Offene ImmobilienfondsAnleger ziehen Milliarden ab
Die Fondsbranche ist in Aufruhr. Schuld sind geplante Gesetzesänderungen. Wie nervös die Anleger sind, zeigen die Daten aus dem Mai. Die offenen Immobilienfonds kämpfen mit enormen Mittelabflüssen.
Die Diskussion über eine stärkere Regulierung der Offenen Immobilienfonds hat nach Angaben des Branchenverbandes BVI zu Mittelabflüssen in Milliardenhöhe geführt. Alleine im Mai gaben die Anleger unter dem Strich Anteilsscheine im Wert von 1,4 Mrd. Euro an die Investmentgesellschaften zurück, wie der BVI mitteilte. Der Großteil davon sei auf die Woche nach dem Bekanntwerden eines Reformentwurfs des Bundesfinanzministeriums zu den Offenen Fonds entfallen. In der zweiten Maihälfte hätten sich die Rückgaben der Anleger dann deutlich reduziert.
Der erste Gesetzentwurf hatte in der Fondsbranche helle Aufregung ausgelöst. Das Papier sah unter anderem zweijährige Kündigungsfristen für die Anleger und einen pauschalen Bewertungsabschlag auf die Immobilien der Fonds vor. Inzwischen deutet sich zwar an, dass die Punkte in dem geplanten Anlegerschutzgesetz entschärft werden. Unmittelbar nach Bekanntwerden des ersten Papiers Anfang Mai hatten aber bereits Branchenschwergewichte wie der KanAm Grundinvest, der SEB Immoinvest und der CS Euroreal die Rücknahme von Anteilen vorübergehend ausgesetzt - um die Mittelabflüsse zu stoppen.
Insgesamt sammelte die Investmentfondsbranche im Mai per Saldo knapp 3,9 Mrd. Euro neue Mittel ein, wie der BVI weiter mitteilte. Das verwaltete Vermögen lag damit bei 1.757,2 Mrd. Euro.