist ein einsitziger, vierrädriger Wagen für den Stadtverkehr. Der Smera ist nur 80 Zentimeter breit, 2,40 Meter lang und fährt elektrisch. Ein Messerschmidt Kabinenroller auf französisch.
Aber auch für Autos aus der Großserie liegt die Zukunft in der Steckdose. Nahezu alle Hersteller zeigen Autos, die ganz oder teilweise mit Strom fahren.
Chevrolet hat mit dem Volt ein interessantes Konzept vorgelegt. Das Auto fährt rein elektrisch, hat einen Benzin-Motor nur zum Laden der Batterie an Bord.
Damit schafft der Wagen ordentliche 161 km/h Spitzengeschwindigkeit und den Spurt auf hundert Stundenkilometer in neun Sekunden.
Renault präsentiert ein äußerst neon-beladenes Auto. Aber der Z.E. Concept scheint nicht nur grün, er ist es auch. Null Emissionen (Zero Emission) verspricht das Auto.
Als Antrieb dient ein 70 Kilowatt starker Elektromotor. Zusätzlich hat der Z.E. Concept Solarzellen auf dem Dach, die die Lithium-Ionen-Batterie speisen.
Besonders findig ist die Außenhaut des Autos. Bekanntlich isoliert Luft am besten. Daher funktioniert die Karosserie wie eine Thermoskanne. Parkt das Auto in der Sonne, laufen mit Solarenergie gespeiste Ventilatoren, um den Innenraum zu kühlen.
Außerdem ist die Aerodynamik optimiert worden. Statt Außenspiegeln hat der Z.E. Concept Kameras installiert. Die Alufelgen sind geschlossen, um unnötige Turbulenzen zu vermeiden.
Mit viel Schwung in der Karosserie kann der Mazda Kiyora aufwarten.
Aus der Studie könnte mal was ganz Konkretes werden, der Mazda 1 nämlich. Er bedient den Trend zum Kleinstwagen und will sich, sollte er mal in Serie gehen, mit Smart und Co. messen.
Apropos Smart: Der fährt jetzt auch ganz offiziell elektrisch. Nach der Testphase in London zeigt Daimler auf der Messe jetzt auch den Elektro-Smart. 150 Kilometer Reichweite bietet der kleine Stromer. Schon 2009 soll er in Deutschland fahren.
Ähnlich, aber doch anders: der Pininfarina-Bollore B0. Er fährt ebenfalls elektrisch.
Ein Stadtauto der Zukunft will auch der Nissan Nuvu sein. Das stromgetriebene Fahrzeug bietet ein großes Glasdach mit integrierten Solarzellen. In dieser Form wird er wohl nicht kommen, doch auf der Tokyo Motor Show soll es einen serienreifen Protypen geben.
Nicht schön, aber ebenfalls emissionsfrei: das Elektroauto Friendly von Heuliez. Dafür will er mit großem Raumangebot glänzen.
Da macht die Studie Ondelios von Renault doch eine bessere Figur. Das mag an den eleganten Flügeltüren liegen oder auch an dem stylischen Innenraum. Die Reiselimousine hat einen Vebrennungsmotor und zwei Elektromotoren.
Die Studie Hypnos von Citroën hat nicht nur einen Hybrid-Motor. Kern des Konzepts ist das Design des Innenraums. Vier schwungvoll ineinander verwobene Sitze sollen ein sinnliches Fahrerlebnis bescheren. Ansonsten begnügt sich der 200-PS-Motor mit 4,5 Litern.
Doch wieder zurück in die automobile Realität: Der Ford Ka ist eine der Weltpremieren in Paris. Er wird zusammen mit dem Fiat 500 im polnischen Tychy gebaut. Auf der Messe ist der Ka auch als Hybrid zu sehen. Der soll allerdings erst später kommen.
Den Trend zu kleineren Autos will auch BMW nicht verpassen. Zwar hat man mit dem Mini ein gutes Pferd im Stall, doch im kommenden Jahr soll der X1 kommen. Damit will man die SUV-Palette nach unten abrunden. Motorisierungen sind noch nicht bekannt.
Da will Audi nicht nachstehen. Der A1 wird allerdings ein echter Kleinwagen. Doch in Paris zeigen die Ingolstädter die Studie zum A1 mit fünf Türen und Hybrid-Antrieb. Er soll sich mit 3,9 Litern begnügen.
Dass es sich mit Hybrid auch luxuriös fahren lässt, beweist der Mercedes S 400 Blue Hybrid. Er soll im Juni 2009 auf den Markt kommen und wird das weltweit erste Serienfahrzeug mit einer Lithiumionen-Batterie sein.
