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Ladies and Gentlemen, the President of the United States: Mr. Barack Hussein Obama.
Wow - das war ein Kampf! Bis zum Schluss! Aber nun ist es entschieden!
Obama hat die Welt der US-Demokraten und dann die politische Welt der Vereinigten Staaten auf den Kopf gestellt.
In nur vier Jahren hat er den Weg vom Lokalpolitiker in Illinois zum ersten schwarzen Präsidenten der Weltmacht USA zurückgelegt.
Geholfen hat ihm dabei nicht zuletzt "Das Wagnis der Hoffnung", so der Titel eines Obama-Buches aus dem Jahr 2006.
Der mitreißende Senator entschied zunächst den innerparteilichen Kampf gegen Hillary Clinton für sich und startete dann seinen beispiellosen Marsch ins Weiße Haus.
Dabei hat er nicht nur die Anhänger der Demokraten politisch verzaubert. Er sei mutig, voller Urteilskraft und politischer Intelligenz, ...
... schwärmten die Kommentatoren von der Kraft des 47-Jährigen. Er habe die Fähigkeit, die Menschen zu inspirieren.
Zu Zehntausenden kamen die Menschen in Hallen und Stadien zusammen, um seine Botschaft zu hören: "Yes, We Can."
Zudem ist Obama ein eindrucksvoller Mann. Sein Biograf Christoph von Marschall im Januar bei n-tv.de: "Er sieht gut aus, hochgewachsen, schlank, sportlich, er hat ein anziehendes Lächeln, er kann gut Kontakt zu Menschen aufbauen, er ist ein guter Redner. ...
... Viele haben regelrecht einen Glanz in den Augen, wenn sie ihn erlebt haben, es hat fast etwas Religiöses."
Immer wieder wird er mit dem von 1961 bis 1963 amtierenden Präsidenten John F. Kennedy verglichen, als der "schwarze Kennedy" oder "JFK in Schwarz" wurde er zu Beginn seiner Kandidatur bezeichnet, ....
... doch selbst dieser Ritterschlag war irgendwann nicht mehr genug. Er vereine "Jacks vorausweisende ironische Coolness" mit "Bobbys ernstem, inspirierenden Eifer", schrieb der "New Yorker".
Der inzwischen schwer erkrankte Ted Kennedy, der einzige Überlebende der Kennedy-Brüder, sagte Obama seine Unterstützung zu.
Er sehe in Obama einen "Hoffnungsträger und Visionär", genau das, was das Land brauche. Obama mache die Hoffnung für alle lebendig, "die noch an den amerikanischen Traum glauben".
JFKs Tochter Caroline verglich Obama mit ihrem Vater und nannte ihn "den Präsidenten, den wir brauchen".
Auch Ted Kennedys Sohn, der Kongressabgeordnete Patrick Kennedy (links) ...
... und Kennedy-Nichte und Schwarzenegger-Gattin Maria Shriver unterstützten Obama. Shriver nannte ihn einen "Träumer und Führer".
Die Superlative reichten Obamas Anhängern kaum aus, um auszudrücken, was sie in ihm sehen und von ihm erhoffen.
Aus dem "frischen Gesicht", dem "schimmernden Stern am demokratischen Himmel" wurde ein "politischer Rockstar", der den Amerikanern den Glauben an sich selbst zurückzugeben schien ...
... und selbst im fernen Berlin die Massen begeisterte.
Die Lebensgeschichte des Barack Obama liest sich in der Tat wie der wahr gewordene amerikanische Traum.
1961 kommt Obama in Honolulu zur Welt, seine Eltern hatten sich am East-West-Center der Universität von Hawaii kennengelernt, ...
... wo sowohl sein aus Kenia stammender Vater als auch seine amerikanische Mutter studierten.
Obama ist stolz auf seine afrikanischen Wurzeln. Das Bild zeigt ihn mit seiner Großmutter Sarah Hussein Obama im kenianischen Nyongoma Kogelo. Er besucht sie, so oft er kann.
Die Ehe der Eltern hält allerdings nicht lange.
Der Vater verlässt die Familie. Sie sehen sich nur noch einmal wieder, als Obama zehn Jahre alt ist. Obama senior stirbt 1982 bei einem Autounfall in Kenia.
Nach der Scheidung 1963 geht die Mutter mit Barack nach Jakarta. Sie hatte inzwischen einen Indonesier geheiratet.
Vier Jahre lang geht Obama hier zur Schule - unter anderem auf eine islamische Schule, was im Wahlkampf in den USA für Aufregung sorgte.
Ab 1971 lebt Obama wieder auf Hawaii, ...
... wo er bei den Eltern seiner Mutter aufwächst.
