Suche
hier klicken, um den Ort für die Startseite festzulegen
Berlin
17
SA 9° / 23°
SO 11° / 23°
Alter BS-Ordner (neue Heimat suchen)

Bilderserie: Vorwahlen in den USA: Das Rennen der Außenseiter

 
Nur zwei oder drei Bundesstaaten entscheiden, wer Präsident der USA wird. An erster Stelle steht das kleine Iowa mit seinen knapp drei Millionen Einwohnern.

Nur zwei oder drei Bundesstaaten entscheiden, wer Präsident der USA wird. An erster Stelle steht das kleine Iowa mit seinen knapp drei Millionen Einwohnern.

Iowa ist seit 1972 der erste US-Bundesstaat, in dem über die Bewerber um das Amt des Präsidenten abgestimmt wird. Iowa gehört zu den Bundesstaaten, ...

... in denen die Kandidaten auf Parteiversammlungen - genannt "caucus" - bestimmt werden. Am 3. Januar ist es wieder soweit: In Iowa wird der Reigen der Vorwahlen in den USA eröffnet.

Zwei Tage später folgt der Caucus der Republikaner in Wyoming. Die meisten Bundesstaaten folgen allerdings dem System der klassischen Vorwahlen, den Primaries, ...

... an denen ebenfalls nur eingeschriebene Parteimitglieder abstimmen dürfen. Die erste Primary findet traditionell in New Hampshire (1,2 Millionen Einwohner) statt. In diesem Jahr am 8. Januar.

Spätestens dann dürfte sich das Feld der Bewerber lichten (hier: die demokratischen Bewerber). Obwohl Iowa, Wyoming und New Hampshire weder zu den größten, ...

... noch zu den wichtigsten Bundesstaaten gehören, stehen sie alle vier Jahre im Mittelpunkt des weltweiten Interesses. Die Sieger aus den Vorwahlen dort (hier die republikanischen Bewerber) haben die erste Hürde genommen, ...

... was ihnen starken Rückenwind gibt. Wer in Iowa oder New Hampshire verliert, gilt dagegen schnell als Loser - und zwar unabhängig von den Umfragewerten, die bis dahin ermittelt wurden.

Nach New Hampshire folgen Michigan (15. Januar), Nevada sowie die Vorwahl der Republikaner in South Carolina (19. Januar), dann Florida sowie die Demokraten in South Carolina (29. Januar), ...

... der Caucus in Maine (2. Februar) und dann der so genannte Super-Tuesday, der 2008 sogar ein Super-Duper-Tuesday ist: Vorwahlen in insgesamt 18 Bundesstaaten sowie zwei weitere demokratische "Caucuses".

Doch die zentralen Entscheidungen dürften dann längst gefallen sein. 2004 etwa war Howard Dean Favorit bei den Demokraten.

Doch in Iowa und New Hampshire setzte sich John Kerry durch. Die Sache ist zu einer Art selbst erfüllender Prophezeiung geworden: Weil Iowa und New Hampshire angeblich so entscheidend sind, ...

... konzentriert sich auch die Berichterstattung auf diese beiden Bundesstaaten. Die eigentliche Präsidentenwahl ist übrigens erst am 4. November 2008.

Bei den Demokraten gibt es lediglich zwei Bewerber mit realistischen Chancen auf die Kandidatur: Hillary Clinton ...

... und Barack Obama.

Die ehemalige First Lady und jetzige Senatorin für New York startete als Favoritin. Lange galt sie als Lieblingskandidatin der Republikaner - gegen sie zu siegen wäre leichter, so hieß es.

Dieses Image konnte sie abstreifen: Sie betonte ihre moderat-konservative Seite, präsentierte sich als Politikerin der Mitte. Dennoch sagt sie weiterhin, Abtreibungen - in den USA traditionell ein zentrales Wahlkampfthema - sollten legal bleiben.

Ihre Haltung zum Irak-Krieg ist ein Schwachpunkt. Sie stimmte am 11. Oktober 2002 für den Krieg. Mittlerweile ist Hillary Clinton natürlich gegen den Krieg - umso erklärter, je näher die Wahlen rücken.

