Der neue Golf stellt sich der Konkurrenz: Kampf in der Kompaktklasse
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Welches Auto kann schon von sich behaupten, einem ganzen Fahrzeugsegment den Namen zu geben? Einzig der Golf hat unter den automobilen Dauerbrennern ein nach ihm benanntes Revier.Bild 1 von 66 Doch damit startet jede neue Generation auch mit einer großen Bürde. Schließlich erwartet man von ihm, stets der Beste in seinem Segment zu sein. Auch der Golf VI muss sich zahlreichen Herausforderern stellen. Wird er wieder an der Spitze in der Kompaktklasse stehen?Bild 2 von 66 Wir wollten es genau wissen und haben den Wolfsburger Bestseller gegen neue und etablierte Konkurrenten antreten lassen. Schließlich ist die Kompaktklasse beliebt, gerade in Zeiten der Abwrackprämie, wo der Staat noch Geld zum Verschrotten dazugibt.Bild 3 von 66 In unserem Test stellt sich der Golf mit einem 1,4-Liter-TSI-Motor dem Wettbewerb. "Downsizing" ist der Trend: Motoren mit wenig Hubraum und umso mehr PS. Das senkt den Verbrauch und die CO2-Emissionen.Bild 4 von 66 Daher bringt er mit 160 PS immer noch ordentlich Leistung mit. Diese Kraft setzt er dank DSG-Getriebe und sehr reifem Fahrwerk auch in reichlich Vortrieb um.Bild 5 von 66 Dabei begnügt er sich laut Werksangaben mit 6,0 Litern Benzin. Das ist auch ein Erfolg der sieben Gänge, die VW zur Verfügung stellt.Bild 6 von 66 In 8,0 Sekunden sprintet der Wolfsburger auf hundert Kilometer pro Stunde. Die butterweichen, kaum spürbaren Schaltvorgänge sind für diesen guten Wert sehr hilfreich.Bild 7 von 66 Ebenso wie das geringe Leergewicht von nur 1286 Kilogramm. Damit hat der neue Golf etwas abgespeckt.Bild 8 von 66 Schmerzhaft wird die Liste der Sonderausstattungen. Mit der Comfort- oder gar Highline-Ausrüstung, die durchaus empfehlenswert sind, rückt der Einstiegspreis von 16.500 Euro schnell in weite Ferne.Bild 9 von 66 Der Peugeot 308 zeigt in der scharf geschnittenen Fahrzeugfront einen mächtigen Lufteinlass und somit viel Charakter in der Karosserie. Die Frontscheibe steht in einem sehr spitzen Winkel zur Horizontalen.Bild 10 von 66 Die Formen sind auch sonst mächtig ausladend, was viel Raum schafft.Bild 11 von 66 Mit 175 PS ist der Benziner des Franzosen der leistungsstärkste Vertreter im Test. Die Kraft bringt er über 225er Reifen und einem Sechsganggetriebe auf die Straße. Allerdings ist auch das Leergewicht mit 1471 Kilogramm Spitze.Bild 12 von 66 In der Platinum-Ausstattung bringt der 308 viele nette, kleine Extras mit, die die Fahrten versüßen. Dafür gibt es diese edle Umgebung auch erst ab 24.450 Euro.Bild 13 von 66 Bei Verbrauch und Emissionen zeigt sich der Peugeot wenig sparsam. 