Suche
hier klicken, um den Ort für die Startseite festzulegen
Berlin
17
SA 9° / 23°
SO 12° / 22°
Politik

Frauen regieren die Welt: Die 100 Mächtigsten 2007

 
"Frauen regier'n die Welt", singt Cicero. Trotzdem sind politische Ämter und die Chefetagen der Wirtschaft mehrheitlich männlich dominiert. Oft endet die Karriere fähiger Frauen, bevor sie auf dem Chefsessel sitzen.

"Frauen regier'n die Welt", singt Cicero. Trotzdem sind politische Ämter und die Chefetagen der Wirtschaft mehrheitlich männlich dominiert. Oft endet die Karriere fähiger Frauen, bevor sie auf dem Chefsessel sitzen.

Dabei lassen sich gar nicht immer diskriminierende Strukturen erkennen. "Gläserne Decke" wird dieses Phänomen genannt: Die Spitzenposition ist schon in Sicht und in greifbarer Nähe, doch weiter und höher geht es nicht.

Dass es auch anders geht, demonstriert das US-Magazin Forbes jedes Jahr mit seiner "Liste der 100 mächtigsten Frauen". Diese Frauen haben Einfluss, Geld oder die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit, oft alles zusammen.

Mächtige Frauen managen Politik, neue Technologien oder Medien. Sie haben Kontrolle über Nahrungsmittel, Rohstoffe und Kommunikation. Andere retten die Welt, wie beispielsweise Frau Gates.

Diese Frauen packen zu, treiben die Umsätze ihrer global agierenden Unternehmen in die Höhe, behaupten sich gegen feindliche Übernahmen oder kaufen selbst groß ein. Einige sind bekannt, wie beispielsweise Oprah Winfrey, von anderen hat man nie gehört.

Sie regieren Staaten, führen Verhandlungen und gewinnen Herzen. Im Folgenden die Top 25.

Hier kommt sie, die mächtigste Frau der Welt - laut Forbes.

Angela Merkel führte schon 2006 die Liste der mächtigsten Frauen an. Die Bundeskanzlerin beeindruckt durch ihre Führungsqualitäten auf internationalem Parkett.

Insbesondere beim G8-Gipfel in Heiligendamm und bei den zähen Verhandlungen um eine europäische Verfassung unter deutscher EU-Präsidentschaft bewies sie Stärke und Verhandlungsgeschick, findet Forbes.

Merkel bleibe ihren Prinzipien treu, so das Magazin. Sie bewahrte kühlen Kopf und habe die G8 auf eine "signifikante Reduktion der CO2-Emission" einschwören können. Ihr Geheimnis zum Erfolg? Pragmatismus, Sorgfalt und Entscheidungsfreude, wie sie selbst sagt.

An zweiter Stelle der Liste steht Wu Yi, Chinas Vizepräsidentin. Als Vertreterin des Landes, das Deutschland gerade den Titel des Exportweltmeisters streitig macht, hält sie wichtige Trümpfe in der Hand.

Doch Wu Yi muss sich auch Chinas drängenden Problemen im Umweltschutz, dem überhitzten chinesischen Finanzmarkt und sozialen Spannungen stellen, bevor sie sich 2008 zur Ruhe setzen will.

Ho Ching ist die Frau des Premierministers von Singapur. Sie tritt selten öffentlich auf, steht aber an dritter Stelle der Mächtigen-Liste, nämlich als Chefin der Temasek Holding.

Unter ihrer Führung hat sich Temasek zu einer global agierenden Investment Firma gemausert, mit Beteiligungen an Telekommunikationsunternehmen und Banken in Indien, China oder Thailand.

Condoleezza Rice, die mächtigste Frau des Jahres 2005, wurde von Angela Merkel von ihrem Listenplatz verdrängt. 2007 steht sie an 4. Stelle.

Der Krieg im Irak, die Terrorgefahr nach dem 11. September und das Pulverfass Naher Osten können die Politikerin an der Seite von George W. Bush jedoch nicht bremsen.

"Condi" ist bekannt für ihre eiserne Disziplin, ihren Sachverstand und ihre ehrgeizigen politischen Ambitionen, im Kalten Krieg wie in Zeiten des Terrors.

Zuweilen überrascht sie ihre Gesprächspartner mit charmanten Auftritten und ungewohnter Lockerheit.