Barack Obama, Senator für Illinois, hat das Glück, schon immer gegen den Irak-Krieg gewesen zu sein. Im Herbst 2002 sagte er auf einer Anti-Kriegs-Kundgebung in New York, er sei nicht "gegen alle Kriege", sondern gegen "dumme Kriege".

Während Clinton die erste US-Präsidentin wäre, ...

... wäre Obama, Sohn eines Kenianers und einer weißen US-Amerikanerin (im Bild seine Eltern), der erste nicht-weiße US-Präsident.

Sowohl Clinton als auch Obama fordern verstärktes Engagement für den Klimaschutz - wobei Obama für sich in Anspruch nehmen kann, schon seit Jahren die ökologischen Folgen von politischem Handeln mitzudenken.

Ein alter Bekannter von 2004 versucht sein Glück erneut: John Edwards, der vor vier Jahren gegen John Kerry scheiterte und schließlich dessen Vize-Präsidentschaftskandidat wurde.

Edward ist nicht komplett chancenlos, doch seine Zeit als "Hoffnungsträger" ist vorbei. Immerhin: Sollten Obama und Clinton scheitern, wäre er eine durchaus vorstellbare Alternative.

Bei den Republikanern gibt es vier Kandidaten, die Chancen haben: Mike Huckabee, früherer Gouverneur von Arkansas und einst ein baptistischer Prediger, ...

... der frühere Bürgermeister von New York, Rudy Giuliani, ...

... der Ex-Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney ...

... sowie Senator John McCain aus Arizona, der sich vor allem als Kritiker der Folter-Praxis der gegenwärtigen US-Regierung einen Namen gemacht hat. McCain hat allerdings den Nachteil, mit 71 Jahren recht alt zu sein.

Während Giuliani in einigen landesweiten Umfragen einen Vorsprung hat, liegt Huckabee im religiösen Iowa vorn - Kerry lässt grüßen.

Zudem gilt Giuliani vielen Republikanern als zu liberal: Er ist für ein restriktives Waffengesetz, für das Recht auf Abtreibungen und hält den Al-Gore-Film zum Klimawandel nicht für weitgehend genug. Und: ...

Er ist zweifach geschieden und zum dritten Mal verheiratet.

In diese Kerbe schlug der rechtskonservative Romney in einer TV-Debatte. Seinen Mitbewerber beschimpfte er als "Hillary Clinton der Republikaner".

Giuliani habe New York in seiner Zeit als Bürgermeister zu einem Zufluchtsort für "Illegale" gemacht. Giuliani ließ die Öffentlichkeit daraufhin wissen, wer bei den Romneys daheim wiederholt den Rasen gemäht habe - Einwanderer ohne Papiere.

Mike Huckabee dagegen hatte in besagter TV-Debatte die meisten Lacherfolge. Auf die Frage, was Jesus täte, wenn er über die Verhängung der Todesstrafe entscheiden müsste, sagte er: "Jesus war zu klug, um sich für ein öffentliches Amt zu bewerben."

Ansonsten lehnt Huckabee die Evolutionstheorie ab, ist strikt gegen Abtreibungen, unterstützt die Irak-Politik von US-Präsident George W. Bush - und ist wiederholt als schlecht informiert aufgefallen.

Dennoch scheint es bei den Republikanern auf Huckabee hinauszulaufen - in Ermangelung besserer Alternativen.

Bei einer Versammlung der religiösen Rechten, die seinerzeit tatkräftig daran mitgewirkt hatte, Bush ins Weiße Haus zu bringen, kam Huckabee zwar nur auf Platz zwei.

Doch auf Platz eins kam Romney. Der konnte daraus keinen Nutzen ziehen, ...

... denn er ist Mormone - Umfragen zufolge kann sich ein Viertel der republikanischen Wähler nur schwer vorstellen, einen Mormonen zu wählen.

Den Republikanern fehlt ein Hoffnungsträger - die Demokraten haben gleich zwei.

Eine Konstellation, die einen spannungsreichen Wahlkampf verspricht (Text: Hubertus Volmer, Bilder: AP).

Bilderserie versenden
Empfänger
Ihre Informationen
Persönliche Mitteilung

Die Daten werden nur zum Versenden der Nachricht benutzt und nicht gespeichert.

Bitte überprüfen Sie Ihre Angaben.