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Alle Jahre wieder hetzen sechs Kampfstiere und sechs zahme Leitochsen durch die Altstadt des nordspanischen Pamplona.
Die tägliche Hatz ("encierro") zur Stierkampfarena zwischen dem 7. und 14. Juli ist Teil des Volksfestes zu Ehren von Pamplonas Schutzpatron San Fermin.
Die Feierlichkeiten zu Ehren beginnen immer mit dem Abschuss einer Rakete vom Rathausbalkon.
Zu den "204 Stunden Fiesta nonstop" werden jedes Jahr bis zu eine Million Besucher aus aller Welt erwartet.
Im Volksmund wird das Volksfest "Sanfermines" genannt.
Junge Männer ("mozos"), die weiße Hosen und Hemden sowie rote Halstücher und Schärpen tragen, laufen bei der Jagd vor den Tieren her.
Als einzige "Waffe", um die Stiere von sich fern zu halten, dient ihnen eine zusammengerollte Zeitung.
Beim täglichen Stierkampf abends werden die Stiere in der Regel alle getötet.
Begnadigt werden nur die, die besonders mutig sind und sich als Zuchtbullen eignen.
Abgesperrte Seitenstraßen verhindern, dass die Tiere auf der 825 Meter langen Strecke ausreißen.
Durch schmale Öffnungen können sich die "mozos" flüchten. Eine Hatz dauert meist keine vier Minuten.
Die rund 600 Kilogramm schweren Stiere laufen bis zu 25 Kilometer in der Stunde schnell.
Seit 1924 kamen bei der Hatz 15 Treiber ums Leben.
Sie waren von den Stieren auf die Hörner genommen oder zu Tode getrampelt worden.
Jedes Jahr werden auch viele Teilnehmer verletzt. Oft sind unerfahrene Urlauber die Opfer.
Sie wissen nicht, was sie tun sollen, wenn es brenzlig wird: Die Profis werfen sich auf den Boden, verschränken die Arme über dem Kopf und bleiben regungslos liegen, bis die Bullen vorbeigerannt sind.
Die meisten Verletzungen gehen indes nicht auf die Stiere zurück, sondern auf Stürze von Teilnehmern.
Oftmals ist der Andrang auf der Strecke so groß, dass die Läufer sich gegenseitig behindern und auf dem holprigen Kopfsteinpflaster stolpern.
Während die echten "mozos" sich monatelang auf die Hatz vorbereiten, riskieren viele ausländische Möchtegern-Toreros auf der Suche nach dem ultimativen Adrenalinkick jedes Jahr leichtsinnig Kopf und Kragen.
Nicht selten gehen sie nach einer durchzechten Nacht auf die Strecke, versuchen, die Stiere zu reiten oder sie am Schwanz zu packen.
Damit bringen sie nicht nur sich selbst, sondern auch andere in Gefahr: Die Tiere bleiben stehen, wenden und gehen gezielt auf einzelne Läufer los.
Berühmt wurde das Treiben durch Hemingways Roman "Fiesta".
Als der Schriftsteller die Stierhatz in den 20er Jahren erstmals miterlebte, verirrte sich kaum mehr als eine Hand voll Fremde dorthin.
Inzwischen ist der jahrhundertealte Brauch ein Massenspektakel.
Für den Deutsche Tierschutzbund und viele andere Organisationen ist die Hatz eine als Kulturtradition getarnte Tierquälerei.
Ihre Kritik: "Wer das Stiertreiben in Pamplona oder irgendwelche anderen Stierkämpfe als fröhliches und traditionelles Ereignis feiert, verschließt die Augen vor Tierleid und dem äußerst grausamen Umgang mit den Tieren."
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