7,0 Liter genehmigt er sich im Schnitt und emittiert dabei 165 Gramm CO2. Die Abgase entweichen über einen Euro-4-Kat.Bild 14 von 66 Gerade noch in die Kompaktklasse passt der 1er von BMW. Er ist eigentlich mehr Premium als seine Mitbewerber, auch beim Preis. Basis sind 22.400 Euro, den 120i mit fünf Türen gibt es ab 26.500 Euro.Bild 15 von 66 Dafür gibt es eine serienmäßige Start/Stopp-Automatik mit dem Maßnahmen-Bündel Efficient-Dynamics. Das Sprit-Spar-Paket bewirkt einen Verbrauch von 6,4 Litern im Mittel.Bild 16 von 66 Dass der BMW ein Premium-Auto ist, zeigt sich besonders im Innenraum. Die Verarbeitung ist makellos und hochwertig.Bild 17 von 66 Ein Raumwunder ist der 1er hingegen nicht. Er leistet sich einen längs eingebauten Vierzylinder-Motor, was sich im Innenraum und auch im Kofferraum durch wenig Platz bemerkbar macht.Bild 18 von 66 Brandneu ist der Renault Megane. Das Design des Fahrzeugs ist immer noch extravagant, aber nicht mehr so polarisierend wie der Vorgänger.Bild 19 von 66 Der weit ausladende Kofferraum ist einem kompakteren Steilheck gewichen. Das ist vor allem für die Kopffreiheit im Fond sehr vorteilhaft. Der Renault ist der einzige Diesel-Vertreter im Test.Bild 20 von 66 Der 1,9-Liter-Selbstzünder hat 130 PS und mit 300 Newtonmetern fast naturgemäß das höchste Drehmoment. Im Innenraum hat der Megane zugelegt - nicht nur an Platz, sondern auch an Qualität.Bild 21 von 66 So viel zu der Ausgangssituation. Raus auf die Straße zum Praxistest.Bild 22 von 66 Der Peugeot zeigt seine üppige Leistung auf der Landstraße. Die 175 PS schieben die schwere Karosse enorm nach vorn. Allerdings hat man manchmal das Gefühl, dass er sich vor Kraft kaum beherrschen kann. Der Tritt aufs Pedal wird oft mit durchdrehenden Reifen quittiert.Bild 23 von 66 Dafür zeigte er sich aber auch in der Elastizität sehr sportlich. Bei Überholvorgängen verleiht der kräftige Motor Sicherheit. Dafür ist der Motor auch etwas schluckfreudiger als seine Gefährten. Die sieben Liter Normverbrauch waren im Test kaum einzuhalten.Bild 24 von 66 Das große Panoramadach macht hingegen Freude. Zwar fehlte an trüben Januartagen der notwendige Sonnenschein, aber das zusätzliche Licht lässt die ohnehin großzügigen Raumverhältnisse noch üppiger erscheinen.Bild 25 von 66 Das Fahrwerk ist hingegen relativ weich und schaukelt sich auch gerne mal ein bisschen auf. Das ist zwar typisch für französische Autos, aber angesichts der Leistung dennoch unpassend.Bild 26 von 66 Nichtsdestotrotz zeigt sich der Peugeot 308 auch ohne ESP bei flotter Kurvenfahrt jederzeit gut zu handhaben.Bild 27 von 66 Die Lenkung wirkt bei flotterer Gangart etwas stößig.Bild 28 von 66 Dennoch, der 308 ist spritzig, zeigt sich allzeit leistungsbereit und bringt durch die weiche Aufhängung genügend Komfort mit.Bild 29 von 66 An Platz mangelt es dem 308 hingegen nicht. In dieser Kategorie lässt er die Mitbewerber klar hinter sich. Etwas nervig ist die unübersichtliche Bedienung in der Mittelkonsole. Daran muss man sich erst mal gewöhnen.Bild 30 von 66 Spaß macht der flotte Franzose. Und er kann mit recht günstigen Preisen und umfangreicher Serienausstattung locken. An der Konkurrenz vorbeizuziehen vermag er jedoch nicht.Bild 31 von 66 Das ist hingegen der feste Vorsatz des BMW. Schließlich sieht er sich etwas über der Kompaktklasse angesiedelt.Bild 32 von 66 Und die "Freude am Fahren" hat BMW ja bekanntlich schon im Programm. Das lässt der 1er seine Insassen auch beim Beschleunigen