Nur wenige Tage vor der Wahl unterbricht er seinen Wahlkampf, um ans Krankenbett seiner im Sterben liegenden Großmutter zu eilen. Eine menschliche Geste, die ihm viele hoch anrechnen.
Nach dem High-School-Abschluss 1979, ...
... den er mit Auszeichnung ablegt, ...
... studiert Obama Politikwissenschaften mit dem Schwerpunkt Internationale Beziehungen. 1983 macht er seinen Abschluss.
Zunächst geht er den Weg eines aufstrebenden Jung-Akademikers und arbeitet für ein Wirtschaftsberatungsunternehmen, ...
... dann aber wechselt er zu einer gemeinnützigen Organisation in Chicago, die Einwohnern armer Viertel hilft.
Doch es zieht ihn zurück an die Uni.
1988 studiert er wieder, diesmal Jura an der Elite-Uni Harvard.
1990 wird er als erster Afroamerikaner zum Präsidenten der renommierten Fachzeitschrift "Harvard Law Review" gewählt - ein perfektes Sprungbrett für eine Karriere als Anwalt. Doch Obama geht einen anderen Weg.
Er schreibt sein erstes Buch (das zunächst mäßig erfolgreich ist) und kehrt 1992 nach Chicago zurück, wo er bis heute lebt. Ab 1993 arbeitet er in einer auf Bürgerrechte spezialisierten Anwaltskanzlei.
Außerdem lehrt er bis zu seiner Wahl in den US-Senat 2004 Verfassungsrecht an der Fakultät für Rechtswissenschaft der University of Chicago.
Anfang der 90er Jahre beginnt auch seine politische Aktivität; er organisiert eine politische Kampagne, um afroamerikanische Wähler zu registrieren und zu mobilisieren.
1996 wird er selbst in den Senat des Staates Illinois gewählt.
Im Jahr 2000 unternimmt er einen Versuch, ins US-Repräsentantenhaus gewählt zu werden, scheitert jedoch - rückblickend ein Glück, ...
... denn 2004 kann er so in Illinois für den US-Senat kandidieren.
All diese Schritte mögen nur politisch Eingeweihten aufgefallen sein, doch im Juli 2004 tritt Obama erstmals ins nationale Rampenlicht. Er steht gerade im Wahlkampf um den Senatorenposten ...
... und hält als vielversprechendes Talent auf dem Kongress der Demokraten (hier mit Kandidat John Kerry) vor der Präsidentschaftswahl die Grundsatzrede.
Er erinnert daran, wie seine eigene Familie dem amerikanischen Traum gefolgt ist und er kritisiert den Krieg im Irak.
Mit seinem Aufruf, "Hoffnung zu wagen", reißt er das Parteivolk mit. Sein Slogan beschwört die Einheit: "Es gibt kein liberales Amerika und kein konservatives Amerika. Es gibt nur die Vereinigten Staaten von Amerika."
Den Sprung aus dem Senat in Springfield - der Hauptstadt von Illinois - in den Senat von Washington gelingt ihm mit 70 Prozent der Stimmen. Er ist der einzige Afroamerikaner in der kleineren Kongresskammer und erst der fünfte schwarze US-Senator in der Geschichte der USA.
Bereits in den Jahren 2005 und 2006 initiiert Senator Obama zahlreiche Entwürfe und Beschlüsse.
In seinem ersten eigenen Gesetzentwurf geht es um mehr Geld für einkommensschwache Collegestudenten - das Gesetz kommt nicht zu Stande. Zudem legt er einen Plan für einen phasenweisen Abzug aus dem Irak vor.
Am 10. Februar 2007 verkündet er am selben Ort, an dem Abraham Lincoln seine berühmte "House Divided"-Rede gegen die Sklaverei gehalten hatte ("A house divided against itself cannot stand"), in Springfield, seine Präsidentschaftskandidatur.
Einen solchen Schritt hatte der Professor für Rechtswissenschaft lange mit Verweis auf seine begrenzte politische Erfahrung ausgeschlossen.
Der zweifache Vater fürchtete auch eine zu große Belastung für seine Familie.
Doch nun steht der Senator aus Illinois für den ersehnten Wechsel in der Politik und für ein neues Amerika, dass die Agonie und Ablehnung der Bush-Jahre hinter sich lässt.
Politisch wird Obama zur Mitte der Demokraten gezählt.
Allerdings übte er scharfe Kritik am Irakkrieg der Bush-Administration. Bereits 2003 verurteilte er den Einmarsch im Irak, ...
... nun schwebt ihm ein 16-Monats-Abzugsplan vor, damit sich die USA mehr auf Afghanistan konzentrieren können.
