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Bilderserie: Krawalle im Hamburger Schanzenviertel

 
Brennende Barrikaden, zerstörte Scheiben: Im Hamburger Schanzenviertel hinterließen 3000 Demonstranten Samstagnacht ein wahres Trümmerfeld. Zuvor war es zu massiven Ausschreitungen gekommen. Die Polizei rückte mit Hundertschaften an.

Brennende Barrikaden, zerstörte Scheiben: Im Hamburger Schanzenviertel hinterließen 3000 Demonstranten Samstagnacht ein wahres Trümmerfeld. Zuvor war es zu massiven Ausschreitungen gekommen. Die Polizei rückte mit Hundertschaften an.

Was noch friedlich als "Demo gegen den Überwachungsstaat" und mit überreichten Rosen begann, endete?

? in handfesten Auseinandersetzungen und reichlich Festnahmen durch die Polizei.

Ruhe vor dem Sturm: Eine Demonstrantin und Polizisten warten darauf, dass die Kundegebung losgeht.

"Out of Control" hieß die Demo gegen den Terrorismus-Paragrafen des Strafgesetzbuches, mit dem zuletzt mehrere bundesweite Durchsuchungen begründet worden waren. Etliche Autonome aus dem Schwarzen Block nahmen das Veranstaltungsmotto allzu wörtlich.

Da galt auch kein Weihnachtsmann-Bonus: Bei Globalisierungsgegnern mit Rauschebart und Bommelmütze klickten ebenfalls die Handschellen, wenn sie über die Stränge schlugen.

Die Bilanz: 50 Demonstranten kamen in Gewahrsam, drei wurden verletzt.

Polizisten aus ganz Norddeutschland rückten gegen die Linksextremen an. Insgesamt 2500 Einsatzkräfte riegelten den Bereich um den Szenetreff "Rote Flora" ab.

Und trotzdem scherten einige Vermummte aus und machten Krawall. Einige waren eigens dafür aus dem Ausland angereist. Die Polizei griff sofort ein und sprach bei dem, was nun folgte, von einer "Frustaktion", weil Randalierer nicht richtig zum Zuge gekommen seien.

Pech für umliegende Gebäude, wie diese Sparkassenfiliale. Mit Eisenstangen, Steinen und Knüppeln hinterließen Autonome einen bleibenden Eindruck.

Dicke Scheiben gingen zu Bruch, Autos in Flammen auf und Müllcontainer qualmten. Durch den sofortigen Eingriff konnten die Polizisten jedoch weitere Geschäfte, Einkaufszentren und Weihnachtsmärkte schützen.

Demo-Organisator Andreas Blechschmidt sprach danach von einem "politischen Skandal". Kleinere Verstöße gegen Auflagen seien zum Anlass genommen worden, das Versammlungsrecht einzuschränken. Die Polizei wies die Vorwürfe zurück.

Dabei setzten die Veranstalter auf eine neue Friedensstrategie: Eine Gruppe von Rentnern sollte diesmal als "Sicherheitspuffer" zwischen Polizei und Schwarzem Block dienen.

Die Demo war lang vorher angekündigt worden. Zeit genug für die Beamten, sich auf die Krawalle vorzubereiten.

Immer wieder schaut die Polizei bei der Roten Flora vorbei, nimmt Autonome mit und...

... geht mit den Demonstranten auf Tuchfühlung, die zum Beispiel im Mai gegen eine Durchsuchung des linken Szenetreffs protestierten.

Was heute als Autonomes Zentrum im Schanzenviertel dient, war einst ein Theater. 1989 sollte es eigentlich in ein Musicalgebäude umgebaut werden, was allerdings auf Protest stieß und kurzerhand zu einer Hausbesetzung führte.

Seitdem gilt das Schanzenviertel gelegentlich abends als beliebter Treffpunkt zwischen Wasserwerfern der Polizei und Steinewerfern der linken Szene.

Und wenn sich die Rechten einmischen und zum Beispiel für die Räumung der Flora marschieren, wird es richtig "gemütlich".

Auch Bürgermeister Ole von Beust besucht die Rote Flora und wird von den Bewohnern mit Konfetti begrüßt. Bislang sind alle Vermittlungsgespräche über ein Nutzungskonzept gescheitert.

Im Mai klopften das LKA und die Bundesanwaltschaft vor dem G8-Gipfel an die Tür - wegen des "Verdachts der Bildung einer terroristischen Vereinigung".

Vier Stunden durchsuchten die Beamten das Gebäude, nahmen bei der Razzia Computer, Faxe und Drucker mit, um Beweismaterial sicherzustellen.

Noch am gleichen Abend gingen spontan über 2000 Demonstranten gegen die Razzia auf die Straße.

Immer wieder setzen solche Demonstrationen ein ganzes Viertel außer Betrieb.

Wie so oft beseitigten Polizisten auch am Samstagabend wieder das Gröbste. Die Demo hinterließ trotzdem ihre Spuren bei Anwohnern und Geschäftsinhabern.

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