mit kräftigem Druck in die soliden, aber engen Sitze spüren.Bild 33 von 66 Überzeugend ist das Spritspar-Paket "Efficient Dynamics". Der Zwei-Liter-Motor verlangt aber nach Drehzahlen. Die volle Kraft gibt er erst bei 6700 Umdrehungen frei.Bild 34 von 66 Bei Laune gehalten machen die 170 PS auf der Landstraße aber richtig Freude. Und der Verbrauch mit 6,4 Litern im Mittel, die fast realistisch sind, bringt auch an der Tankstelle keinen Verdruss.Bild 35 von 66 Lediglich etwas Drehmoment lässt er vermissen, was sich im unteren Drehzahlbereich bemerkbar macht.Bild 36 von 66 Im Sprint auf 100 km/h ist der BMW dennoch mit 7,8 Sekunden der Schnellste. Auch bei der Höchstgeschwindigkeit bleibt er mit 224 km/h nur einen Kilometer hinter dem Peugeot 308 zurück.Bild 37 von 66 Neben guten Sprinteigenschaften und hohem Vorwärtsdrang ist das Fahrwerk eine Domäne der Bayern. Kaum ein anderer Hersteller findet so gut den Kompromiss zwischen Sportlichkeit und Komfort.Bild 38 von 66 Das gilt ohne Abstriche auch für den 1er. Straff, aber eben nicht zu hart. In diesem Punkt macht dem BMW niemand etwas vor.Bild 39 von 66 Die Physik des Fahrzeugs verleiht den Insassen in nahezu jeder Fahrsituation Sicherheit und ein gutes Gefühl.Bild 40 von 66 Daher kann er im Praxistest eine gute Figur machen. Allerdings lässt sich BMW die "Freude am Fahren" auch mit dem höchsten Preis von 26.500 Euro als Basis bezahlen.Bild 41 von 66 Die Kunden nehmen das Angebot dennoch reichlich an. Mit mehr als 75.000 verkauften Fahrzeugen macht der 1er rund ein Viertel des Absatzes von BMW aus und rangiert nur kurz hinter dem 3er.Bild 42 von 66 Dass er im Test nicht weiter vorne landet, hängt weniger an dem Auto selbst. Vielmehr ist es die starke Konkurrenz, der knappe Platz und der doch recht hohe Preis.Bild 43 von 66 Der Preis ist einer der Vorzüge des Renault Megane. 21.650 Euro werden für den Diesel verlangt. Das ist eine Kampfansage.Bild 44 von 66 Mit 300 Newtonmetern bietet der Renault das höchste Drehmoment im Vergleich. Im Sprint auf 100 km/h ist er aber dennoch mit 9,5 Sekunden Letzter, und auch die 205 Kilometer pro Stunde Spitzengeschwindigkeit reichen nur für den vierten Platz.Bild 45 von 66 Dennoch kann der Franzose mit seinem Motor in der Praxis überzeugen. Vor allem, weil das Drehmoment recht früh anliegt. Die genaue Drehzahl für die maximale Kraft wird allerdings nicht verraten.Bild 46 von 66 Auch beim neuen Megane wird das Urteil über das Design zwiespältig ausfallen. Man muss ihn mögen oder eben nicht. Geschmack war halt noch nie diskutierbar.Bild 47 von 66 Das Fahrwerk hingegen ist nicht so weich wie beim Peugeot.Bild 48 von 66 Zwar ist immer noch ein Abstand zur deutschen Konkurrenz spürbar, doch das lässt sich ja auch als Komfort deuten.Bild 49 von 66 Beim Slalom um die Pylonen zeigt der Megane jedenfalls ein gesundes Mittel.Bild 50 von 66 Er umkurvt die Hindernisse recht souverän, ohne die Contenance zu verlieren. Wird das ESP ausgeschaltet, dann kommt er sogar schön mit dem Heck.Bild 51 von 66 Der Verbrauch ist laut Hersteller der Beste im Vergleich. Dieses