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Der Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko dauert an.
An den Küsten werden Vögel saubergeschrubbt ...
... und Barrieren gesichert, ...
... auf See gehen die Versuche weiter, das sprudelnde Öl zu stoppen.
Ein neuer Versuch des Ölkonzerns BP, das Bohrloch am Meeresgrund zu verschließen, war am Donnerstagabend (Ortszeit) zunächst ohne durchschlagenden Erfolg geblieben.
Es könne noch bis zum Wochenende dauern, bis feststehe, ob die Operation "Top Kill" funktioniere, sagte BP-Manager Doug Suttles in Robert, Louisiana.
Bei der "Top Kill"-Methode werden teilweise mehr als 8000 Liter Schlamm pro Minute durch das Sicherheitsventil ("Blowout Preventer"), das auf dem Bohrloch sitzt, gegen den Ölstrom gepumpt.
Aussagen der US-Küstenwache, der Austritt von Öl und Gas sei dadurch am Donnerstag für kurze Zeit unterbrochen worden, bestätigte Suttles nicht. Die Menge sei für eine gewisse Zeit deutlich geringer gewesen, sagte er.
BP analysiere nach jedem Schlammstoß, mit welchem Druck das Öl aus der Quelle nach oben strömt. "Wir hören auf zu pumpen und messen. Wenn der Druck wieder steigt, dann fangen wir wieder an zu pumpen", sagte Suttles.
Erst wenn der Gegendruck niedrig genug sei, um das Bohrloch mit Zement schließen zu können, sei die Operation erfolgreich beendet.
In der Zwischenzeit würden die drei Versorgungsschiffe an der Meeresoberfläche mit neuem Bohrschlamm aufgefüllt. Die Frage, ob BP während der Aktion der Schlamm ausgegangen sei, verneinte Suttles.
Doch BP bleibt demonstrativ optimistisch: Für den Fall des Scheiterns stünden bereits Ersatzmethoden bereit. Darunter ein zweiter "Blowout Preventer", der auf den ersten gesetzt werden kann, um den Ölfluss zu stoppen.
Zudem sei ein 1,50 Meter hoher Zylinder aus Stahl einsatzfertig, der über das größere von zwei Lecks in einem Steigrohr gestülpt werden könnte, aus denen seit mehr als vier Wochen das Öl ins Meer strömt.
Über eine Leitung an dem Zylinder könnte das aufgefangene Öl-Wasser-Gemisch nach oben in ein Schiff gepumpt werden. Vor mehr als drei Wochen war das Ölunternehmen mit einem ähnlichen Versuch gescheitert.
Die Ölplattform "Deepwater Horizon" war am 20. April explodiert und am 22. April gesunken.
Regierungs-Experten zufolge hat die Ölpest mittlerweile die zuvor schlimmste in den USA - gemessen an der Menge - von 1989 übertroffen.
Damals war der Tanker "Exxon Valdez" vor der Küste Alaskas verunglückt.
Als Konsequenz aus der Ölkatastrophe kündigte US-Präsident Barack Obama eine härtere Gangart gegenüber der Ölindustrie an. "Diese Ölpest hat gezeigt, wie sehr Reformen nötig sind", sagte er.
Es werde für die Firmen künftig wesentlich schwerer, Genehmigungen für Bohrungen in tiefen Küstengewässern zu erhalten. Außerdem würden die Sicherheitsanforderungen verschärft.
Obama sagte, er wolle die "behagliche und manchmal korrupte Beziehung" zwischen den Behörden und der Ölindustrie beenden.
Als Sofortmaßnahme verlängerte die Regierung den Zeitraum, in dem keine neuen Tiefsee-Ölbohrungen zugelassen wird, um sechs Monate. Dieses Moratorium war nach dem Unglück verhängt worden.
Dennoch ist klar: Solange in der Tiefsee nach Öl gebohrt wird, wird es Ölkatastrophen geben. "Wir haben die Sache schlicht und ergreifend nicht vollständig im Griff", sagte der Erdölgeologe Wolfgang Blendinger n-tv.de
"Es ist nicht so, dass bald jeden Tag ein Unfall zu erwarten ist, aber es kracht halt regelmäßig. Das kann man letztlich nicht verhindern."
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