Pünktlich zum Beginn des neuen Jahres wurde das Unwort des Jahres 2007 gekürt. Bei der 17. Unwort-Suche hat die sechsköpfige Jury aus insgesamt 969 verschiedenen Vorschlägen von 1760 Einsendern ausgewählt.Bild 1 von 33 Dabei wurde klar: Auch Worte können Karriere machen. Die Herdprämie schaffte es vom Vize-"Wort des Jahres" zum unangefochtenen Unwort des Jahres 2007, mit der Begründung, ...Bild 2 von 33 ... dass das Wort Eltern diffamiere, "insbesondere Frauen, die ihre Kinder zu Hause erziehen, anstatt einen Krippenplatz in Anspruch zu nehmen".Bild 3 von 33 Die sechs Juroren haben ein "ganzes Wortfeld" ausgemacht, das diese Diffamierungsabsicht deutlich werden lasse, zum Beispiel "Aufzuchtprämie", "Gluckengehalt".Bild 4 von 33 Eine etwas unverständliche Wortschöpfung schafft es auf Platz zwei. "Klimaneutral" - was ist das eigentlich?Bild 5 von 33 Mit dem Begriff werde versucht, "für eine Ausweitung des Flugverkehrs oder eine Steigerung anderer CO2-haltiger Techniken zu werben, ohne dass dabei deutlich wird, wie diese Klimabelastungen 'neutralisiert' werden sollen", lautet die Kritik der Jury.Bild 6 von 33 Mit Rang drei wird ein Wort aus dem Munde eines Gottesmannes gerügt. Kardinal Joachim Meisner hatte Kunst und Kultur als "entartet" bezeichnet, wenn sie ihre religiöse Bindung verliere.Bild 7 von 33 "Entartete Kunst war ein NS-Schlüsselbegriff, mit dem missliebige Künstler und ihre Werke diffamiert und 'beseitigt' wurden", tadelte die Jury.Bild 8 von 33 Das "Börsen-Unwort des Jahres", von Maklern, Wertpapierhändlern und Analysten der Düsseldorfer Börse gekürt, lautet "Subprime".Bild 9 von 33 Damit werde die Bewertung von Hypotheken-Darlehen beschönigt, die in Wahrheit hochriskant seien und 2007 in den USA und dann auch in Deutschland finanzielle Schäden größten Ausmaßes mit noch immer nicht ganz überschaubaren Folgen verursacht hätten.Bild 10 von 33 Während das "Unwort" ein besonders krasses Missverhältnis zwischen Wort und Sache treffen soll, werden als "Wort des Jahres" die 10 prägendsten Begriffe gewählt.Bild 11 von 33 Ende des Jahres hatte sich bereits die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) ins Gespräch gebracht und wie bereits in den 36 Jahren zuvor das "Wort des Jahres" gekürt.Bild 12 von 33 Die "Klimakatastrophe" wurde auf Platz 1 gesetzt. "Dieser Ausdruck kennzeichnet prägnant die bedrohliche Entwicklung, die der Klimawandel nimmt", erklärte die Jury.Bild 13 von 33 Tatsächlich gibt es kaum ein anderes Thema, das in den letzten zwölf Monaten eine ähnliche Dominanz in der medialen Aufmerksamkeit ausüben konnte.Bild 14 von 33 Wann uns die Klimakatastrophe ereilt, ob sie überhaupt kommt und was wir sinnvollerweise gegen den Klima-Kollaps tun können, ist noch nicht abschließend geklärt.Bild 15 von 33 Auf dem zweiten Rang das schon angekündigte Déjà-vu. Die Prämie steht laut GfdS für die "aktuelle innenpolitische Diskussion um den Ausbau von Kinderkrippen und um das Betreuungsgeld für Eltern, die ihre Kinder zu Hause erziehen".Bild 16 von 33 Kritiker bemängeln, dass das als Herdprämie verspottete Betreuungsgeld schnell zu einer Schnapsprämie werden könnte, wenn Mütter und Väter das Geld nicht in den Nachwuchs, sondern den Nachschub investieren, daher ... siehe oben.Bild 17 von 33 Mit "Raucherkneipe" wird ein Wort im Zusammenhang mit dem Rauchverbot bzw. dem Nichtraucherschutz auf Rang 3 gesetzt.Bild 18 von 33 In Kneipen ist das Rauchen bald nur noch in abgetrennten Räumen zulässig, die zudem kleiner sein müssen als der Hauptgastraum.Bild 19 von 33 Jetzt wird's kompliziert: "Arm durch Arbeit".Bild 20 von 33 "Eine Wendung", so die Jury, "die eine besorgniserregende Entwicklung im Wirtschaftsleben und auch die Debatte um Mindestlöhne betrifft. Geringe Verdienste erlauben es vielen nicht, mit ihrer Arbeit den Lebensunterhalt zu bestreiten."Bild 21 von 33 Eine mittlere Platzierung für die "Dopingbeichte". Da können einem schon mal die Tränen kommen.Bild 22 von 33 Die GfdS macht besonders auf die Dopingvorkommnisse und Dopinggeständnisse im Rahmen der diesjährigen Tour de France aufmerksam, "die denn auch als 'Tour de Farce' bezeichnet worden ist".Bild 23 von 33 Nicht neidisch werden. Sie hätten ja auch als Dreher bei VW anfangen und sich dann zum Betriebsratschef hocharbeiten können.Bild 24 von 33 So bleibt Ihnen als "Sesselfurzer" nur der Trost: Es ist vorbei. Auch bei VW fliegen die Gespielinnen nicht mehr aus Brasilien ein, sondern kommen aus, na sagen wir, Helmstedt oder Gifhorn.Bild 25 von 33 "Second Life" setzte die Jury auf Rang 7. Nun, da sind die Damen und Herren wohl etwas spät dran.Bild 26 von 33 Denn wann haben Sie zuletzt von einsamen Herzen gelesen, die in Second Life Anschluss suchen? Sehen Sie.Bild 27 von 33 Es lebe also das reale Leben mit echten Helden und Heldentaten.Bild 28 von 33 Hier ist einer von Ihnen: Innenminister Schäuble will uns schützen und auch auf Ihre Festplatte zugreifen können. Kleinere technische Details müssen allerdings noch geklärt werden.Bild 29 von 33 Hier stutzt man wieder. Das Wort war bisher nicht Bestandteil unseres aktiven Wortschatzes.Bild 30 von 33 Die GfdS klärt auf: "Es gilt dem nach wie vor zu hohen Benzinverbrauch mancher PKWs (viele deutsche Autos sind immer noch zu spritdurstig)."Bild 31 von 33 Sie dachten, er schafft es nicht? Doch. Und ehrlich: Er hätte eine bessere Platzierung verdient.Bild 32 von 33 Knut ist so etwas Ähnliches wie die Klimakatastrophe (siehe oben). Und irgendwie ist es ja sogar das Gleiche. (Alle Fotos: AP, dpa)Bild 33 von 33