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Die Vogelgrippe hat sich in Deutschland bisher in Mecklenburg-Vorpommern ausgebreitet.
Viele Vögel sind gestorben. Vor allem Schwäne, aber auch Kormorane, Gänse und ein Bussard waren betroffen.
Vorerst waren 121 Helfer mit 27 Fahrzeugen im Einsatz, um tote Vögel zu sichten, zu bergen und Absperrungen vorzunehmen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel besuchte am Sonntag Bergen auf der Insel Rügen. Sie zeigte sich besorgt über die Ausbreitung der Vogelgrippe.
Für die vorsorgliche Tötung besonders gefährdeter Geflügelbestände sperrt die Polizei Bauernhöfe auf Rügen ab.
Dies sei eine reine Vorsorgemaßnahme, die Bestände seien gesund, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus.
Rügens Landrätin Kerstin Kassner rief den Katastrophenfall aus. "Der Landkreis ist nicht mehr in der Lage, mit seinen eigenen Kräften die toten Wildvögel zu beseitigen.", begründete sie ihre Entscheidung.
Am selben Tag trafen erste Spezialisten der Bundeswehr auf der Ostseeinsel ein.
Sie sind vor allem für von ihnen errichtete Seuchenschutzanlagen zuständig.
Diese sollen die Ausbreitung der Vogelgrippe verhindern. Die Soldaten desinfizieren Autos in den Anlagen.
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt forderte eine Sondersitzung der Gesundheitsminister aller Länder.
Dort soll über den Stand der Vorräte von antiviralen Medikamenten beraten werden. Dazu zählen Tamiflu und Relenza. Diese Arzneimittel gelten als erste Hilfe bei einer Grippe-Pandemie.
Das gefährliche Vogelgrippe-Virus wurde am Sonntag erstmalig auf deutschem Festland entdeckt.
Bei zwei von fünf verendeten Wildvögeln wurde H5N1 im Referenzlabor des Friedrich-Loeffler-Instituts auf der Insel Riems nachgewiesen.
Der Landkreis Ostvorpommern rief ebenfalls den Katastrophenalarm aus, als ein toter Bussard nahe Greifswald aufgefunden wurde, der an dem H5N1-Virus verendet ist.
Damit kann die Bundeswehr auch in diesem Landkreis umfassend in die Seuchenabwehr mit einbezogen werden.
Inzwischen sind 103 Vögel in Deutschland eindeutig an H5N1 verendet. 101 allein auf Rügen.
Mehr als 300 Soldaten, 150 Helfer des Technischen Hilfswerks, 120 Ordnungskröfte und etwa 50 polizisten sind zur Zeit in Mecklenburg-Vorpommern im Einsatz.
Der Deutsche Naturschutzbund hatte in Bremen angesichts der Vogelgrippe davor gewarnt, Wildvögeln zu Nahe zu kommen. Enten und Schwäne in Parks und Grünanlagen sollen nicht mehr gefüttert werden.
Die Vogelgrippe breitet sich auch außerhalb Deutschlands immer weiter aus. Die ersten Vogelgrippe-Fälle in Südungarn und im französischen Lyon sind bekannt geworden. Deshalb gilt jetzt auch in Frankreichs Nachbarland, der Schweiz, Stallpflicht für das Geflügel.
In Ägypten starben Vögel des Kairoer Zoos. Der Tierpark wurde sofort geschlossen. Die Regierung hatte alle, die ihr Geflügel außerhalb von Bauernhöfen halten, aufgefordert, die Tiere zu töten.
Zum Schutz vor der Vogelgrippe haben polnische Behörden Seuchenmatten am Grenzübergang auf der Insel Usedom zwischen Swinemünde (Swinoujscie) und Ahlbeck ausgelegt. Mittlerweile sind in sieben EU-Ländern H5N1-infizierte Tiere aufgetreten.
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