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Pickel, Petting, Pop-Musik: Die "Bravo"

 
Respekt! Seit mehr als 50 Jahren gibt es die "Bravo"!

Respekt! Seit mehr als 50 Jahren gibt es die "Bravo"!

Dafür gibt es von uns ein Sektchen,...

...ein kleines Stückchen Torte und...

...natürlich einen Blumenstrauß!

Das hier ist das erste Cover. Eigentlich sollte die Zeitschrift "Filmstar" heißen. Aber Erfinder Peter Boenisch bestand auf "Bravo".

Eine gute Entscheidung, denn die Zeitschrift entwickelt sich eher zum Musikmagazin. Und das in einer Zeit, in der die Jugend sich nach Spaß, Lässigkeit und Glamour sehnt.

1966 holt "Bravo" die Beatles nach Deutschland. Das kommt gut an. Schnell steigt die Auflage. Am Anfang sind es 64.000 Hefte, in den 70er Jahren schon eine Million.

Bisher sind 2.606 Ausgaben erschienen. Insgesamt verkauft wurden etwa 2,5 Milliarden Hefte.

Würde man die alle aneinander legen, könnte man auf "Bravos" zum Mond flanieren.

Da würden viele gerne die Kelly-Family sehen...

...oder auch den hier, Jacksons Michael.

Die "Bravo" hat schon manchen groß gemacht. Hier die Nena, die mit den Luftballons. Ganz schön frech war die. Und 90 Prozent der Jungs waren verknallt. Kein Wunder, so frech wie die war. Und Nena ziert 28 Mal das Titelbild. Rekord!

Der hier war auch ständig drin: Peter Kraus. Und...

...unser Udo natürlich. Peace und keine Panik auf der Titanic!

Ach ja: Und der "Disco"-Ilja. Auch so ein "Bravo"-Held.

Und um zu zeigen, wie die Zeit vergeht, kommt jetzt mal ein "Vorher-Nachher"-Spielchen. Zwischen den beiden Gesellen hier liegen schon ein paar Jährchen.

Das ist nochmal der Udo aus der frühen "Bravo"...

...und so sieht er heute aus.

Der Ilja Richter früher...

...und heute.

Peter Kraus als Jungspund...

...und heute. Ups, falsches Bild! Jetzt kommt...

...das richtige. Also, 50 Jahre können viel ausmachen. Deshalb nochmal Respekt an die "Bravo".

Natürlich auch für die starken Aufklärungsseiten! 1962 geht es mit den nackten Tatsachen los. Etwas schüchtern noch: "Knigge für Verliebte" heißt am Anfang die Reihe.

Eine der ersten wichtigen Fragen: Kann man vom Petting schwanger werden? Klare Antwort: Kommt drauf an, wie man es macht!

Etwas härter geht es dann in der "Sprechstunde bei Dr. Jochen Sommer" zur Sache. Menstruation, Liebeskummer und die Penis-Größe. Schwer hat man es als Jugendlicher.

Das ist natürlich nicht Dr. Jochen Sommer, das ist Dr. Jochen Frankenstein. Von Dr. Jochen Sommer gibt es kein Bild, weil es Dr. Jochen Sommer nicht gibt. Der heißt in Wahrheit Dr. Martin Goldstein und betreut die Rubrik bis in die 80er Jahre.

Heute ist sie der "Dr. Sommer": Eveline von Arx. Zusammen mit einem vierköpfigen Team bearbeitet sie hunderte Anfragen am Tag.

Die "Bravo" hat noch weitere tolle Sachen erfunden. Zum Beispiel den "Goldenen Otto", einen Preis für die beliebtesten "Bravo"-Stars.

Maria Schell und James Dean bekommen die ersten Exemplare der inzwischen sehr beliebten Auszeichnung. Ein Traumpaar, oder?

Übrigens ist Otto zunächst kein Indianer, sondern ein flapsiger Beleuchter, der eine eigene Kolumne hat.

Inzwischen reißen sich die Stars und Sternchen um die kleinen Statuen. Hier Jeanette Biedermann...

...und hier der Olli Pocher, der Witzbold, und hier...

...der böse, böse, mächtig böse Maskenmann Sido.

Das sind übrigens das "Bravo Girl" und der "Bravo Boy" des Jahres 1997. Noch so eine Erfindung des Jugendmagazins. Aus manchen wird was, aus anderen wird nichts. So ist das in Zeiten des Neo-Liberalismus.

Aus diesem Ausschnitt wird was, wenn man ganz viele davon sammelt und dann zusammenklebt. Genau, das ist ein Teil des Starschnitts von Brigitte Bardot. Oh, la la, heiße Sache das.

Und hier die rechte Schulter von Nena. Aber bitte nicht ausschneiden, wird nur der Bildschirm zerkratzt. Fest steht: der Starschnitt ist Kult bis heute. Der größte ist 1974 der von der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft. 42 Mal 308 Zentimeter.

Im Medien-Zeitalter setzt die "Bravo" natürlich auch aufs Fernsehen.

Die Themen ähneln der Print-Ausgabe: Charts, Interviews, Prominente und Sex. Hier Lori Stern. Die hat "Bravo TV" mal moderiert.

Und sie hier auch: Jasmin Great.

Und er hier auch: der Mann mit der Mütze. Wie, Sie können ihn nicht erkennen?! Also gut,...

...so sieht er ohne Kreise im Gesicht aus. Sänger Ben hat übrigens keine Lust mehr auf die Show, also...

...ist taufrisch Moderatorin Gülcan Karahanci für ihn eingesprungen.

Gülcan hat auch schon einen Otto.

Die "Bravo" hat bei soviel Erfolg natürlich auch Brüder und Schwestern bekommen. Hier die "Bravo Screenfun" für Computer-Freaks.

Hier die "Bravo Sport" für Athleten und...

...hier die "Bravo Girl" für Girls natürlich. Steht ja drauf.

Zum guten Schluss: Wissen Sie, wie Dieter Heck zu Dieter Thomas Heck wurde? Genau, die "Bravo"-Leser gaben ihm den Zweitnamen Thomas in einer Wahl. Weil es bei seinem Radiosender schon einen Dieter gab.

Würde heute nochmal gewählt, hieße Dieter Heck wohl bald Dieter Bill Heck. Oder besser noch Dieter Thokio Heck.

Aber wie dem auch sei, liebe "Bravo". Alles Gute für die nächsten Jahre! Und keine Sorge um den Nachwuchs - der liest sich schon mal ein. (Text: Jochen Müter)

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