Diese Frau steckt hinter Pepsi und gilt 2007 als die fünftmächtigste Frau der Welt. Indra K. Nooyi kontrolliert Pepsi, Gatorade, Tropicana und Frito-Lay Snacks.

Seit Februar 2007 ist Indra K. Nooyi nicht nur Hauptgeschäftsführerin, sondern auch die Vorstandsvorsitzende des US-Getränkeherstellers.

Sonia Gandhi steht auf Platz 6 der Liste und an der Spitze der indischen Kongresspartei, die mächtigste Partei der größten Demokratie der Welt.

Als Parteivorsitzende setzte sich Gandhi für die Wahl von Pratibha Patil zur indischen Präsidentin ein.

Viele indische Frauen erhoffen sich von Gandhi und Patil, der ersten Frau im Präsidentenamt, eine Verbesserung der Situation von Frauen in der indischen Gesellschaft.

Cynthia Carroll ist die Siebtmächtigste und als Chefin von Anglo American gleich mehrfach die Erste: Die erste Frau an der Spitze des Bergbauunternehmens, die erste nicht südafrikanische Führungspersönlichkeit und die erste Chefin von außen obendrein.

Zwar steht Carroll nicht im Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit, doch ihr vor 90 Jahren in Südafrika gegründetes Bergbauunternehmen ist eines der weltweit größten und hat mit Rohstofflieferungen enormen Einfluss auf die Weltwirtschaft.

Listenplatz 8 geht an Patricia A. Woertz. Sie sitzt im Vorstand von Archer Daniels Midland. Der Ethanol-Produzent ist mitverantwortlich für den Maismangel in den USA, da er das gelbe Gold in rauhen Mengen zu Treibstoff verarbeitet.

Woertz verspricht, ADM werde bald auch aus Gras, organischen Abfallprodukten und Maishülsen Ethanol herstellen.

Irene Rosenfeld ist die Nummer 9. Die Vorstandsvorsitzende und Geschäftsführerin des US-Konzerns Kraft füttert die Welt, indem sie die Produktion von Velveta Käse und Hot Dogs erfolgreich am Laufen hält.

Patricia Russo ist Geschäftsführerin des Herstellers für Telekommunikationsgeräte Alcatel-Lucent und qualifiziert sich damit für Platz 10 auf der Liste. Vor der Fusion mit dem französischen Konzern Alcatel leitete sie Lucent in den USA.

Auch Michle Alliot-Marie hält sich gut unter den Ersten dieser Welt. Frankreichs ehemalige Verteidigungsministerin unter Jacques Chirac hat in der Regierung Sarkozys als erste Frau den Posten der französische Ministerin für Inneres und die Territorien in Übersee.

Die Nummer 11 auf der Liste der mächtigen Frauen, ist auch bekannt unter ihrem Namenskürzel: MAM, für Michle Alliot-Marie. Eine zweite französische Ministerin folgt ihr auf Platz 12.

Christine Lagarde ist die französische Ministerin für Wirtschaft, Finanzen und Beschäftigung. Früher war sie einmal Synchronschwimmerin und Mitarbeiterin der internationalen Anwaltsfirma Baker & McKenzie.

Lagarde ist seit 2005 Mitglied der französischen Regierung und bekannt für ihre Intelligenz, klaren Worte und diplomatisches Gespür.

Anne M. Mulcahy hat sich im Laufe ihrer 30-jährigen Karriere als Produzentin von Kopierern und Druckern bei Xerox an die Konzernspitze und auf den Listenplatz 13 hochgearbeitet.

Die Nummer 14, Anne Lauvergeon, leitet den französischen Nuklear-Konzern Areva und wartet auf dessen Privatisierung. Mit Sarkozy versteht sie sich jedenfalls prima.

Die ehemalige Mitarbeiterin von Präsident Francois Mitterrand leitet den Konzerns seit der Gründung. Den Namen "Areva" habe sie aus einer Liste spanischer Klöster ausgewählt. Bis Anfang 2007 war Areva führend am Weltmarkt für Nukleartechnik.

Mary Sammons, die Chefin der US-Drogerie- und Apothekenkette Rite Aid, schafft es im Geschäft mit der menschlichen Gesundheit auf Platz 15.

Da lacht Angela Braly. Sie belegt den 16. Listenplatz. Sie leitet das US-amerikanische Krankenversicherungsunternehmen Wellpoint. Ihre Firma erwirtschaftet dicke Gewinne, die sogar die ihrer "mächtigeren" Kolleginnen bei PepsiCo, Kraft oder Xerox übertreffen.

