Deutschlandbesuch im September 2006: Papst Benedikt XVI.
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Bayern im Papst-Fieber: Benedikt XVI. besuchte im September 2006 seine Heimat.Bild 1 von 77 München, Altötting, Marktl am Inn, Regensburg und Freising waren die Stationen des 79-jährigen Oberhaupts der katholischen Kirche.Bild 2 von 77 Der Mann aus Rom mutete sich dabei einiges zu. 17 Termine in fünf Tagen, allein sechs Messen und Gottesdienste, Treffen mit Gläubigen, Ansprachen an der Universität Regensburg und vor Priestern in Freising.Bild 3 von 77 Bei seinem Besuch in Bayern gönnte sich Joseph Ratzinger keine Ruhe.Bild 4 von 77 Wie schon nach seiner Wahl zum Papst am 19. April 2005 beherrschte Benedikt XVI. die Schlagzeilen der deutschen und internationalen Presse. Das lenkt den Blick zurück zu Benedikts Wurzeln.Bild 5 von 77 Joseph Ratzinger (links) wurde am 16. April 1927 an einem Karsamstag in Marktl am Inn geboren. Sein Vater Josef (1877-1959) war Gendarmeriemeister und seine Mutter Maria Köchin. Mit auf dem Bild von 1938 sein Bruder Georg und seine Schwester Maria.Bild 6 von 77 Noch am Morgen seines Geburtstages wurde der kleine Joseph mit dem geweihten Osterwasser getauft. "Dass mein Leben so von Anfang an ins Ostergeheimnis eingetaucht war, hat mich immer mit Dankbarkeit erfüllt", schrieb Ratzinger in seinen Erinnerungen. Dieses Familienfoto stammt aus dem Jahre 1951.Bild 7 von 77 Joseph Ratzingers Geburtshaus in Marktl am Inn. Eltern und Geschwister berichteten ihm von tiefem Schnee und klirrender Kälte an seinem Geburtstag.Bild 8 von 77 Das Umfeld, in dem Ratzinger aufwuchs, war tief religiös. Er sprach mit großer Hochachtung von seinen Eltern. "Auf Mutter ruhte die Last der Hausarbeit", schrieb er. Maria Ratzinger starb 1963. Sie wurde 79 Jahre alt.Bild 9 von 77 Foto von Ratzingers älterer Schwester aus einer Todesanzeige.Bild 10 von 77 Joseph Ratzinger mit seinem Bruder Georg im Gurktal vor der Strassburg auf einem undatierten Archivbild. Georg Ratzinger wurde später Domkapellmeister am Regensburger Dom und "Chef" der Regensburger Domspatzen.Bild 11 von 77 1939 trat Joseph Ratzinger ins erzbischöfliche Knabenseminar St. Michael in Traunstein ein. Dort fiel der Einser-Schüler durch besonderen Ehrgeiz auf. Wie alle Seminaristen wurde er 14-jährig zwangweise in die Hitler-Jugend aufgenommen.Bild 12 von 77 1943 wurde Ratzinger als Flakhelfer in München eingesetzt. "Ich musste jetzt ein sehr eigenartiges Internat auf mich nehmen", schrieb er in seinen Erinnerungen.Bild 13 von 77 Das englische Boulevardblatt "Sun" schlachtete diese Fakten nach Ratzingers Wahl zum Papst aus.Bild 14 von 77 Ratzinger überlebte den Krieg und studierte von 1946 bis 1951 Katholische Theologie und Philosophie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Freising. Joseph Ratzinger (rechts) und sein Bruder Georg ...Bild 15 von 77 ... wurden zusammen mit 42 anderen jungen Männern am 29. Juni 1951 in Freising zu Priestern geweiht, die Primizfeier fand am 8. Juli statt..Bild 16 von 77 Mit gerade einmal 30 Jahren begann Joseph Ratzinger in Freising, Dogmatik zu lehren. Dann erhielt er einen Ruf nach Bonn, wo er von 1959 bis 1963 Ordinarius für Fundamentaltheologie war. Ratzinger galt als fortschrittlicher Theologe.Bild 17 von 77 Seine Liebe gehört der Wissenschaft; er war Professor mit Leib und Seele. Nach einer Station in Münster folgte die Lehrtätigkeit in Tübingen. Dort geriet Ratzinger 1968 in die Studentenunruhen. 