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Hamburg-Berlin-Klassik: Von der Hafen- in die Hauptstadt

 
Hamburg-Berlin-Klassik: Von der Hafen- in die Hauptstadt

Zum zweiten Mal startet die Oldtimer-Rallye Hamburg-Berlin-Klassik. Und n-tv Klassik Mobil ist mit am Start.

Teilnehmen wird das Team um Moderator Jochen Frericks mit einer Leihgabe der Autostadt Wolfsburg.

Die Citroën DS 19 von 1956 gehört zu den ersten ihrer Art. Fahrgestellnummer 1640. Doch zunächst muss es die alte Dame auf eigenen Reifen von Berlin nach Hamburg schaffen.

Dort wird auf dem Gelände der ehemaligen Fischauktionshalle der Start zum Prolog der Rallye stattfinden.

So viele automobile Schönheiten auf einem Haufen bekommt auch der Hamburger Hafen nur selten zu sehen.

Die DS von Klassik Mobil hat nach gut drei Stunden die Reise von Berlin nach Hamburg bewältigt. Der erste Akt ist geschafft. Lange, monotone Autobahnfahrten sind nicht unbedingt die Paradedisziplin der Französin.

Die ersten Startnummern des Teilnehmerfeldes sind für die Autostadt reserviert. Diese feiert den 90. Geburtstag der Marke Bentley. Hier zu sehen die Startnummer 4, ein Bentley R-Type Continental von 1954 mit 4,6 Liter Hubraum und 165 PS. Gesteuert wird der Wagen von Wilfried Bockelmann und Dirk-Michael Conradt.

Das Highlight unter den Bentleys auf der Hamburg-Berlin-Klassik ist aber der 4,5 Liter Blower von 1930. Ein solches Modell hat 1928 und 1929 Le Mans gewonnen. Dieses Auto ist eine wahre Seltenheit und kommt auf einen Verkehrswert im zweistelligen Millionenbereich. Gefahren wurde das Auto von Bentley-Chef Franz-Josef Paefgen und Joachim Staat.

Auch einige Prominente haben sich zum Start der Rallye eingefunden. Den größten Auflauf produzieren natürlich der frisch vermählte Boris Becker und seine (schwangere) Frau Lilly. Hier im Gespräch mit Fernsehkoch Tim Mälzer.

Auch die übrigen Teilnehmer warten auf den Start, während zahlreiche Schaulustige Gelegenheit haben, sich die Oldies genauer zu betrachten. Im Bild mit der Startnummer 9 das Team Hackländer mit einem Ford Modell A von 1929. Das Auto hat einen 3,3-Liter-Motor mit 40 PS.

Der Porsche 356 ist und bleibt eines der schönsten Automobile aller Zeiten. Porsche schickte einen 356 Speedster von 1955 ins Rennen. Der Wagen, unter anderem bekannt geworden durch James Dean, hat einen 1,5-Liter-Motor mit 55 PS.

Ebenso ein echtes Schmankerl ist der BMW 507. Er war der Traum-Roadster seiner Zeit und bezaubert auch heute noch mit seiner zeitlosen, eleganten Linienführung. BMW Classic brachte mit dem Fahrer-Duo Karsten Engel und Stephan Heller ein Modell aus dem Jahr 1959 an den Start. Der 3,2-Liter-Motor leistet 150 PS.

Auch ein ausgesprochen schönes Automobil ist der Volvo P 1800 S mit 1,8 Litern Hubraum und 66 PS. Baujahr 1966.

Vor dem Start steht das Fahrerbriefing an. Die Teilnehmer werden mit den Wertungsprüfungen, den Details des Roadbooks und den Besonderheiten auf der Strecke vertraut gemacht.

Die DS des Teams n-tv Klassik Mobil muss vor dem Start noch die technische Abnahme meistern. Doch die alte Dame kann, dank der Aufarbeitung durch den Moderator, die Prüfer begeistern.

Das Team Swizöl startet mit einem Bentley 4,5 Liter von 1927. Ein älterer Bruder des Rennwagens von der Autostadt.

Ebenfalls ein Blickfang ist der Aston Martin V8 Volante. Der 5,4-Liter-Motor leistet in dem Fahrzeug aus dem Jahr 1978 170 PS.