Marjorie Scardino leitet die internationale Mediengruppe Pearson PLC. Im Jahr 2002 ehrte Königin Elisabeth II die in Texas, USA, aufgewachsene Scardino mit dem Ritterschlag.

Wenige Menschen haben so viel Macht über Chinas Finanzwelt wie Wu Xiaoling, die auf Platz 18 der Liste steht. Sie leitet die Chinesische Volksbank und hat auch schon neben dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, Platz genommen.

Brenda Barnes steht als Chefin des Sara Lee Konzerns an 19. Stelle. Dort manifestiert sich ihre Macht unter anderem in Gefrierkuchen, Jimmy Dean Würstchen und einem erweiterten Angebot von Frühstücksprodukten auf dem Weltmarkt.

Ruth Bader Ginsburg ist die 20. auf der Liste und die einzige Frau am Höchsten Gericht der USA, was sie schon bitter bedauert hat: "Ich bin oft allein gewesen auf meiner Seite der Bank."

Ginsburg ist dafür bekannt, sich für die Rechte des "kleinen Mannes" einzusetzen. Gleichgültigkeit lässt sie besonders bei Urteilen zum Minderheiten- und Arbeitsschutz nicht gelten.

Mächtige unter sich - Oprah Winfrey, die 21. Frau auf der Liste, bewundert den Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela sehr für sein Engagement in seinem Heimatland Südafrika.

Der US-Star ist ein internationales Medienphänomen. Mit ihrer eigenen, spirituell angehauchten Show erreicht Winfrey seit Jahren Spitzenquoten, allein in den USA sehen ihr 48 Millionen Zuschauer wöchentlich zu.

Auf Platz 22 steht Ebay-Frau Margaret Whitman. Sie ist eine der zehn weiblichen Dollar-Milliardäre auf diesem Planeten, die ihr Vermögen selbst erwirtschaftet haben. 2008 steht sie zehn Jahre an der Spitze der Online-Auktionsplattform.

Auch wenn sie nicht als "Königin des Volkes" tituliert wird, schafft es Elizabeth II unter die mächtigsten 25. Forbes sieht die britische Königin an 23. Stelle der Liste, weil sie weltweit so großen Respekt genießt.

An Platz 24 kämpft Melinda Gates gegen Aids und für eine bessere medizinische Versorgung in den ärmsten Ländern dieser Welt. Das Geld ihres Gatten Bill ist dabei hilfreich.

Die 25. Frau in der Galerie der Mächtigen ist Hillary Rodham Clinton. Auch sie hat einen mächtigen Bill an ihrer Seite. Aber ihren Listenplatz verdankt die Politikerin der Demokraten nicht ihrer Amtszeit als First Lady, sondern ihrer Arbeit als Senatorin im US-Staat New York.

Die Liste ließe sich jetzt noch bis zur 100. Mächtigsten fortsetzen. Zum Beispiel mit Nancy Pelosi auf Platz 26, der Sprecherin des US-Repräsentantenhauses und höchstrangigen Frau in der US-Politik.

Irgendwann, an 33. Stelle, taucht Marina Berlusconi auf, die Tochter des ehemaligen italienischen Premiers Silvio Berlusconi. Die wohl reichste Frau Italiens, hier an der Seite von Giorgio Armani, sitzt im Vorstand des Medienkonzerns ihres Vaters.

Und die Präsidentin von Finnland, Tarja Halonen, wurde als 50. unter den 100 mächtigsten Frauen platziert.

Als amtierende First Lady der USA steht Laura Bush an 60. Stelle.

Dann sind da auch noch die Frauen, die es nicht unter die ersten Hundert geschafft haben, aber noch immer viel Macht haben, beispielsweise Myung-Sook Han, Südkoreas ehemalige Premierministerin.

"Neben all ihren anderen Talenten, haben Verstand, Integrität und Aufrichtigkeit diesen Frauen geholfen, dort zu stehen, wo sie heute sind", so Forbes, "daran gibt es keinen Zweifel."

Na dann: Hut ab. (Alle Bilder AP)

Bilderserie versenden
Empfänger
Ihre Informationen
Persönliche Mitteilung

Die Daten werden nur zum Versenden der Nachricht benutzt und nicht gespeichert.

Bitte überprüfen Sie Ihre Angaben.