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Manche Geschichten sind einfach zu schön, um wahr zu sein.
Albert Einstein war in der Schule noch ein Versager. Kühe lassen sich im Schlaf einfach umwerfen und zu Jesus an die Krippe kamen die Heiligen Drei Könige. Stimmt leider alles nicht. Die Wahrheit ist meistens ganz profan: ...
Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass Kinder glauben, Kühe seien werbelila. Hartnäckig hält sich das Gerücht, vor allem in Großstädten wüssten Schüler nicht mehr, wie Kühe wirklich aussehen.
Die Wahrheit ist: Da ist nichts dran. Dr. Rainer Brämer von der Universität Marburg hat das wirklich mal untersucht. 1997 hat er 2500 Schüler aller Klassenstufen befragt. Das Ergebnis war negativ. Kühe sind auch im Weltbild von Kindern und Jugendlichen braun oder schwarz.
Aber für alle Zivilisationskritiker hält die Studie trotzdem einen Strohhalm bereit: Ein "nicht zu vernachlässigender Teil der Jugendlichen" glaube, dass Enten gelb sind – so wie in vielen Cartoons oder Badewannen.
Diese trendige Freizeitbeschäftigung soll aus Amerika kommen: Vor allem betrunkene Jugendliche gehen auf die Weide und schubsen Rinder um – "cow tipping" heißt das. Angeblich geht das ganz leicht, weil Kühe im Stehen schlafen.
Quatsch, sagen alle, die sich damit auskennen. Erstens: Kühe schlafen im Liegen.
Zweitens: Eine Durchschnittskuh wiegt gute 700 Kilogramm. Nach unterschiedlichen Berechnungen bräuchte man zum Umwerfen mindestens zwei, eher fünf Leute.
Drittens: Kühe stehen nicht einfach so rum, schon gar nicht, wenn man sich ihnen nähert, um sie umzuschubsen. Entweder würden sie ausweichen oder gleich zum Gegenangriff ansetzen.
Und wer da dann wen umschmeißt, ist wohl eindeutig.
Auch wenn sich alle ganz sicher sind, ist es trotzdem ein Irrtum, dass Willy Brandt in seiner berühmten Rede vor dem Schöneberger Rathaus am Tag nach dem Mauerfall die Worte "Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört" gesagt hat.
Das stimmt nachweislich nicht – auch wenn Willy Brandt das selbst gern so hätte. Hört man die Originalaufnahmen, dann lautet der Satz in der Rede: "Jetzt erleben wir, und ich bin dem Herrgott dankbar dafür, dass ich dies miterleben darf: Die Teile Europas wachsen zusammen."
Der Historiker Bernd Rother hat herausgefunden, dass Brandt den berühmten Spruch erst später handschriftlich ins Manuskript seiner Rede geschrieben hat. Und ihn dann noch oft in Interviews verwendet hat.
Übrigens noch einen zweiten berühmten Mauerfall-Spruch hat es in Wirklichkeit nie gegeben. Gorbatschows "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben" ist eine reine Medienerfindung.
Kein Tonband, kein Fernsehbeitrag enthält diese Worte. Es gibt nur ein paar Bilder von Äußerungen Gorbatschows vor Journalisten in Ost-Berlin. Und was er da gesagt hat, wurde live in die Kamera übersetzt mit: „Gefahren warten nur auf jene, die nicht auf das Leben reagieren“.
Wer am Gymnasium keine Leuchte war, hat sich bisher immer damit beruhigt, dass Albert Einstein schließlich auch ein richtig schlechter Schüler war. Leider ein Irrtum.
Einstein konnte schon in der Schule gut rechnen und er war auch in Physik, Geometrie und Geschichte ein Ass. Zwar hatte er jede Menge Sechsen auf dem Abschlusszeugnis. Nur wurde das in der Schweiz ausgestellt. Und da ist die Sechs die beste Note.
Albert Einstein hat übrigens auch nicht ständig und jedem die Zunge rausgestreckt. Das berühmte Bild entstand am 14. März 1951 – an seinem 72. Geburtstag. Die Geste galt einem Fotografen, der ohne Einsteins Erlaubnis ein Foto von ihm machen wollte.
Die Chinesische Mauer ist eines der größten Bauwerke der Menschheit. Sie soll noch aus dem Weltall, angeblich sogar vom Mond aus zu sehen sein. Chinesische Kinder haben das sogar in der Schule gelernt.
Leider funktioniert das mit dem Mond nur andersherum. Die Mauer ist vor allem sehr lang – nämlich über 8800 Kilometer. Aber in ihrer Breite übertrifft sie selbst an der breitesten Stelle kaum eine mehrspurige Autobahn. Und die kann man vom Mond aus auch nicht sehen.
