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Für Lindsey Vonn war die äußerst anspruchsvolle Abfahrtspiste Franz's Run nicht zu schwer.
Die Speedkönigin aus den USA raste ganz souverän zum Sieg und damit zu ihrer ersten Olympiamedaille.
Es war ein Sieg mit Ansage.
Keinesfalls unerwartet war aber auch das, was einigen von Vonns Konkurrentinnen widerfuhr: Sie stürzten beim Versuch, Franz's Run möglichst schnell zu bewältigen.
Die Schwedin Anja Pärson, mit sieben WM-Titeln eine der erfahrensten und erfolgreichsten Skirennläuferinnen bei den Olympischen Spielen, schaffte es nicht heil ins Ziel.
Klar auf Medaillenkurs liegend geriet sie vor dem schon im Vorfeld als zu schwer kritisierten Zielsprung in Rücklage und konnte ihren Flug nicht kontrollieren.
Rund 60 Meter flog Pärson durch die Luft, ehe sie auf die Piste knallte und schwer stürzte.
"Das war das Schlimmste, was ich jemals erlebt habe", sagte sie später.
Brüche zog sich die Schwedin zwar nicht dazu, dafür aber schwere Prellungen und Blutergüsse. Ob sie bei den Winterspielen in Vancouver noch einmal auf die Ski steigen wird, ist offen.
Noch schlimmer als Pärson erwischte es die junge Rumänin Edith Miklos. Sie rutschte nach ihrem Sturz zunächst unter zwei Fangnetzen hindurch, erst das dritte stoppte sie.
Per Hubschrauber wurde die 21-Jährige ins Krankenhaus gebracht.
Schmerzhaft und tränenreich endete die olympische Abfahrt für die Schweizerin Dominique Gisin.
Erst stürzte sie auf dem Weg ins Ziel.
Dann wurde sie, als sie benommen die eisige Piste hinabrutschte, von einer Bodenwelle noch einmal in die Luft geschleudert ...
... und knallte erneut auf die Piste. Dort blieb sie zunächst unter Schock liegen.
Mit Tränen in den Augen, aber auf eigenen Füßen konnte Gisin wenig später aus dem Stadion geführt werden.
Glück im Unglück hatte die Italienerin Daniela Merighetti. Auch sie kam nicht auf Skiern ins Ziel, konnte aber dennoch lachen.
Nach ihrem Sturz rutschte sie auf dem Hintern die Piste hinab.
Erst nach der Zieldurchfahrt kam die Britin Chemmy Alcott zu Fall.
Sie blieb unverletzt.
Als Reaktion auf die schweren Stürze mit Ansage wird der Zielsprung der Abfahrt vor der Super-Kombination am Donnerstag weiter entschärft. Auch wird beim ersten Teilstück der Super-Kombination verkürzt gestartet.
Schon nach dem Training sei der Sprunghügel ein wenig abgetragen worden, teilte Renndirektor Atle Skaardal mit. Auf diese Weise sollten zu hohe Sprünge vermieden werden.
Durch die erhöhten Geschwindigkeiten auf der eisigen Piste war der Sprung aber doch wieder sehr schwierig geworden – mitunter zu schwierig und damit äußerst gefährlich, wie die Stürze zeigten.
Skaardal verneinte allerdings, dass die Abfahrt zu schwer gewesen sei: "Keine Frage, das war sehr fordernd. Aber ich denke, es war akzeptabel."
Über die Schwere der Verletzungen der gestürzten Fahrerinnen ist noch nichts bekannt. Bekannt ist aber seit dem Unfall des Rodlers Nodar Kumaritaschwili, dass ein Versagen der Olympia-Organisatoren ausgeschlossen werden kann.
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