1969 zog er sich nach Bayern zurück und arbeitete an der Universität Regensburg.Bild 18 von 77 In seinem Werk "Einführung in das Christentum" kritisierte der mittlerweile 41-Jährige im Jahre 1968, dass die katholische Kirche zu zentralistisch und zu stark von Rom kontrolliert sei.Bild 19 von 77 Ein wichtiger Fakt in Ratzingers Biographie ist die Reise zum II. Vatikanischen Konzil im Jahre 1962.Bild 20 von 77 Dieses war von Papst Johannes XXIII. einberufen worden, um Reformen in der katholischen Kirche einleiten zu können.Bild 21 von 77 Ratzinger war Berater des Kölner Kardinals Joseph Frings. Am Ende der ersten Sitzungsperiode wurde er sogar zum offiziellen Konzilstheologen ernannt.Bild 22 von 77 Nach Ende des Konzils 1965 - hier mit Papst Paul VI. - war Ratzinger in Kirchenkreisen bekannt.Bild 23 von 77 Am 25. März 1977 ernannte ihn Paul VI. zum Erzbischof von München und Freising.Bild 24 von 77 Am 28. Mai 1977 empfing Ratzinger die Bischofsweihe. Als Bischofs-Motto wählte er "Mitarbeiter der Wahrheit".Bild 25 von 77 Den Abschied von der Hochschule nannte Ratzinger später eine schwierige Entscheidung: "Mit der Bischofsweihe beginnt auf dem Weg meines Lebens die Gegenwart."Bild 26 von 77 Im Konsistorium vom 27. Juni 1977 kreierte Papst Paul VI. Erzbischof Joseph Ratzinger zum Kardinalpriester mit der Titelkirche "Santa Maria Consolatrice al Tiburtino".Bild 27 von 77 1978 nahm der Münchner Erzbischof an zwei Papstwahlen teil. Am 26. August begann Johannes Paul I. sein sehr kurzes Pontifikat. Er starb bereits am 28. September.Bild 28 von 77 Am 17. Oktober 1978 wurde der Pole Karol Wojtyla zum Papst gewählt. Er gab sich den Namen Johannes Paul II.Bild 29 von 77 Unter dem neuen Kirchenoberhaupt wuchs der Einfluss von Joseph Kardinal Ratzinger.Bild 30 von 77 1980 war er Referent in der 5. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode zum Thema "Die Sendung der christlichen Familie in der Welt von heute".Bild 31 von 77 Danach folgte der Ruf aus Rom. Johannes Paul II. ernannte Kardinal Ratzinger am 25. November 1981 zum Präfekten der Glaubenskongregation und zum Präsidenten der Päpstlichen Bibelkommission und der Internationalen Theologenkommission.Bild 32 von 77 Am 15. Februar 1982 verzichtete Ratzinger auf die Leitung der Erzdiözese München und Freising und ging für immer nach Rom.Bild 33 von 77 Am 28. Februar 1982 wurde der Kardinal feierlich nach Rom verabschiedet. Unvergessen ist die launige Rede, ...Bild 34 von 77 ... die der damalige bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß aus diesem Anlass hielt.Bild 35 von 77 Unterdessen festigte sich in Deutschland das Bild von Ratzinger als konservativem "Panzerkardinal".Bild 36 von 77 Er wandte sich gegen die vor allem in Lateinamerika tätigen Befreiungstheologen. Zu ihnen gehörte der Bischof von San Cristobal de las Casas im mexikanischen Bundesstaat Chiapas, Samuel Ruiz Garcia.Bild 37 von 77 Später erzwang er den Ausstieg der deutschen katholischen Kirche aus der Schwangeren-Konfliktberatung. Gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften und künstliche Formen der Empfängnisverhütung lehnt Ratzinger ab.Bild 38 von 77 Er scheute dabei keine theologische Auseinandersetzung mit einigen deutschen Bischöfen (auf dem Foto mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann).Bild 39 von 77 Ratzinger befand sich dabei in völliger Übereinstimmung mit Papst Johannes Paul II.Bild 40 von 77 Und der Kardinal schrieb viele Bücher. In "Salz der Erde" nimmt er umfassend Stellung zu den dringendsten Problemen der Kirche und der Gläubigen in der heutigen Zeit.Bild 41 von 77 Eine Welt, in der die "Gottesfrage ausgeklammert" ist, eine Welt ohne Glauben ...Bild 42 von 77 ... und ohne religiöse Dimension - das ist die Schreckensvision, die den Kirchenmann aus Bayern umtreibt.Bild 43 von 77 Ratzingers Erinnerungen erscheinen 1997. Hier erzählt er freimütig aus seinem Leben. Ratzingers Publikationsliste umfasst mehr als 600 Titel.Bild 44 von 77 Eigentlich wollte Joseph Ratzinger weiter Kardinal bleiben, ...Bild 45 von 77 ... Vorträge zu wichtigen theologischen Fragen halten ...Bild 46 von 77 ... und