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Oktober 1907-2007: 100 Jahre Hotel Adlon

 
Das Adlon ist in Feierlaune.

Das Adlon ist in Feierlaune.

Gleich zwei Anlässe gibt es zu feiern.

Den 100. Geburtstag des historischen Hotel Adlon in Berlin ... (Bild: Der Ur-Enkel des Gründers, Felix Adlon, bei den Feierlichkeiten)

... und das 10-jährige Bestehen des Hotel Adlon Kempinski. (Bild: Direktor Stephan Interthal)

Am 24. Oktober 1907 ging der Traum des Hotelgründers Lorenz Adlon in Erfüllung:

In unmittelbarer Nähe des Brandenburger Tors öffnete das Adlon seine Pforten.

Sein Namensgeber konnte sein Programm in die Tat umsetzen: "Willkommen im Adlon, einem Haus, das seinen Gästen mehr sein will ...

... mit seinem Ambiente, seinem Service ...

... und bestimmt nicht zuletzt - seiner einmaligen Lage." (Bild: 1940) Lorenz Adlon war in der Mainzer Möbelfirma Bembé zum Tischler ausgebildet worden, bevor er seine Leidenschaft für die Gastronomie entdeckte.

Sein Weg zum Spitzenhotel mit Nobelküche in Berlin führte über die gastronomische Massenabfertigung beim rheinischen Schützenfest ...

... über die Leitung der Restaurantbetriebe bei der Weltausstellung 1888 in Amsterdam, wo er auch sein erstes Hotel eröffnete.

Inzwischen war Adlon nach Berlin gezogen, wo er bereits 1880 Restaurants übernahm und 1905 das Grundstück am Pariser Platz erwarb. Mit der Unterstützung des Kaisers Wilhelm II begann er mit dem Bau des Hotel Adlon unter der Quadriga, ...

... am Ende des Berliner Boulevards "Unter den Linden".

Zwei Jahre später berichtete die "Vossische Zeitung", das neue Hotel sei "eine außerordentliche und großartige Leistung im Hotelneubau und in der Hoteleinrichtung für eine moderne Großstadt."

Und 22 Jahre später schrieb die "Berliner Morgenpost" man höre hier "die Sprachen aller Kulturnationen durcheinander-schwirren." (Bild: Die Lobby heute)

Hier tummelten sich Stars des frühen Films wie Marlene Dietrich und Charlie Chaplin (r).

Auch Thomas Mann war hier zu Gast.

Bis heute beruft sich das Adlon Kempinski stolz auf seine berühmte Kundschaft, "Gäste wie Einstein (Bild 1931), Sauerbruch, Strauß, ...

Furtwängler (Bild 1948) oder Karajan."

Als die US-Konkurrenz, die Familie Hilton, nach dem Zweiten Weltkrieg ihr erstes Hotel in West-Berlin eröffnete, war vom alten Luxus jedoch wenig übriggeblieben. (Conrad Hilton begrüßt Hedda Adlon 1958)

1945 war das Adlon bis auf den Seitenflügel niedergebrannt. Zu DDR-Zeiten wurde es zwar in Teilen wiederhergestellt, aber zu einem Lehrlingswohnheim umfunktioniert.

Mit dem Abriss 1984 wurde dann ein Wiederaufbau ins Auge gefasst. Nach Mauerfall erwarb die Kempinski Hotelbetriebsgesellschaft die Baugenehmigung und begann mit dem Neubau gleich neben der neuen Akademie der Künste.

Am 23. August ist es soweit und der damalige Bundespräsident Roman Herzog eröffnet das Hotel am Pariser Platz.

Der Tradition des kaiserlichen Hotels erklärt sich das Adlon Kempinski bis heute verpflichtet.

Noch immer zählt es zu den berühmtesten und luxuriösesten Hotels Deutschlands.

Hier zeigen sich Stars wie Michael Jackson hinter gardinenverhängten Scheiben, ...

... um schließlich doch gesehen zu werden.

Hier müssen Sondereinheiten der Polizei ...

... und schwerbewaffnete Sicherheitsmannschaften Wache stehen, ...

... weil drinnen der Zentralrat der Juden ...

... oder Staatspräsidenten, geistliche Würdenträger, Regierungschefs und solchen, die es werden mögen, konferieren.

Hinter verschlossenen Türen ...

... in intimer Atmosphäre.

Die mehr als 400 Quadratmeter große Präsidentensuite wurde 2006 eigens für die hohen Gäste umgestaltet ...

... und mit schusssicheren Wänden und Fenstern gesichert.

Der ehemalige Direktor, Thomas Klippstein, präsentiert den Esssalon der Suite. In den Umbau flossen 12 Millionen Euro.

Die Innenarchitektin Anne Maria Jagdfeld hat die Suite entworfen.

Ein plüschiger Rückzugsort für die Dauer eines Staatsbesuchs.

Ein Schlafgemach, in dem sich die Lenker und Herrscher dieser Welt nach getaner Arbeit zurückziehen können, ...

... und ein Himmelbett, auf dem die Herrscherinnen dieser Welt in Rosenduft gehüllt einschlafen.

Und im Bad überträgt ein Fernseher die Nachrichten pünktlich zur morgendlichen Zahnpflege, denn Wissen und Informationen sind Macht und sollen den wichtigen Gästen nicht vorenthalten werden..

Natürlich sind Sauna, Fitnessraum, Küche, Esszimmer und Kamin inklusive, ebenso ein Butler ...

... und eine Limousine. Lorenz Adlons Urenkel Felix wirkt mächtig stolz.

Geradezu überschwänglich.

Kein Wunder, zum Festakt am 29. Oktober finden sich im Palaissaal das Hotel Adlon Kempinski eine Reihe namenhafter Gäste ein. Nina Ruge moderiert.

Das Hotel ist nicht arm und trotzdem sexy genug, um Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit zu den Feierlichkeiten zu locken.

Das Adlon ist wieder das erste Hotel am Platz. (Alle Bilder AP, dpa und Hotel Adlon Kempinski)

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