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Sisyphos lässt grüßen: Sand für Sylt

 
Die jüngsten Stürme im Januar 2007 haben der Nordsee-Insel Sylt schwer zugesetzt.

Die jüngsten Stürme im Januar 2007 haben der Nordsee-Insel Sylt schwer zugesetzt.

An der Südspitze beträgt der Landverlust nach Orkan "Fritz" und dem stürmischen Wochenende 30 bis 50 Meter, schätzt der Vorsitzende des Landschaftszweckverbandes Sylt, Helge Jansen.

In Kampen brechen die Nordseewellen bereits Stücke aus dem Kliff, dem alten Kern der Insel.

Zwischen Westerland und Wenningstedt greift das Meer die Vordünen an.

Vielerorts ist der künstlich zum Schutz der Insel aufgespülte Strand völlig abgetragen.

Allein am Wochenende (13./14. Januar) seien 100.000 Kubikmeter Sand verloren gegangen, schätzt Jansen. "Unser Problem ist, dass wir permanent Sturm haben."

Gegen den Sturm kämpfen die Sylter bereits seit Jahrhunderten.

Im 19. Jahrhundert versuchte man es - wie an vielen Stränden an Nord- und Ostsee - mit so genannten Holzpfahlbuhnen.

Die Holzbuhnen wurden später durch Metall- und Stahlbetonbuhnen ersetzt.

Der Aufwand brachte jedoch nicht viel, ...

... sondern war an einigen Stellen sogar kontraproduktiv, ...

... da durch die Buhnen ein Neerstrom erzeugt wurde, ...

... der auf der windabgewandten Seite für die so genannte Lee-Erosion sorgte.

Nichts verstanden? Das hatten die Strömungsforscher auch nicht.

Denn das Problem wiederholte sich. In den 1960er Jahren setzte Sylt auf die in Frankreich entwickelten ...

... Tetrapoden.

Sie sollten bei Sturmfluten als Wellenbrecher dienen.

Auch diese Maßnahme erwies sich als wenig geeignet, um den Landverlust zu stoppen.

Die Tetrapoden brachen zwar die Wellen, sorgten aber nicht dafür, dass neuer Sand sich ablagerte.

Häufig wurden die bis zu sechs Tonnen schweren Betonteile unterspült und versanken im Sand.

Im Süden der Insel finden sich noch heute größere Ansammlungen von Tetrapoden.

Vor allem dort sorgten sie - wie bereits die Buhnen - dafür, dass Sand weggespült wurde.

Bislang hilft gegen den Landverlust nur eines: Sand wird künstlich vor die Küsten gespült. Dies geschieht seit den 1980er Jahren.

Die Arbeit ist aufwändig: An den Stränden verteilen Bagger und Bulldozer Sand, der von Saugbaggerschiffen - so genannten Hobber-Baggern - vor die Küsten gepumpt wird.

Die Hopper-Bagger saugen den Sand vom Meeresboden und bringen ihn über eine Rohrleitung an den Strand.

Sisyphos lässt grüßen: Bei der nächsten Sturmflut wird der Sand wieder abgetragen. Die Idee dahinter ist, dass nur der künstlich angespülte Sand abgetragen wird und die natürliche Küstenlinie erhalten bleibt.

2006 wurden 1,2 Millionen Kubikmeter Sand künstlich aufgespült.

Das ist nicht billig. Jährlich werden rund fünf Millionen Euro dafür ausgegeben, für 2007 versprach Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (links) zusätzlich 14 Millionen Euro für die nächsten drei Jahre. Insgesamt sollen für den Erhalt der Insel bereits 100 Millionen Euro ausgegeben worden sein.

Der Kampf gegen das Wasser ist voller Rückschläge. Haus Kliffende war einst 50 Meter von der Küste entfernt, ...

... nach einem Sturm 1999, bei dem auch dieses Haus zerstört wurde, ...

... stand es plötzlich fast in der Nordsee.

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