publizieren. Doch es sollte anders kommen.Bild 47 von 77 Am 2. April 2005 starb Papst Johannes Paul II. nach langer, schwerer Krankheit. Das Pontifikat des 84-Jährigen umfasst einen Zeitraum von mehr als 26 Jahren.Bild 48 von 77 Papst Johannes Paul II. hatte Joseph Ratzinger Jahre zuvor in den Rang eines Kardinal-Bischofs erhoben.Bild 49 von 77 Hunderte Millionen Menschen fragten sich: Wer wird der Nachfolger dieses konservativen, aber dennoch sehr populären Papstes?Bild 50 von 77 Immer wieder wurde Joseph Ratzinger genannt. Doch der Bayer war mittlerweile 78 Jahre alt, denkbar schlechte Voraussetzungen für ein langes Pontifikat.Bild 51 von 77 Ratzinger leitete die Trauerfeierlichkeiten für Johannes Paul II.Bild 52 von 77 Er segnete den Sarg des verstorbenen Papstes mit Weihrauch.Bild 53 von 77 Hunderttausende verfolgten auf dem Petersplatz in Rom die Trauerzeremonie.Bild 54 von 77 Am 18. April trat das Kardinalskollegium zur Wahl eines neuen Papstes zusammen. Hier die Kardinäle während der Messe vor der Wahl in der Sankt-Peter-Basilika.Bild 55 von 77 Blick in die Sixtinische Kapelle. Dort fand die Wahl des neuen Kirchenoberhaupts statt.Bild 56 von 77 Am 19. April 2005 war es soweit; weißer Rauch stieg auf. Der Nachfolger von Johannes Paul II. war gefunden worden. Nur vier Wahlgänge waren notwendig.Bild 57 von 77 "Habemus Papam": Die Gläubigen jubelten auf dem Petersplatz.Bild 58 von 77 Joseph Ratzinger betritt schüchtern den Balkon. Der Kelch ist nicht an ihm vorübergegangen. Er ist der neue Papst.Bild 59 von 77 Er nennt sich Benedikt XVI. Nach mehr als 500 Jahren gibt es wieder einen deutschen Papst.Bild 60 von 77 Am 24. April 2005 wird das neue Oberhaupt der katholischen Kirche auf dem Petersplatz in sein Amt eingeführt.Bild 61 von 77 Benedikt wird bis zu seinem Lebensende auf dem Stuhl Petri sitzen. Die neue Aufgabe wird den zerbrechlich wirkenden Mann voll fordern.Bild 62 von 77 Besonders stolz zeigen sich an diesem Tag der deutsche Bundeskanzler und der bayerische Ministerpräsident.Bild 63 von 77 Auch Ratzingers Bruder Georg war nach Rom gekommen. Er hatte in einem Interview die Sorge geäußert, dass der neue Papst die großen Mühen des Amtes gesundheitlich nicht durchstehen könnteBild 64 von 77 Revolutionäre Neuerungen gehen vom Papst aus Bayern in den ersten 14 Monaten seiner Amtszeit nicht aus. Er sucht den Dialog und trifft sich unter anderem mit dem Kirchenkritiker Hans Küng.Bild 65 von 77 Seine erste Reise führt ihn im August 2005 zum Weltjugendtag nach Köln. Eigentlich wollte er sich - anders als sein Vorgänger - mit dem Reisen zurückhalten.Bild 66 von 77 Doch mittlerweile kann der schüchterne Mann ...Bild 67 von 77 ... das Bad in der Menge auch genießen.Bild 68 von 77 Großer Jubel vor dem Kölner Dom. Benedikt kam in diesen Tagen ...Bild 69 von 77 ... bei den jungen Gläubigen sehr gut an.Bild 70 von 77 Legendär sind die Bilder von der Schifffahrt des Papstes auf dem Rhein.Bild 71 von 77 Zehntausende Menschen säumten das Ufer und jubelten dem Pontifex zu.Bild 72 von 77 Gerade in Deutschland will Benedikt seine Botschaft an die Menschen bringen - gerade weil Deutschland in Glaubensfragen doch ein "schwieriges Land" ist.Bild 73 von 77 Auch Begegnungen mit Spitzenpolitikern gehören zum Programm des Papstes. Hier ein Treffen mit dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder und dessen Frau Doris.Bild 74 von 77 Auch Schröders Nachfolgerin Angela Merkel und ihr Mann Joachim Sauer genossen sichtlich die Gesellschaft des Papstes.Bild 75 von 77 "Glauben ist schwierig geworden", sagte Benedikt in einem Fernsehinterview. Es gebe eine "Kälte gegenüber Gott".Bild 76 von 77 Trotzdem ist Benedikt sicher: Das Christentum "ist aber nicht für die Mottenkiste bestimmt".Bild 77 von 77
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