US-Medien beschrieben Obama als "liberal mit Brückenschlag zu den moderaten Konservativen". Er wägt politische Stellungnahmen sorgfältig ab.
Doch Obama hatte auch Defizite, und er ging offensiv mit ihnen um. International war er (noch) ein unbeschriebenes Blatt. Dieser Kritik trat er mit einer siebentägigen Tour durch acht Staaten entgegen.
Mit der Ernennung von Joe Biden zu seinem Vizepräsidentschaftskandidaten holte er zudem einen erfahrenen Politfuchs an seine Seite.
Als weiteres Handicap galt seine Hautfarbe. Noch nie in der Geschichte der USA hatte ein Afroamerikaner den Sprung ins Weiße Haus geschafft.
Befürchtet wurde der Bradley-Effekt, ein in Umfragen nicht zu erfassender Rassismus, der erst in der Wahlkabine zum Tragen kommt. Doch die Amerikaner wählten den Schwarzen Obama.
Die Finanzen waren nur am Anfang ein Problem. Mehr als 600 Millionen Dollar Spenden sind im Wahlkampf auf Obamas Konten eingegangen - mehr als je zuvor ein Kandidat gesammelt hat.
Nicht zuletzt um die Beschränkungen für Spenden zu umgehen, verzichtete Obama schließlich sogar vollständig auf öffentliche Gelder. Ob Groß- oder Klein-Spender, am Ende überzeugte Obama alle.
Hollywoods Reiche und Wichtige liebten Obama von Anfang an, zu seinen Unterstützern zählten George Clooney, Cindy Crawford, Robert de Niro, Sydney Poitier, Stevie Wonder ...
... und nicht zuletzt Oprah Winfrey.
Der Musiker will.i.am hat aus der Rede, die Obama nach seiner Niederlage bei der Vorwahl in New Hampshire hielt, ein Video gemacht, das zu einer Art Hymne der Obama-Anhänger wurde.
Auch seine Familie wurde zunehmend wahlkampftauglich: Oma Obama lieferte von Kenia aus charmante Beiträge über ihren Enkel, eine Schule ist dort nach ihm benannt.
Seine Frau Michelle, einst während eines Praktikums seine Vorgesetzte, ...
... schaffte den Spagat zwischen einer modernen berufstätigen klugen Frau ...
... und der Frau an seiner Seite und Mutter seiner Kinder.
Die Töchter Malia und Sasha traten gelegentlich mit im Wahlkampf auf, ihre Zukunft und damit die Aussichten für eine ganze Generation waren auch immer wieder Thema in Obamas Reden.
Bei aller Obama-Euphorie zügelten die Demokraten allzu offene Siegesgewissheit. John McCain hatte einen schwachen Start, erwies sich aber als gefährlicher Gegner.
Unmittelbar vor dem Nominierungsparteitag der Demokraten holte McCain in den Umfragen auf.
McCains Strategen versuchten, Obamas Stärken in Schwächen umzudeuten: McCain porträtierte Obama als Leichtgewicht mit Starallüren und machten sich über dessen Rhetoriktalent und die Begeisterung der Obama-Fans lustig.
Doch in keinem der Rededuelle konnte McCain dem charismatischen Obama ernsthaft Paroli bieten.
Lediglich als es zum Krieg zwischen Russland und Georgien kam, schien das plötzlich wieder McCain zu nutzen, dessen Umfragewerte sich verbesserten.
Aber mit jedem Tag, den die USA tiefer in die Immobilien- und Finanzkrise rutschte, wuchs der Wunsch der Menschen nach einer neuen Politik.
Obama forderte eine stärkere Regulierung der Finanzmärkte und ein Konjunkturpaket für die US-Wirtschaft.
Und er kündigte Steuererleichterungen für Familien an. Ihm trauten die Amerikaner mehr Wirtschaftskompetenz zu als seinem republikanischen Konkurrenten.
Schwierig war es für Obama, die enttäuschten Clinton-Anhänger auf seine Seite zu ziehen. Hier erwies sich die frühere Kontrahentin als loyale Unterstützerin.
"Ich bin zum Symbol für die Möglichkeit geworden, dass Amerika zu seinen besten Traditionen zurückfindet", sagte Obama selbstbewusst.
Obama bekam Wahlempfehlungen von den großen US-Zeitungen. Schließlich sprachen sich sogar Republikaner wie Bushs früherer Außenminister Colin Powell für Obama aus.
"Wenn ihr mir eure Stimme schenkt, gewinnen wir nicht nur diese Wahl - gemeinsam werden wir dieses Land und die Welt verändern," schrieb Obama unmittelbar vor der Wahl in einem Gastbeitrag für das "Wall Street Journal".
Nun muss er es beweisen. (Text: Solveig Bach)
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