Bilderserie: Terror in der Tube: Anschläge in London
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Wie eine gewaltsam geöffnete Blechdose: Man kann sich ungefähr vorstellen, was passiert sein muss, wenn man diesen Londoner Bus sieht.Bild 1 von 47 Das obere Deck ist komplett auf- und abgerissen. Mindestens 37 Menschen verloren ihr Leben, als sie am Morgen in die Innenstadt zur Arbeit oder zur Schule fahren wollten.Bild 2 von 47 Zuletzt sprach man von 45 schwer verletzten und bis zu 700 leichter verletzten Menschen. Die Menschen, die aus dem U-Bahn-Schächten befreit wurden, berichteten von unglaublichen Szenen: ...Bild 3 von 47 " (...) Andere haben mit bloßen Händen die Fenster des Waggons eingeschlagen und haben versucht mehr Sauerstoff in den Waggon herein zu lassen. Je mehr die Leute geschrieen haben, umso schwieriger wurde es natürlich. Einige Frauen fielen in Ohnmacht, manche Leute wurden sehr, sehr unruhig."Bild 4 von 47 "Die Leute standen alle mitten im Waggon und haben im Prinzip darauf gewartet jetzt zu sterben. Ich habe wirklich gedacht, dass meine Stunde gekommen sei und ich glaube das dachten auch alle Anderen. Aber nach etwa einer halben Stunde haben die Leute dann angefangen auszusteigen – und zwar sehr ruhig – auf sehr kontrollierte Art und Weise."Bild 5 von 47 Die, die nicht in der Bahn oder dem Bus waren, standen dennoch unter Schock: "Draußen wird dann gewartet, ich würde gerne nach Hause fahren aber jetzt hängen wir hier fest. Ich fühle mich ängstlich, mir ist irgendwie nach heulen zumute aber im Grunde geht es uns gut und das ist das Wichtigste. Uns ist nichts passiert – ganz einfach.“Bild 6 von 47 Die Krankenhäuser der Stadt konnten irgendwann nur noch die schlimmsten Notfälle aufnehmen. Wie die Rettungsdienste mitteilten, waren mehr als 100 Krankenwagen und 40 Feuerwehrzüge im Einsatz. Ein Polizeisprecher sagte, man sei seit langem auf ein solches Ereignis im Detail vorbereitet.Bild 7 von 47 Man wisse, dass London ein Ziel von Terrororganisationen sei und sei deshalb nicht überrascht gewesen. Auf das Blut an den Häuserwänden war bestimmt keiner vorbereitet.Bild 8 von 47 Die erste Bombe explodierte um 08.51 Uhr Ortszeit (09.51 MESZ) in einem Zug in einem Tunnel nahe der Liverpool Street Station. Dabei wurden sieben Menschen getötet.Bild 9 von 47 Vier Minuten später ging eine Bombe in einem Zug nahe der King's Cross Station hoch. 21 Menschen starben hier. Um 09.15 Uhr ereignete sich eine Explosion in einem Zug an der Edgware Road. Es gab ebenfalls sieben Todesopfer. Um 09.47 Uhr gab es eine Explosion in einem Doppeldeckerbus am Tavistock Square. Das Dach wurde abgerissen. Mindestens zwei Menschen starben.Bild 10 von 47 Der gesamte Nahverkehr wurde über Stunden komplett lahmgelegt.Bild 11 von 47 Premierminister Tony Blair sprach von Terroranschlägen und kündigte an, das G-8-Gipfeltreffen in Schottland umgehend zu verlassen. Am Abend kehrte er aber ins schottische Gleneagles zurück.Bild 12 von 47 Im Internet tauchte ein Bekennerschreiben einer bislang unbekannten Untergruppe der El Kaida auf.Bild 13 von 47 Auch Experten sagten, das Muster der Anschläge entspreche dem Vorgehen der radikal-moslemischen El-Kaida-Organisation.Bild 14 von 47 King's Cross ist ein zentraler Umsteigebahnhof in London. Rettungshelfer sprachen von schrecklichen Verletzungen der Opfer.Bild 15 von 47 Augenzeugen taumelten teils blutüberströmt im Schock durch die Innenstadt, in der weitgehend Chaos herrschte. Finanz- und Rohstoffmärkte reagierten nervös auf die Anschlagsserie. Europaweit wurden die Sicherheitsvorkehrungen in großen Städten verstärkt.Bild 16 von 47 Es sei "ziemlich deutlich", dass es sich um terroristische Anschläge handele, sagte ein sichtlich geschockter Blair.Bild 17 von 47 Auch die G-8 und die Europäische Union (EU) sprachen von barbarischen Anschlägen. Blair vermutete einen Zusammenhang mit dem G-8-Gipfel und nannte es ganz besonders grausam, dass die Anschläge an einem Tag verübt wurden, "an dem wir uns treffen, um etwas gegen die Probleme der Armut in Afrika zu unternehmen."Bild 18 von 47 Kritiker haben den westlichen Staaten wiederholt vorgeworfen, über ihrem Krieg gegen den Terror eine seiner Ursachen, die Armut auf der Welt, zu vergessen.Bild 19 von 47 Während Blair vorübergehend nach London reiste, setzten die übrigen Staats- und Regierungschefs, darunter Bundeskanzler Gerhard Schröder, ihre Beratungen fort.Bild 20 von 47 Großbritannien war der engste Verbündete der USA im Irak-Krieg. Die von El-Kaida-Anhängern unterstützte Rebellion in dem Land richtet sich auch gegen die tausenden Soldaten, die Großbritannien bis heute in dem Golfstaat stationiert hat.Bild 21 von 47 Eine "Geheimgruppe des Dschihads der El-Kaida in Europa" erklärte sich