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Montag, 28. August 2006

Individuelle Materialwahl: Das Spiel als Kunstwerk

Von Alexander Klement

Als ich das Spiel "Just 4 fun" vorstellte und dieses mit dem Titel "Vier gewinnt reloaded" als eine gelungene Weiterentwicklung der Spielidee des Klassikers "Vier gewinnt" bezeichneten, erreichte unsere Redaktion eine kritische Mail. Eigentlich sollte an dieser Stelle das Spiel "Giseh" sowie seine Verwandten "Kubana" und "Pindoo" stehen. Dieser Anregung folgen wir natürlich gerne, gerade weil es sich um Spiele handelt, die in einem kleinen Verlagshaus erschienen sind.

Einigermaßen überrascht sind wir schon, als die drei Spiele unsere Redaktion erreichen. Die Versandverpackung entfernt stehen drei pechschwarze Kartons vor uns. Keine Aufschrift, kein Farbklecks, einfach nichts. Im schwersten Karton finden wir das Spiel "Giseh". Jeder Spieler erhält 102 Kugeln. Diese müssen abwechselnd auf einem 8 x 8 Felder großen Spielfeld platziert werden und zwar so, dass man möglichst viele Viererreihen zustande bringt. Dabei zählt sowohl die Ebene als auch die Höhe. Jetzt wird so lange weitergebaut, bis eine fertige Kugelpyramide entstanden ist. Währenddessen wird am besten für abgeschlossene Viererketten eine Strichliste geführt. Am Spielende sind schließlich viele Ketten gar nicht mehr zu sehen.

Rein optisch ist das Spiel eine Augenweide. Die Spielkugeln können wahlweise aus Kunststoff, Holz oder Glas in verschiedenen Farben bestellt werden. Einmal fertig gespielt eignet sich die Kugelpyramide auch gut als Dekoration. In der günstigsten Kunststoffvariante kostet das Spiel allerdings bereits 59 Euro. Dafür hätte man eigentlich erwarten können, dass die Kugeln statt in zwei Plastiksäckchen in zwei Stoffsäckchen ihre Heimat finden. Beim Spiel selbst ist höchste Konzentration gefordert und ein guter Rund-um-Blick, denn bei der entstehenden Pyramide muss man immer alle Seiten wegen entstehender Viererketten im Auge behalten.

"Kubana" lässt sich da einfacher handhaben. Gespielt wird mit 2 x 32 Figuren auf einem 4 x 4 Felder großen Spielfeld. Das Ziel des Spiels ist es auch hier, eine vollständige Viererreihe mit den eigenen Spielsteinen zu bilden – waagerecht, senkrecht, diagonal oder in der Raumdiagonalen. Denn dabei dürfen bis zu vier Spielsteine übereinander gestapelt werden. "Kubana" ist ab 30 Euro zu haben.

"Pindoo" hingegen hat mit "Vier gewinnt" nichts mehr gemein. Bis zu sechs Spieler können sich auf dem sechseckigen Spielfeld tummeln, das in sechs Segmente mit 43 Positionen aufgeteilt ist. Ziel des Spiels ist es, die eigenen Spielfiguren von der Position der Grundaufstellung auf die entsprechend gleichen Positionen im gegenüberliegenden Feld des Spielbretts zu platzieren. Dabei darf mit Doppel- und Dreierformationen übereinander gesperrt und geblockt werden. Mit zwei Würfeln werden ein oder zwei eigene Spielfiguren bewegt. Aber Achtung: Um die Ecke laufen ist verboten. "Pindoo" schlägt mit 40 Euro zu Buche und ist wie auch "Kubana" und "Giseh" nur direkt beim Giseh-Verlag (www.giseh.net) erhältlich.

Fazit: "Giseh" ist mir persönlich zu anstrengend und erfordert zu viel Konzentration für eine entspannende Freizeitbeschäftigung. "Kubana" und "Pindoo" hingegen sind besser zu überblicken, wobei "Kubana" mit einfachen Regeln glänzt und "Pindoo" erst ein paar Mal gespielt werden muss, um Strategien in dem facettenreichen Spiel zu entwickeln.

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