Auch der erste chinesische Raumfahrer – Yang Liwei – fand die Aussicht auf seinem Ausflug ins All zwar wunderschön. "Aber ich konnte die Chinesische Mauer nicht sehen." Die chinesische Regierung ließ daraufhin neue Schulbücher drucken.
Sie gehören zu Weihnachten in jedes Krippenspiel: Die Heiligen Drei Könige. Dabei stimmt an ihnen überhaupt gar nichts. Sie sind weder heilig, noch drei, noch Könige. Aber der Reihe nach.
Erstens: Könige tauchen in keinem Bericht auf. Das Matthäus-Evangelium (und nur da kommt die Geschichte mit den Krippenbesuchern überhaupt vor) erzählt von "Magiern aus dem Osten" – gemeint sind vermutlich Astrologen aus Persien.
Zweitens: Kein Mensch weiß, wie viele es waren. Erwähnt wird nur die Anzahl der Geschenke – nämlich drei (Gold, Weihrauch und Myrrhe). In alten Darstellungen variiert die Anzahl der "Könige" noch zwischen zwei und acht.
Drittens: "Heilig" waren sie auch nicht. Dazu haben sie einfach zu früh gelebt. Die erste verbriefte "Heiligsprechung" durch einen Papst fand im Jahr 993 statt und betraf den heiligen Ulrich von Augsburg.
Übrigens: Dass die "drei" Caspar, Melchior und Balthasar hießen, hat auch keine Grundlage – jedenfalls nicht in der Bibel. Genauso gut könnten sie Larvandad, Hormisdas und Gushnasaph heißen – das tun sie nämlich auch, und zwar in Syrien.
Die Buchstabenformel "C+M+B" können Sternsinger aber trotzdem weiterhin jedes Jahr auf Haustüren schreiben. Das steht nämlich für "Christus Mansionem Benedicat" (lateinisch für "Christus segne dieses Haus").
Kein Irrtum ist: Computer können einen zur Weißglut treiben. Aber wenn man sich nur lange genug mit ihnen beschäftigt, dann kennt man sich aus, kann mitreden – und auch die kryptischen Tasten auf der Tastatur richtig benennen. Und sich so wieder in die Welt der Irrtümer begeben: ...
Die Taste neben der Leertaste - "Alt Gr" – heißt nämlich nicht "Alt groß" und auch nicht "Altgriechisch", wie manche meinen. "Alt Gr" ist englisch und heißt schlicht "alternative graphic".
"Strg" heißt übrigens auch nicht "string", sondern ganz einfach "Steuerung".
Schade für alle Science-Fiction-Fans und Verschwörungstheoretiker. Aber es ist schlicht ein Irrtum, dass in UFOs immer Außerirdische sitzen.
Die Abkürzung UFO steht für "Unidentifiziertes Flugobjekt" und wurde erstmals Anfang der 50er Jahre von der US-Luftwaffe verwendet. Der Begriff umfasste zunächst jedes Flugobjekt, das nicht registrierte Flüge durchführte oder sich nicht identifizierte. Dazu zählten auch geheime Versuchsflugzeuge oder mögliche neuartige Fluggeräte des Ostblocks.
Im Prinzip ist zunächst jedes fliegende Objekt am Himmel ein UFO, allerdings nur solange, bis es identifiziert worden ist.
Die Geschichte hält eine Menge Irrtümer bereit. Kleopatra zum Beispiel. Sie war der letzte weibliche Pharao von Ägypten, aber deshalb war sie noch lange keine Ägypterin.
Kleopatra VII., also die, die wir aus dem Geschichtsbuch und von Asterix kennen, regierte von 51 bis 30 vor Christus und war die letzte Königin des ägyptischen Ptolomäerreiches.
Sie stammt aus altmakedonischem Adel, einer ihrer Vorfahren war Offizier unter Alexander dem Großen. Kleopatra war also durch und durch Griechin.
Sie sind einfach herzustellen und können eine Menge Schaden anrichten: Molotow-Cocktails. Doch anders als der Name vermuten lässt, wurden sie nicht in Russland erfunden.
Die ersten Molotow-Cocktails kommen aus Finnland. Erstmals eingesetzt wurden die benzingefüllten und mit brennenden Stofffetzen versehenen Flaschen im Winterkrieg 1939/40 von Finnen, die sie gegen Panzer der russischen Invasoren schleuderten.
Den Namen haben die einfachen Bomben, weil sie gegen die Truppen des damaligen sowjetischen Außenministers gerichtet waren: Wjatscheslaw Michailowitsch Molotow - hier mit seiner Frau. (Text: Friedbert Baer, Fotos: dpa, AP, Reuters)
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