im Internet für die Anschläge verantwortlich. Die Echtheit der Erklärung konnte zunächst nicht überprüft werden.Bild 22 von 47 Die italienische Nachrichtenagentur Ansa meldete, die Gruppe bedrohe zudem Italien und Dänemark, sollten sie ihre Truppen nicht aus den Konfliktgebieten Irak und Afghanistan abziehen.Bild 23 von 47 Die Londoner Polizei erklärte, es sei noch zu früh, von Selbstmordattentaten zu sprechen.Bild 24 von 47 In dem Chaos, das in den Stunden nach den Anschlägen in London herrschte, waren Ausmaß und Folgen zunächst nicht klar.Bild 25 von 47 Kliniken und Rettungssanitäter sprachen von zahlreichen Opfern.Bild 26 von 47 Über die Lautsprecher in den U-Bahnhöfen wurde der Betriebsstopp verkündet und erklärt: "In ganz London ist der Strom ausgefallen."Bild 27 von 47 Londons Bürgermeister Ken Livingstone eilte aus Singapur an die Themse zurück. Seine Stadt war in dem ostasiatischen Stadtstaat am Vortag zum Austragungsort der Olympischen Spiele 2012 ausgewählt worden.Bild 28 von 47 Die Londoner hatten die Entscheidung die halbe Nacht in der Innenstadt gefeiert - auf den Straßen und Plätzen, die Stunden später ins Chaos versanken.Bild 29 von 47 Die Anschläge in London gehen nach Einschätzung des Terrorismus-Experten Rolf Tophoven auf islamistische Extremisten zurück.Bild 30 von 47 Die Gleichzeitigkeit der Explosionen im Londoner Nahverkehr erinnere an die Handschrift islamistischer Attentäter, die etwa im vergangenen Jahr in Madrid auf ähnliche Weise Anschläge verübt hätten, sagte Tophoven gegenüber n-tv.Bild 31 von 47 "Vieles lässt Parallelen zum 11. März letzten Jahres beim Anschlag in Madrid erkennen." Tophoven fügte hinzu: "Die Täter wollen viele Tote, möglicherweise noch mehr Verletzte."Bild 32 von 47 London sei eine Hochburg islamistischer Propaganda in Europa, zumal der britische Premierminister Tony Blair als engster Verbündeter von US-Präsident George W. Bush gelte. "Es gab massive Drohungen, permanent seit der Involvierung der britischen Regierung in den Irak-Krieg."Bild 33 von 47 Die Attentäter wollten mit dem Zeitpunkt der Anschläge - inmitten des G8-Gipfels - zeigen, dass sie operative Freiheit hätten und jederzeit zuschlagen könnten.Bild 34 von 47 "Man hat zu lange in London weggeschaut, und war auch, was die Islamisten in ihrer Hetzpropaganda gegen den Westen betrieben haben, zu sehr nachsichtig", kritisierte Tophoven.Bild 35 von 47 Er warnte aber vor Panikmache und Spekulationen, dass ähnliche Anschläge auch in Deutschland verübt werden könnten. "Berlin ist nicht London", sagte er.Bild 36 von 47 Zwar wären islamistische Extremisten durchaus in der Lage, auch hier zu Lande Anschläge zu verüben. Noch sei allerdings unklar, ob Deutschland nicht mehr nur als Planungs- oder Vorbereitungsraum zu betrachten sei, sondern schon als Anschlagsraum.Bild 37 von 47 Auch der Budapester Sicherheitsexperte Sebestyen Gurka sieht Hinweise auf die islamische Extremistengruppe al Kaida: "Als erstes fällt auf, dass die Anschläge synchronisiert waren, und das ist ziemlich typisch für El Kaida oder El-Kaida-verwandte Organisationen", sagte er.Bild 38 von 47 Bei mehreren Anschlägen an einem Tag sei es ziemlich wahrscheinlich, dass dahinter eine bereits bekannte Organisation stehe. "Die Ähnlichkeiten zu Madrid sind ziemlich klar."Bild 39 von 47 Augenzeugen berichteten von erschütternden Szenen:Bild 40 von 47 "Ich war im Bus. Ich drehte mich um, und die Sitzreihen hinter mir waren weg."Bild 41 von 47 Ein blutüberströmter Mann hält sich den Kopf, rennt mit Massen anderer Menschen aus einem zentral gelegenen Bahnhof. "Ich war am Anfang des Zuges, und die Menschen wurden schwer verletzt dort", sagte er. "Ich habe gehört, in den hinteren Waggons soll es noch schlimmer aussehen."Bild 42 von 47 Die 49-jährige Loyita Worley war zwischen den Stationen Moorgate und Aldgate unterwegs, als ihr Zug von einer schweren Explosion erschüttert wurde.Bild 43 von 47 "Ich sah ein orangenes Flackern an einer Seite des Tunnels." Die U-Bahn sei auf den Kopf gestellt worden. "Alles ist voller Blut. Viele wurden am Kopf verletzt."Bild 44 von 47 Auf den Straßen versuchte die Polizei, Ordnung ins Chaos zu bringen. Sie errichtete Absperrungen, betreute die Verletzten, versuchte, Unterstützung zu geben.Bild 45 von 47 Viele wollten so schnell wie möglich ihre Angehörigen verständigen. Die Telefonnetze waren schnell überlastet. In den Geschäften türmten sich Menschen, die Festnetztelefone nutzen wollen.Bild 46 von 47 Ein Polizeisprecher forderte die Menschen öffentlich auf, zu Hause zu bleiben: "Es ist unmöglich, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. U-Bahnen und Busse stehen still. Bleiben Sie, wo Sie sind."Bild 47 von 47
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