Gentlemen ... es kann losgehen. Der Start befindet sich in der Fischauktionshalle. Die Oldies stellen sich auf.

Auch die Stars stehen vor dem Rennen im Stau. Vorne im Ford Mustang Tim Mälzer, dahinter der ehemalige Tagesschau-Sprecher Jan Hofer.

Vorne starten die ersten Autos. Franz-Josef Paefgen macht mit dem Bentley Blower den Anfang.

Im Bentley mit der Startnummer 2 sitzen der Leiter der Autostadt, Otto F. Wachs, und sein Beifahrer David Löffler. Sie fahren einen 3,5 Liter Vanden Plas Open Sports Tourer von 1934. Der 3,7-Liter-Motor leistet 110 PS.

Dann geht es Schlag auf Schlag. Mit der Nummer 3 startet ein weiterer Bentley von der Autostadt. An Bord sind Andreas Hornig und Stefan Vogel. Das Auto ist ein 3,5 Liter Park Ward Aero Saloon von 1935 mit 3,7-Liter-Maschine und 110 PS.

Dem bereits vorgestellten Bentley mit der Nummer 4, gefahren von Wilfried Bockelmann, ...

... folgt die Polizei. Aber nur zur Freude der Zuschauer, denn die Hamburger Ordnungshüter fahren außer Konkurrenz den Prolog der Hamburg-Berlin-Klassik mit.

Heide Hetzer, ihres Zeichens Opel-Händlerin aus Berlin und bekennende Oldtimer-Liebhaberin, startet mit dem ältesten Auto aus dem Teilnehmerfeld. Der Hispano Suiza H6 wurde im Jahr 1921 gebaut. Aus dem 6,6-Liter-Motor werden 135 PS gezaubert.

Mit der Nummer 8 startet ein Ford Modell A Phaeton aus dem Jahr 1930. Ein 2,2-Liter-Motor treibt den Oldtimer an und leistet 40 PS. An Bord sind Helge Petersen und Kerstin Brasch.

Das Ford A-Modell gab es auch als Cabrio, auf Englisch Convertible. Der A400 aus dem Jahr 1931 wird von dem Ehepaar Schiller aus Neu-Ulm pilotiert und generiert aus seinem Zwei-Liter-Motor 40 PS.

Einen Horch 930 aus dem Jahr 1937 steuern Udo und Peter Freser. Der Audi-Vorgänger leistet aus 3,5 Liter Hubraum 82 PS und fährt unter der Flagge der Nürnberger Versicherung.

Einen weiteren bildschönen Roadster von BMW zeigt die Oldtimermanufaktur mit dem 326. Der Zwei-Liter-Motor von 1936 leistet 55 PS.

Skoda zeigt mit dem Popular Roadster von 1936 ebenfalls ein bildschönes Auto aus seinen Archiven. Aus etwas mehr als einem Liter erzeugt der Motor 30 PS Leistung.

Nach dem kam der 328 Roadster von BMW mit einem stärkeren Motor auf den Markt. Das Auto von BMW Classic von 1937 konnte aus dem Motor mit zwei Litern Hubraum dann schon 80 PS hervorrufen.

Ein Traum von einem Auto ist der Peugeot 402 Eclipse mit dem Pressesprecher von Peugeot Deutschland, Thomas Schalberger, und dem Peugeot-Deutschland-Chef Olivier Dardart an Bord. Es war das erste Serien-Auto mit Klappdach, welches es damals bereits elektrisch gab. Gebaut wurde dieser Eclipse im Jahr 1938. Er leistet mit zwei Litern Hubraum 55 PS.

Noch ein Traumwagen, aber dieses Mal von der Insel. Der Jaguar XK 120 OTS, Baujahr 1951, gehört sicher ebenso zu den schönsten Roadstern, die jemals gebaut wurden. Dazu hat er mit 160 PS aus 3,5 Litern für die damalige Zeit eine Menge Leistung an Bord.

Er steht für das deutsche Wirtschaftswunder wie nur wenige andere Wagen. Dieser Opel Kapitän aus dem Jahr 1952 ist ein ausgesprochen schön restauriertes Exemplar. 58 PS leistet sein 2,5-Liter-Motor.

Auch die DS des n-tv Klassik-Mobil-Teams startet durch die Fischauktionshalle auf den Prolog.

