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"Kurt Cobain - Tod einer Legende"Hat Courtney Love ihn ermorden lassen?

13.07.2015, 21:50 Uhr
imageVon Thomas Badtke

Wer erschoss Kurt Cobain? Er selbst, wie Polizei, Medien und seine Ehefrau behaupten? Oder war es doch ein Mord? Hat Courtney Love, von der sich Cobain scheiden lassen wollte, die Fäden gezogen? Ein Dokumentarfilm sucht nach Antworten.

5. April 1994: Ein Datum, das in die Musikgeschichte eingegangen ist. Ein Datum, das das Leben von Millionen Menschen weltweit verändert hat. Das Datum, an dem Kurt Cobain gefunden wurde, eine abgefeuerte Schrotflinte in der Hand. Tot.

Selbstmord, sagt die Polizei von Seattle. Kaum scheint das klar, haben die Medien es auch schon rund um den Erdball verbreitet. Der Sänger und Kopf der Grunge-Band Nirvana hat sich das Leben genommen, mit 27 Jahren. Ihm folgten im Lauf der Jahre 68 Menschen, die ihr Ableben mit dem von Cobain begründen. Doch war es bei ihm wirklich Selbstmord?

Ein Abschiedsbrief soll das belegen. Ebenso, dass Cobain allein im Gartenhaus seines Anwesens am Lake Washington gewesen ist. Zudem war der Rockstar und unfreiwilliges Idol der "Generation X" heroinsüchtig. Aber stimmt das alles?

"Tod einer Legende"

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"Kurt Cobain - Tod einer Legende" ist auf Blui-ray bei Ascot Elite erschienen. (Foto: Ascot Elite)

Ein Dokumentarfilm versucht den offenen Fragen rund um den Tod Cobains auf den Grund zu gehen. Hauptprotagonist ist Tom Grant, ein Privatdetektiv. Ihn hat Cobains Frau Courtney Love engagiert, weil der Rockstar plötzlich verschwunden war. Er sucht ihn, aber findet ihn nicht. Er ist auch am Haus am Lake Washington, einen Tag vor dem tödlichen Schuss. Aber er weiß nichts von dem Gartenhaus. Der ihn begleitende Freund von Love hat ihm nichts davon erzählt.

Als dann auch die Polizei viel zu schnell, weil noch am selben Tag des Fundes des toten Cobain, den Fall als Selbstmord abstempelt und zu den Akten legt, wird Grant stutzig. Schon bei einem Normalsterblichen wäre das nicht der Fall gewesen, wären etwaige Unstimmigkeiten überprüft worden. Und bei einem toten Rockstar doch wohl erst recht, denkt Grant sich.

War Cobain depressiv?

Und so beginnt er zu recherchieren, auf eigene Faust. Er fragt Freunde Cobains aus seiner Kindheit, seiner Nachbarschaft. War Cobain wirklich depressiv, wie es die Medien immer wieder propagieren? Nein, sagen die Freunde, sagen die Nachbarn.

War Cobain ein Junkie? Auch dieser Frage geht Grant nach. Klar, Cobain hat Drogen genommen, vor allem Heroin. Nach seinem Tod wird in seinem Blut ein Heroinwert entdeckt, der für drei goldene Schüsse gereicht hätte. Aber genauso sicher ist auch, dass Cobain wegen seiner kleinen Tochter Francis Bean Abstand von der Droge genommen hatte. Und: Wie soll ein Mann, der eigentlich schon dreifach tot ist, noch einen gezielten Schuss mit einer Schrotflinte abgeben?

Gab es Hintermänner?

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Nirvana bleiben in den Herzen ihrer Fans ebenso unvergessen wie Frontmann Kurt Cobain. (Foto: picture alliance / dpa)

Die Antworten auf alle Fragen Grants laufen auf etwas hinaus, das schon wegen des simplen Wortes in Verruf steht: Verschwörung. Die Polizei steckt mit drin, die Medien, vielleicht sogar das FBI und hohe Politiker. Etwas ganz Großes eben. Das wäre eigentlich auch kein Wunder, denn Cobain wird dank seiner Popularität zu einem Feindbild des Establishments, der politisch herrschenden Klasse. Wieso also nicht?

Aber es geht auch eine Nummer kleiner. Wenn sich Cobain nicht selbst umgebracht hat, muss es ein Mord gewesen sein. Und das größte und einleuchtendste Motiv hat Courtney Love. Cobain wollte sich von ihr scheiden lassen - und dank des Ehevertrags hätte sie vom riesigen Vermögen nur ein winziges Stück bekommen. Ein toter Cobain passt ihr allerdings prima ins Kalkül, denn sein Nachlass soll rund eine Milliarde Dollar wert sein.

Diese Frau scheint Dreck am Stecken zu haben

Unter Fans des Sängers und der Band Nirvana ist das eine heiß diskutierte Theorie. Der Dokumentarfilm von Benjamin Statler scheint sie mit dem Blick auf Details belegen zu können. Love lässt die Schrotflinte vor einer ausführlichen Untersuchung (die die Polizei ja nicht braucht, weil der Fall als Selbstmord eingestuft wird) einschmelzen. Cobain lässt sie zudem einäschern. Keine Frage, diese Frau scheint Dreck am Stecken zu haben. Sollte sie wirklich hinter dem Tod ihres berühmten Mannes stehen, müsste sie auch die Nachahmertoten verantworten. Dann wäre sie eine Massenmörderin. Schwerer Tobak.

Aber der Fall ist abgeschlossen und wird wohl auch nicht wieder aufgerollt. Das gibt Grant am Ende der Dokumentation zu verstehen. Sie bringt zwar etwas Licht ins Dunkel, hinterlässt aber fast ebenso viele noch immer offene Fragen. Was aber mehr stört, ist das in der deutschen Fassung ständige Hüpfen zwischen englischem Original und deutscher Synchronisation. Entweder oder.

Genau wie bei Kurt Cobain: Man mochte ihn und seine Musik, oder eben nicht. Und: Man glaubt an die Selbstmord-Theorie - oder eben nicht. Mit "Kurt Cobain - Tod einer Legende" hat man aber die Möglichkeit, sich selbst noch einmal ein eigenes Bild zu machen.

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Quelle: ntv.de

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