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Panorama

November 2005: Giftiges Obst aus dem Supermarkt

 
Nicht nur vergammeltes Fleisch macht den Verbrauchern Sorgen. Greenpeace hat im Herbst 2005 in fünfwöchiger Detektivarbeit einen Obst- und Gemüse-Skandal aufgedeckt.

Nicht nur vergammeltes Fleisch macht den Verbrauchern Sorgen. Greenpeace hat im Herbst 2005 in fünfwöchiger Detektivarbeit einen Obst- und Gemüse-Skandal aufgedeckt.

Demnach soll sich in deutschen Supermärkten giftiges Obst und Gemüse nur so tummeln. In einer großangelegten Studie fand Greenpeace erhebliche Pestizidbelastungen. "Das Treiben des Lebensmittelhandels grenzt an kriminelle Geschäfte", so die Aktivisten.

Insgesamt wurden 658 Obst- und Gemüseproben auf rund 300 Giftstoffe getestet. Die Untersuchung bezog sich auf ...

... Karotten,

... Birnen,

... Paprika,

... Pfirsiche,

... Kopfsalat,

... Gurken,

...Tomaten

... und Weintrauben.

Das Ergebnis ist niederschmetternd: 15 Prozent der Proben waren mit giftigen Pestiziden belastet. In 100 Fällen wurden die gesetzlichen Höchstmengen erreicht oder sogar überschritten!

Traurige Spitzenreiter sind der Discounter Lidl und der Metro-Konzern mit dessen Handelskette real. Sie schlossen "mit Abstand am schlechtesten" ab. Dafür holten sie sich zu Recht "Giftpokale" ab.

Bei Metro wurden sage und schreibe 30 Prozent des getesten Obstes und Gemüses als "nicht empfehlenswert" eingestuft.

Bei Lidl sogar 32 Prozent! Bei 21 Prozent der Lidl- und 19 Prozent der Metro-Ware wurden sogar die gesetzlichen Grenzwerte überschritten.

Am wenigsten belastet war laut Greenpeace die Ware von Aldi. Dennoch gibt es keinen Grund zum Jubeln. Nicht mal die Hälfte der Proben (44 Prozent) wurde als "nicht belastet" eingestuft.

Rewe, Edeka/Spar, Tengelmann und Tegut landeten im Mittelfeld.

Tengelmann, zu denen auch Kaisers gehört, kam mit den wenigsten "nicht empfehlenswert"- Beurteilungen davon.

Schockierend: 16 Proben wiesen Extrembelastungen auf, die besonders für Kleinkinder gesundheitsgefährdend sind.

Laut Greenpeace ist vor allem Obst und Gemüse aus Südeuropa mit Pestiziden belastet. Vergleichsweise gute Noten erhielt dagegen Obst und Gemüse aus Österreich und den Niederlanden.

Auch spanische Ware kam bei dem Test schlecht weg.

Ware aus Deutschland, Italien und Frankreich lag im Mittelfeld. Große Unterschiede gab es zwischen den verschiedenen Obst- und Gemüsesorten.

Problematisch sind immer noch Weintrauben, Nektarinen und Kopfsalat.

Dagegen war jede zweite Karotte oder Paprika giftfrei - zumindestens von nachweisbaren Pestizidrückständen.

Angesichts der Tatsache, dass man Pestizide weder sehen noch schmecken kann, scheinen diese Tomaten mit eingewachsenen, rostigen Nägeln weniger gefährlich.

Aldi oder Lidl? Auch wenn Aldi als "Sieger" der Studie abschneidet, ist nach Meinung von Greenpeace kein Discounter zu empfehlen. Der Billigtrend sorge dafür, dass die Lebensmittel immer stärker belastet seien.

Immerhin schnitt auch im günstigsten Fall jede 5. Probe schlecht ab! Zum Verzehr "nicht empfehlenswert"!

Bei dieser dramatischen Faktenlage darf sich nur der glücklich wähnen, der sein Obst und Gemüse im eigenen Schrebergarten ernten kann.

Allen anderen sei der Biomarkt ans Herz gelegt. Guten Appetit!

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