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Der traditionsreiche Berliner Stadtflughafen Tempelhof macht dicht.
Nach dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg bestätigte nun auch das Bundesverwaltungsgericht die Schließung zum 31. Oktober 2008.
Der Flughafen Tempelhof hat eine lange Geschichte: 1922 wurde der ehemalige Exerzierplatz von Kaiser Wilhelm II. geebnet und befestigt. Erste Flughallen wurden errichtet ...
... und am 8. Oktober 1923 wurde der erste Verkehrsflughafen der Welt in Betrieb genommen. Die erste Flugstrecke ging von Berlin nach Königsberg.
100 Starts und Landungen im ersten Jahr nach der Gründung wurden als starker Verkehr angesehen.
Und der Verkehr nahm ständig zu, und in den 1930er Jahren stand der Flughafen Tempelhof mit seinem Verkehrsaufkommen noch vor Paris, Amsterdam und London an der Spitze des europäischen Flugverkehrs.
1934 plante der Architekt Ernst Sagebiel die Erweiterung des Flughafens. Er sollte sechs Millionen Passagiere im Jahr abfertigen. Bis 1934 waren es gerade mal 200.000 gewesen.
Das in der Folgezeit entstandene Flughafengebäude gehört zu den flächengrößten Gebäuden der Welt.
Die Gesamtlänge des Gebäudes beträgt 1230 Meter.
Das Flugfeld wurde als ovaler Rasenplatz mit annähernd zwei Kilometer Durchmesser angelegt, ...
... so dass die zu diesem Zeitpunkt noch relativ leichten Flugzeuge jeweils exakt gegen den herrschenden Wind starten und landen konnten.
Die Nazis wollten Tempelhof - den Flughafen in ihrer künftigen Hauptstadt "Germania" - zum Luftkreuz für Europa machen.
1948 bekam der Flughafen eine neue Bedeutung: Während der Blockade West-Berlins diente er fast ausschließlich dem Transport von Verpflegung für Berlin per Flugzeug.
Die lebensnotwendige Versorgung durch die legendäre Luftbrücke dauerte von Juni 1948 bis Mai 1949. In Tempelhof startete und landete zeitweise alle 90 Sekunden ein Flugzeug.
Zur Freude der Kinder in der Nachbarschaft des Flughafens warf der amerikanische Pilot Gail Halvorsen beim Anflug auf Tempelhof Süßigkeiten an Fallschirmen aus Taschentüchern ab.
Andere Piloten folgten seinem Beispiel, was den Flugzeugen bald den Namen "Rosinenbomber" einbrachte.
Für die Sowjets war die Berlin-Blockade ein grandioser Reinfall: Die Luftbrücke machte die Besatzer zu Freunden.
Während des Kalten Krieges spielte die kugelförmige Radarantenne des Flughafens Tempelhof eine bedeutende Rolle: Sie war der östlichste Flugüberwachungsapparat der USA.
Ab 1950 wurde der Flughafen vom amerikanischen Hohen Kommissar zur zivilen Nutzung freigegeben.
Doch der nationale und internationale Flugverkehr konzentrierte sich ab 1975 im neu errichteten Flughafen Tegel.
Tempelhof mit seiner relativ kurzen Startbahn und seiner innerstädtischen Lage wurde zunehmend zum vergleichsweise unbedeutenden Regionalflughafen.
Ab 2011 soll der neue Flughafen "Berlin Brandenburg International" (BBI) die Kapazitäten des Flugverkehrs in und um Berlin verbessern.
Nach der Schließung von Tempelhof soll der Berliner Flugverkehr zunächst über Tegel und Schönefeld abgewickelt werden.
Ein halbes Jahr nach der BBI-Eröffnung wird allerdings auch Tegel schließen - das ist bereits rechtskräftig beschlossen.
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