Am ersten Tag führen uns interessante Wege tief durch die Hamburger Speicherstadt, den Hafen und entlang der Elbdeiche.

Ein jüngeres Baujahr ist dieser Porsche 911 SC von 1982. Mit 260 PS aus 3,6 Litern Hubraum gehört er auch zu den am stärksten motorisierten Teilnehmern.

Per Fähre wechseln wir die Seite des größten Flusses und der einzigen Verbindung zum Meer für Hamburg. Es ist außerordentlich heiß an diesem Tag. Temperaturen bis zu 35 Grad machen Autos und Insassen zu schaffen.

Da ist ein laues Lüftchen an der Fähre eine Wohltat. Gelegenheit für uns, ein paar weitere Auto-Schätzchen abzupassen. Wie diesen Jaguar E-Type aus dem Jahr 1970. Der 4,2-Liter-Motor leistet 265 PS.

Auch der Porsche 911 T aus dem Jahr 1972 fuhr uns hier vor die Linse. Für echte Porsche-Fans gab es damals nur diese Version. Eine stabile Coupé-Karosse, verwindungssteif und flach auf der Straße liegend. Mit 130 PS aus seinem Zwei-Liter-Motor ist er für heutige Verhältnisse zwar eher bescheiden motorisiert, aber er bietet dennoch ausgesprochen viel Fahrspaß.

Der erste Tag endet vor dem Prototypen-Museum in der Speicherstadt in Hamburg. Durchgeschwitzt treffen sich die Teilnehmer dort auf dem Parkplatz und die meisten sind froh, dass ihre Schätzchen diese Tortour halbwegs unbeschadet überstanden haben.

Deutschlands schnellste Opel-Händlerin, Heidi Hetzer, hatte einen kleinen Defekt auf der Strecke. Aber auch sie erreichte mit dem Hispano Suiza das Ziel des ersten Tages.

Auch die Klassik-Mobil-DS hat die Hitze überstanden. Moderator Jochen Frericks ist zufrieden mit seiner Madame.

Kontrastprogramm am zweiten Tag. Nach tropischer Hitze folgt ein Tag mit unablässigem Regen.

Toyota nimmt mit zwei historischen Fahrzeugen an der Hamburg-Berlin-Klassik teil. Eines davon ist der Toyota Celica TA22 von 1975. 107 PS leistet der 1,6-Liter-Motor. Am Steuer die sechsmalige Gewinnerin der Damen-Wertung der Rallye Monte Carlo, Isolde Holderied, und der Chef des europäischen Entwicklungszentrums von Toyota, Masato Katsumata.

Die Strecke führt aus Hamburg heraus nach Boltenhagen an der Ostsee.

Während einer der seltenen Regenpausen erreicht der Tross das mecklenburgische Güstrow. Dort erwarten uns Piraten. Freilich keine echten, sondern Mitglieder einer Schauspieltruppe.

Am letzten Tag der Rallye kommt die Sonne wieder zurück. Der Tross macht sich von der Übernachtungsstation in Fleesensee auf zur letzten Etappe nach Berlin.

Auch die DS 19 des n-tv-Klassik-Mobil-Teams hat den Regentag gut überstanden und startet durch zu den letzten Prüfungen.

Zunächst geht es über zauberhafte Landstraßen und Alleen der mecklenburgischen Seenplatte bis in die Schorfheide. Über Waren an der Müritz geht es ...

... nach Neustrelitz, wo es die erste Wertungsprüfung gibt. Dort erwartet die Rallye ein großer Bahnhof.

Das zweite Fahrzeug von Toyota ist ein Land Cruiser (BJ42) von 1982. Wahrscheinlich das geländegängigste Fahrzeug des Konvois. Mit 90 PS aus 3,5 Litern Hubraum auch mit reichlich Drehmoment gesegnet. Am Steuer Jürgen Stolze und Joachim Walther als Beifahrer.

Der Alfa Romeo 2000 GTV Bertone gilt als eines der letzten Sportcopupés alter Schule. Mit dem Baujahr 1974 ist dieses Modell jedenfalls eines der ersten dieser Serie. Der Zwei-Liter-Motor leistet 130 PS.