Bei Volkswagen setzt man auf Blue Motion. Vorstand Winterkorn präsentiert auf dem Salon den Passat Blue Motion mit nur 109 Gramm CO2-Emissionen.
Doch so viel Vernunft ist mehr als untypisch für eine Auto-Messe. Wo bleibt das Adrenalin, wo das Feuer? Auch das gibt es in Paris zu sehen. Vorausgesetzt, man schaut hin.
Für diese Abteilung ist beispielsweise Ferrari zuständig. Die Italiener zeigen mit dem California eine echte Weltpremiere. Zuvor gab es häppchenweise Bilder für das hungrige Publikum.
In Paris war er erstmals live zu bewundern. Er hat, entgegen der Firmentradition, einen Acht-Zylinder-Motor vorne eingebaut. Der Chef von Ferrari, Amadeo Felisa, scheint darüber noch etwas irritiert zu sein.
Zudem bietet der schicke Italiener ein Stahlklappdach, was die Alltagstauglichkeit erhöht und gleichzeitig erklärt, warum der California hinten keinen Platz für den Motor hat.
Ungewöhnlich sportlich zeigt sich auch Lada. Die Marke, sonst eher für günstige und robuste Geländefahrzeuge bekannt, zeigt mit dem Revolution einen echten Sportwagen. Leichtbaukonzept und ein 245-PS-starker Zwei-Liter-Motor bringen den flotten Russen auf 250 km/h.
Noch aufregender ist sicher der Mercedes SLR McLaren Roadster 722 S. Das Auto hält, was der lange Name verspricht: 650 PS, von 0 auf 100 in 3,37 Sekunden, 335 km/h Höchstgeschwindigkeit und ein Preis von rund 517.000 Euro. Es sollen nur 150 Exemplare gebaut werden.
Ein ganz neues Konzept eines Sportwagens stellt Citroën vor. Der GT kommt aus dem Computerspiel Gran Turismo 5 und wurde von dort in die Realität umgesetzt. In der virtuellen Welt fährt das Auto mit Elektroantrieb und Brennstoffzelle.
Wo italienische Autos unterwegs sind, sind schöne Frauen meist nicht weit. Das gilt schon für die kleinsten, wie der Fiat 500 Abarth beweist. Die Rennversion des Cinquecento wird mit 155 PS zur Rennsemmel.
Der Alfa Romeo 8C Spider betört die Sinne mit aufregendem Design. Er ist bereits auf dem Genfer Autosalon zu sehen gewesen, doch mit einem solchen Sidekick darf er natürlich in keinem Messeüberblick fehlen.
Etwas neuer ist da der Mito von Alfa Romeo. Das erste Kompaktmodell von Alfa ist bereits beim Händler. Der Name setzt sich übrigens aus den ersten Silben der Städte Milano und Torino zusammen.
Der Mini hingegen wird etwas größer. Das Crossover Concept bietet Allradantrieb, vier Einzelsitze und in allen drei Dimensionen mehr Raum. Die Hecktür des Autos schwenkt zur Seite weg.
Der Luxus-Ableger von Toyota, Lexus, zeigt mit dem IS 250C ein Cabrio mit voll versenkbarem Stahlklappdach.
Frisch von der Piste: der Porsche Cayenne S Transsyberia. Die gleichnamige Rallye hat Porsche mit diesem Auto souverän gewonnen.
Ganz neu aus Zuffenhausen ist der 911er Carrera. Der Klassiker ist auch in der Neuauflage aufregend wie am ersten Tag.
Auch der 7er von BMW ist eine Weltneuheit. Neues Design, neue Motoren und zahlreiche neue Assistenzsysteme sollen den betuchten Passagieren noch mehr Komfort bieten.
Ganz neu und im Frühjahr schon beim Händler: der neue Golf als GTI. Es soll der schärfste GTI aller Zeiten sein: mehr PS und gleichzeitig ein geringerer Verbrauch. Die Szene scharrt schon mit den Füßen.
Gegen Ende geht der Blick, der Höflichkeit halber, wieder zu französischen Automobilen. Der Peugeot Hymotion kann rein elektrisch oder in Kombination mit dem 218 PS starken Verbrennungsmotor angetrieben werden.
Ohne Hybrid, aber ganz sportlich: der Renault Megane Sport Trophy. Die Sportversion des Bestsellers bringt 18-Zoll Alufelgen und einen 224-PS-Motor. Nach all den Träumen und Visionen ein Auto, in das man sich ohne Hemmungen reinsetzen würde. (Fotos: dpa, AP)
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