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Was für Zeiten hat Irland hinter sich!
Jobs & Kredite in Hülle und Fülle, ?
? Hausbesitzer, wohin man blickt ?
? und jede Menge Millionäre.
Ja, der Celtic Tiger hat in den letzten 15 Jahren gezeigt, was in ihm steckt, ?
... und zog auch Ausländer magisch an.
An den neuen Wohlstand gewöhnte man sich schnell ?
... und die Geschichten der schwierigen 80er Jahre hörten sich tatsächlich an wie aus einem anderen Jahrtausend.
Wirtschaftswunder sind jedoch launisch.
Ebenso plötzlich, wie sie ein Land aufblühen lassen ?
? kann es auch schon vorbei sein.
Der abrupte Fall trägt auch in Irland den Namen Finanzkrise.
Von allen EU-Ländern wurde die grüne Insel am härtesten getroffen.
Die Arbeitslosenquote kratzt an der zehn-Prozent-Marke?
? und aus sechs Prozent Wachstum 2007 könnten 2009 sechs Prozent Minus werden.
Wenn die Iren ihr sorgloses Konsumverhalten nicht umstellen, droht noch weiteres Ungemach: ?
? denn ohne höhere Steuereinnahmen und drastischere Einsparungen droht in den kommenden Jahren ein Haushaltsdefizit von mehr als zehn Prozent.
Da hilft nur noch eine große Portion Sarkasmus, finden die um Worte selten verlegenen Iren und stellen selbst die Frage:
"Was ist der Unterschied zwischen Irland und Island?"
"Sechs Monate."
Solche Scherze sorgen jedoch für graue Haare in den Euro-Ländern, denn hier gilt die Devise: ?
? "Keiner wird zurückgelassen!"
Sollte ein Land in massive Nöte kommen, sei die EU bereit zu handeln, heißt es vor allem mit Blick auf Irland.
Doch da will man von der ausgestreckten Hand nichts wissen.
Man brauche keine EU-Hilfen, sondern werde seine Probleme selber lösen, heißt es in Dublin.
"Die geradezu zwanghafte Vorstellung in London, ?
? dass Irland wie Island ist, ist einfach bizarr", erklärte Irlands Finanzminister Brian Lenihan (li) dem "Handelsblatt".
Die irische Wirtschaft sei einfach überhitzt gewesen, deshalb sei man als einer der ersten in die Rezession gerutscht.
Doch dank der Mitgliedschaft in der Währungsunion sei das Finanzsystem nicht sehr unter Druck.
"Gerade weil die EZB existiert, brauchen wir keine Rettungsaktion", so Lenihan.
Hoffnung macht dem Finanzminister die geplante strengere Regulierung der Finanzmärkte.
Seiner Ansicht nach könnte Irland davon profitieren, dass die G20-Länder Steueroasen beseitigen wollen.
Davon werde sein Land profitieren, denn Irland gelte weder in den USA noch in der EU als Steueroase.
"Schon jetzt klopfen Unternehmen an, die bisher in englischsprachigen Steueroasen saßen und auch die 12 Prozent Steuern hier hinnehmen."
Experten verweisen neben der Sprache auch auf den Standortvorteil, den Irland hat.
Vielen europäischen Anlegern sei es noch immer lieber, ihr Geld in der Nähe zu wissen, als es beispielsweise nach Dubai zu transferieren.
Wie das in Zukunft aussehen könnte, zeigt die erste Auktion zehnjähriger Staatsanleihen seit fast vier Jahren.
Hier könnte Irland fast eine Milliarde Euro einnehmen.
Allerdings verlangen die Anleger angesichts der hohen Neuverschuldung einen saftigen Risikoaufschlag: 5,8 Prozent musste Irland bieten.
Der Verkauf von Staatsanleihen im April gilt dann als Test, ob das Vertrauen der Anleger in Irland beständig ist.
Na dann: Go n'éirí an t-ádh leat. (viel Glück!) (Text: Samira Lazarovic, Bilder: Reuters, dpa, Pixelio)
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