Was heute Realität wird, hat der VW-Porsche 914 bereits 1973 vorweggenommen: Beide Marken unter einem Dach. Der Zwei-Liter-Motor leistet 101 PS.

Mit dem Bulli unterwegs, ganz wie in alten Zeiten. Der VW-Bus hat viele Generationen begleitet. Dieser ist von 1976 und leistet mit seinem 1,6-Liter-Motor 50 PS.

Ein wunderschönes Käfer-Cabrio überholt uns beim Boxenstopp. Der Volkswagen aus dem Jahr 1971, ein 1300 LS Cabrio, hat den klassischen 1,6-Liter-Motor mit 50 PS an Bord.

Ein Klassiker der jüngeren Zeit ist der Sport Quattro von Audi aus dem Jahr 1983. Sensationelle 306 PS produziert der Motor aus seinen 2,2 Litern. Er fährt für das Team von Audi Tradition.

Auch in Templin erwartet eine große Menschenmenge die Oldtimer. Im Bild der Opel Ascona B Gruppe 2, mit dem Walter Röhrl als letztem heckgetriebenen Fahrzeug Rallye-Weltmeister wurde. Am Steuer sitzt sein damaliger Beifahrer Jochi Kleint (Beifahrer: Günter Wagner). 1979 reichten 186 PS aus zwei Litern Hubraum für dieses Kunststück.

Beim letzten Halt in Groß-Dölln wartet noch ein ganz besonderes Highlight auf die Teilnehmer. Ein leibhaftiger Rosinenbomber steht dort neben zwei Silberpfeilen. So etwas bekommt man nicht alle Tage zu sehen.

Der ältere der beiden ist ein Auto Union Rennwagen von 1934, Typ A.

Im Innern geht es sehr spartanisch und mechanisch zu.

354 PS holt diese Rennmaschine aus zwölf Zylindern raus. Ebensoviele ...

... wie der Mercedes W 196 R von 1954. Der ehemalige Mercedes Werkspilot Bernd Schneider demonstriert eindrucksvoll, welche Geschwindigkeit der Wagen immer noch fahren kann. Am eindrucksvollsten ist allerdings der Sound der beiden Rennmaschinen aus vergangenen Zeiten.

Auch im Mercedes-Cockpit geht es rustikal zu.

Dann starten die beiden Sieben-Zylinder-Motoren der Douglas DC-3, im Volksmund auch Rosinenbomber genannt.

Ein atemberaubendes Schauspiel bietet sich, als die Maschine im Tiefflug über das Driving Center des ehemaligen russischen Flughafens in Groß-Dölln donnert.

Ein Stück technischer Geschichte steigt in den Himmel und entschwindet in Richtung Berlin.

Auch die Rallye-Teilnehmer machen sich wieder auf den Weg.

Nur noch wenige Kilometer bis zur Hauptstadt. Im Bild das Mercedes Cabriolet 220 SE von 1960. Am Steuer für die Lebenshilfe Gießen Reinhard Schade mit der Beifahrerin Tina Gorschlüter. Der Wagen wird von 115 PS aus 2,2 Litern Hubraum angetrieben.

Auch ein schöner Wagen aus den frühen Sechzigern ist dieser Skoda Felicia Cabrio von 1962 des Teams Autohaus Müller. Die 40 PS des Autos werden aus 1,1 Liter Hubraum gewonnen.

Eine Seltenheit ist auch dieser Lancia Beta Montecarlo S1 von 1975. 120 PS produziert der Zwei-Liter-Motor.

Gegen Abend erreicht der Tross das Ziel am Springer-Gebäude in Berlin. Glücklich und zufrieden überqueren die Fahrer die Linie.

Jan Hofer absolviert als einer der wenigen Promis die gesamte Hamburg-Berlin-Klassik und erreicht das Ziel in Berlin. Die meisten anderen Stars ließen sich nur für wenige Stunden blicken.

Auch unsere DS vom n-tv-Klassik-Mobil-Team hat es in die Hauptstadt geschafft. Am Abend erreicht sie wieder ihren Stellplatz am Meilenwerk. Außer einem zeitweise defekten Scheibenwischer gab es keine technischen Probleme. Die fesche Französin hat uns wohlbehalten bis ins Ziel kutschiert. Formidable! (Text: Markus Mechnich)

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