Versprechen kann er durchaus halten, auch wenn er sich in der Praxis etwas mehr als die angegebenen 5,1 Liter genehmigte.Bild 52 von 66 Mit 1395 Kilogramm hat er auch ordentlich was zu schleppen. Das neue Design erhöht nicht nur das Gewicht, sondern auch den Nutzwert erheblich.Bild 53 von 66 Mit 405 beziehungsweise 1162 Litern Ladevolumen, bei umgeklappter Rückbank, zeigt er sich von seiner praktischen Seite. In diesem Punkt leistet nur der Peugeot mehr.Bild 54 von 66 Federn lassen muss der Megane auch bei der Bedienung. Am Lenkrad sind die Instrumente zwar übersichtlich angeordnet. In der Mittelkonsole, wo die Bedienung des nicht mehr ganz zeitgemäßen Navigationssystems platziert ist, wird es aber kompliziert.Bild 55 von 66 Auf den Vordersitzen bietet der Megane viel Platz zum Wohlfühlen. Das ist im Fond leider anders. Dort finden die Füße kaum Abstellfläche und die Knie schubbern bei größeren Insassen schnell am Vordersitz.Bild 56 von 66 Insgesamt schafft es der Renault dennoch auf Platz zwei.Bild 57 von 66 Golf bleibt eben Golf. Damit diese Weisheit besteht, hat der Neue noch die ein oder andere Schippe draufgelegt. Volkswagen hat so ziemlich alles in die sechste Ausgabe reingebaut, was das Autoherz begehrt.Bild 58 von 66 Assistenzsysteme in Hülle und Fülle, Doppelkupplungsgetriebe, Park-Assistent, und, und, und. Dazu eine Verarbeitung, die in der Tat an die Premiumklasse heranreicht, wie es die VW-Werbung verspricht.Bild 59 von 66 Das Fahrwerk lässt sich auf Komfort oder Sport einstellen. Die weiche Variante federt auch derbe Bodenwellen sauber weg.Bild 60 von 66 Die Sportvariante macht das Ganze etwas straffer, aber nicht unbedingt unkomfortabel. Ein nettes Gimmick, muss aber vielleicht nicht unbedingt sein.Bild 61 von 66 Denn auch so findet der Golf einen guten Kompromiss zwischen Sportlichkeit und Komfort. Bei der Pylonen-Fahrt ist er fast zu brav und lässt sich nur schwer aus der Fassung bringen. Förderlich ist sicher das mit 1286 Kilogramm geringste Gewicht.Bild 62 von 66 Bei abgeschaltetem ESP zeigt er immerhin eine gewisses Ausbrechen, was einem doch den Glauben zurückgibt, in einem Auto mit Frontantrieb zu sitzen. Alles in allem wird es aber kaum Fahrer geben, die mit ihm in ernste Schwierigkeiten haben.Bild 63 von 66 Ein Aufreger ist er auch von außen nicht unbedingt. Doch für extravagantes Design ist der Golf zu sehr Massenmodell. Dabei ist er weitaus dynamischer gezeichnet als sein Vorgänger.Bild 64 von 66 Ein Höhepunkt ist der 1.4 TSI-Motor. In nahezu jedem Drehzahlbereich zeigt er Leistung. Seine Drehmomentspitze von 240 Newtonmetern liegt bereits bei 2000 Umdrehungen an. Das bringt Fahrfreude und durch das "Downsizing" den besten Verbrauch der Otto-Motor-Fraktion.Bild 65 von 66 Volkswagen ist es erneut gelungen, die Konkurrenz in Schach zu halten. Auch der sechste Golf setzt Maßstäbe. Allerdings sind die Rivalen durchaus näher gerückt. Noch aber trägt die Golf-Klasse zu Recht seinen Namen. (Bilder und Texte: Markus Mechnich)Bild 66 von 66
Der neue Golf stellt sich der KonkurrenzKampf in der Kompaktklasse