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"Mensch Claudia, ….
… alte Bratwurst."
Das sagte Stefan Schwarzbach, Pressesprecher des Deutschen Skiverbandes …
… direkt nach dem Olympiasieg von Claudia Nystad und Evi Sachenbacher-Stehle im Team-Sprint.
Etwas gewählter drückte sich Langlauf-Bundestrainer Jochen Behle aus.
"Heute ist einer der glücklicheren Tage."
Schließlich hatten auch Tim Tscharnke und Axel Teichmann eine Medaille gewonnen. Und zwar die silberne.
Die gute Laune war perfekt.
Und Evi Sachenbacher-Stehle wusste zumindest, was sie nach den Olympischen Winterspielen nicht machen wird.
"Ich darf mich ja nicht für den Playboy ausziehen. Die Anfrage kam vor Vancouver schon wieder, wie schon so oft."
Nach dem Sieg war sie einfach nur glücklich.
"Das ist vielleicht geil, das hättet ihr alle nicht gedacht."
Nystad sagte: "Gold - das ist Wahnsinn. Wir haben perfekt harmoniert. Ich habe auf der Zielgerade alles gegeben, war fix und fertig - aber es hat gereicht".
Mit 0,6 Sekunden Vorsprung vor der Schwedin Anna Haag stürmte sie über die Ziellinie und fiel jubelnd in den Schnee.
Damentrainer Janko Neuber sprach von einer "Riesenüberraschung für uns alle. Der Rest ...
... von Olympia ist jetzt eine Zugabe zum genießen."
Nicht ganz so wortreich gab sich Axel Teichmann ...
... nach dem Gewinn der Silbermedaille.
"Mir geht es gut, aber ich kann gerade mal keine Plattitüden bedienen."
Tscharnke hatte dafür mehr zu sagen: "Es ist ein Riesengefühl, auf dem Podium zu stehen."
Ein Gefühl, das Evi Sachenbacher-Stehle und Claudia Nystad schon kannten.
Mit Zöpfen wie beim deutschen Staffel-Olympiasieg von 2002 stürmte das Duo zum Triumph im Teamsprint und beendete die Medaillenkrise der deutschen Skilangläuferinnen mit einem Paukenschlag.
Es war das vierte deutsche Olympiagold im Skilanglauf. 1980 hatte die DDR zweimal Gold geholt, 2002 dann die Damen-Staffel mit Sachenbacher-Stehle und Nystad. Das Duo holte nun seinen zweiten Olympiasieg.
Jochen Behle war voll des Lobes: "Das ist höchst sensationell. Die Mädels haben einfach alles richtig gemacht, was man richtig machen kann."
Er bescheinigte Sachenbacher-Stehle eine "Superleistung" …
… und lobte Nystad für ihre Nervenstärke: "Sie hat eine unglaubliche Ruhe ausgestrahlt und das Ding gezogen."
Zwei Tage nach dem Silberlauf von Tobias Angerer hatte es das deutsche Duo trotz eines Sturzes von Sachenbacher-Stehle im Halbfinale souverän in den Endlauf geschafft.
Im Finale drehten die beiden Deutschen richtig auf. Sachenbacher riss nach einem Sturz zu Beginn taktisch klug eine Lücke.
So kämpften von Beginn an nur vier Teams um die drei Medaillen. Beim letzten Wechsel führte Schweden 0,1 Sekunden vor Deutschland. Nystad, die extra auf das Jagdrennen verzichtet hatte, suchte ihr Heil in der Flucht, doch Schweden hielt mit Anna Haag, hinten, dagegen.
Haag schien sich schon abzusetzen, doch mit Raketen-Ski fuhr Nystad in der letzten Abfahrt vorbei und raste mit letzter Kraft zum Sieg. Behle: "Unsere Ski waren unglaublich. Ein großes Lob an die Techniker."
Aber nicht nur die Läuferinnen und Läufer, auch die Ski-Springer hatten was zu feiern.
"Olympia war sehr anstrengend. Deshalb feiern wir mit Kamillentee", sagte Martin Schmitt nach dem Gewinn der Silbermedaille im Mannschafts-Wettbewerb.
Fußballtrainer Felix Magath hat stets einen zur Hand.
Aber: "Vielleicht lassen wir es aber auch richtig krachen und trinken einen Pfefferminztee."
Ausgiebig genossen Michael Uhrmann, Martin Schmitt, Michael Neumayer und Andreas Wank bei der Siegerehrung und später im Deutschen Haus den Erfolg ihrer Mission, am 22.2. Platz 2 zu belegen.
Schmitt, der als Einziger geschwächelt hatte, fühlte sich im allgemeinen Jubel sogar an den Team-Olympiasieg von 2002 in Salt Lake City erinnert.
"Von der Dramaturgie war es ähnlich. Die Freude ist dementsprechend ähnlich groß. Die Momente werde ich nie vergessen", sagte der 32-Jährige. Danach nahm er erst mal seinen Kumpel Uhrmann in den Arm.
Er war vor acht Jahren dabei gewesen, als Schmitt den Olympiasieg perfekt gemacht hatte. Diesmal rettete Uhrmann nervenstark Silber.
"Ich bin froh, dass ich Martin etwas zurückgeben konnte", sagte der 31-Jährige: "Er hat es mir mit seinen Leistungen jahrelang ermöglicht, im Teamwettbewerb Medaillen zu gewinnen."
In der Euphorie deutete Uhrmann an, doch noch einen Winter bis zur Nordischen Ski-WM 2011 weiterzumachen.
"Es macht einfach derzeit so viel Spaß."
Die anderen Routiniers Schmitt ("Sotschi 2014 gehe ich vielleicht noch an") …
… und Witzbold Neumayer ("Ich warte ab, ob Olympia 2018 in München stattfindet") sind ebenfalls mit von der Partie.
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