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Montag, 15. März 2010

Geschäft mit dem Tod: Die Welt rüstet auf

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Die Welt der Waffen basiert auf verschiedenen, oft widersprüchlichen Faktoren: Traditionelle Ängste, territoriale Gegebenheiten, Sicherung von Ressourcen, Machtstreben und wirtschaftliche Bedeutung treffen auf den Wunsch nach Frieden, Sicherheit und Gemeinschaft. (Foto: dpa)

Die Welt der Waffen basiert auf verschiedenen, oft widersprüchlichen Faktoren: Traditionelle Ängste, territoriale Gegebenheiten, Sicherung von Ressourcen, Machtstreben und wirtschaftliche Bedeutung treffen auf den Wunsch nach Frieden, Sicherheit und Gemeinschaft.

Die Welt der Waffen basiert auf verschiedenen, oft widersprüchlichen Faktoren: Traditionelle Ängste, territoriale Gegebenheiten, Sicherung von Ressourcen, Machtstreben und wirtschaftliche Bedeutung treffen auf den Wunsch nach Frieden, Sicherheit und Gemeinschaft.

Das Zwischenergebnis im Spiel dieser Faktoren ist allerdings eindeutig.

Die Welt rüstet auf.

Das Friedensforschungsinstitut SIPRI (Stockholm International Peace Research Institute) stellt fest, dass der weltweite Waffenhandel allein in den letzten fünf Jahren (Stand: Anfang 2010) um 22 Prozent zugelegt hat.

Basis für das Wachstum der tödlichen Maschinerie bleibt die uralte Rüstungslogik von der "Ausgewogenheit der Kräfte".

Das Beispiel teurer Kampfflugzeuge zeigt das - sie sind zurzeit enorm gefragt und machen 27 Prozent des Gesamtvolumens aus.

"Staaten mit entsprechenden Ressourcen haben erhebliche Mengen geordert. Die Reaktion von Rivalen aus der jeweiligen Region bestand dann darin, ebenfalls zu bestellen", sagt Paul Holtom, SIPRIS-Forschungschef zum Waffenhandel.

Den ersten Platz unter den Waffenexporteuren sichern sich weiterhin die USA.

Rund 30 Prozent der globalen Exporte kommen von dort.

Platz zwei geht an Russland. 40 Prozent seiner Rüstungseinnahmen stammen aus Verkäufen von Kampfjets.

Deutschland erreicht wieder Platz drei.

Vor allem durch den Verkauf von U-Booten und gepanzerten Fahrzeugen konnten die hiesigen Export-Umsätze in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt werden.

Deutschland sichert sich damit einen Marktanteil von elf Prozent am weltweiten Waffengeschäft.

Auf Deutschland folgen in der Top-Ten der Exporteure Frankreich, Großbritannien, Spanien, China, ...

... Israel, die Niederlande und Italien. Insgesamt weist SIPRI 44 Länder aus, die im Waffenexport mitmischen.

Und wo landet die ganze Tötungstechnik?

Indien - seit Jahrzehnten im Dauerkonflikt mit Pakistan - ist der größte Abnehmer.

Pakistan wiederum liegt auf dem sechsten Platz.

Dazwischen vor allem asiatische Länder. Malaysia etwa hat seine Rüstungsausgaben seit Beginn des neuen Jahrtausends um 722 Prozent erhöht.

Dieser Anstieg sei trotz des zunehmenden Selbstbewusstseins der asiatischen Länder "spektakulär", resümieren die Fachleute von SIPRI.

Auch Südkorea kauft seit Jahren kräftig ein.

Die Dauerkrise mit dem unberechenbaren Nordkorea verschlingt Milliardensummen.

Ausgerechnet das quasi bankrotte Griechenland erwirbt Waffen in großem Stil. Der vierte Platz geht an die Hellenen. Warum? Irrationalität spielt hier sicher eine große Rolle.

Deutschland ist einer der Hauptlieferanten für die Griechen. Millionenbeträge sind allerdings noch offen - und deutsche Unternehmen fürchten um ihr Geld. Ob dieser Umstand bei den EU-Verhandlungen um die Zukunft Griechenlands eine Rolle spielt?

Interessanterweise ist die Türkei - Griechenlands Erzfeind - Deutschlands Hauptabnehmer von Kriegsgerät. Innenpolitisch trägt das Land den Kurden-Konflikt zeitweise militärisch aus.

Unterm Strich bleibt dem SIPRI nur, vor einem weiteren Rüstungswettlauf zu warnen. So habe sich etwa der Waffenhandel in Südamerika, wo sozialistische und pro-amerikanische Staaten miteinander konkurrieren, massiv erhöht.

Afrika, der Nahe Osten und Südostasien sind für das Institut die "Spannungsgebiete", in denen Waffen eine immer größere Rolle spielen.

Die Welt scheint jedoch noch nicht bereit, aus der Spirale der Bewaffnung auszusteigen. Mächtig ist immer noch, wer gerüstet ist für einen Gewalt-Konflikt.

Und die Rüstungswirtschaft verdient gut an diesem Prinzip. Im Intro des brillanten Streifens "Lord of War" fasst Waffenhändler Yuri Orlov das Prinzip zusammen: "Áuf diesem Planeten hat jeder zwölfte Mensch eine Schusswaffe. Das führt zu der einen Frage: Wie bewaffnet man die anderen elf?"

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