Kämpfernatur mit Nehmerqualitäten: Hillary Clinton
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Hillary Rodham Clinton, 60 Jahre alt, Mutter, Ehefrau, Anwältin, Ex-First-Lady, möglicherweise die künftige Präsidentin der Vereinigten Staaten von Amerika.Bild 1 von 90 Doch bevor sie in das Rennen um die Präsidentschaft gehen kann, muss sie zunächst den internen Ausscheid der Demokraten gewinnen.Bild 2 von 90 "Wahrscheinlich bin ich die berühmteste Person, die man nicht wirklich kennt", sagt Hillary über sich selbst. An diesem Umstand dürfte sie selbst nicht unschuldig sein.Bild 3 von 90 2007 erscheinen zwei Biographien über sie, eine davon vom Watergate-Reporter Carl Bernstein. Er rühmt ihren Verstand, ihre Energie und ihr strategisches Geschick und kritisiert ihren Hang zu Tarnung, der leicht als Unaufrichtigkeit verstanden werden könne.Bild 4 von 90 Vieles an Hillary Clinton kann man nicht verstehen, ohne einen Blick auf ihre Kindheit zu werfen.Bild 5 von 90 Hillary selbst schildert ihre frühen Jahre in Park Ridge (Illinois), einem Vorort von Chicago, als Idylle.Bild 6 von 90 Freunde ihrer Familie berichten hingegen von einem sarkastischen und tyrannischen Vater, der dem Mädchen alles Weibliche verbietet.Bild 7 von 90 Sie darf keine Kleider kaufen, nicht zur Tanzschule gehen, Hillarys Wunsch nach Taschengeld fegt Hugh Ellsworth Rodham mit den Worten vom Tisch: "Kinder essen und schlafen schon umsonst, wir entlohnen sie nicht noch obendrein."Bild 8 von 90 Auch ihre Mutter Dorothy, die für die Ehe mit dem Vater Studium und Beruf ausgeschlagen hatte, lehrte die junge Hillary eher die harte Tour. Legendär ist ihr Satz, Hillary müsse für sich selbst einstehen, im Haus Rodham sei "kein Platz für Feiglinge".Bild 9 von 90 Später kann man Clinton vieles vorwerfen, ein Feigling ist sie nicht.Bild 10 von 90 Die politische Hillary Clinton wird an verschiedenen Punkten immer wieder bekräftigen: "Ich bin eine Kämpferin."Bild 11 von 90 Clinton besucht das Elite-College Wellesley, eines der so genannten Seven Sisters Colleges. Ihre Bachelorarbeit schreibt sie über den US-Bürgerrechtler Saul Alinsky.Bild 12 von 90 1969 ist sie eine der ersten Frauen, die an der Elite-Universität Yale aufgenommen werden. Sie studiert Jura.Bild 13 von 90 Ein Jahr später lernt sie hier ihren Kommilitonen und späteren Mann Bill Clinton kennen, den sie 1975 heiratet.Bild 14 von 90 Zu einer Zeit, als dies in Amerika noch völlig unüblich ist, behält sie zunächst ihren eigenen Nachnamen bei, steigt erst später auf Rodham Clinton um.Bild 15 von 90 1979 wird sie der erste weibliche Partner der Anwaltskanzlei Rose Law Firm in Little Rock (Arkansas).Bild 16 von 90 Im Jahr darauf wird Tochter Chelsea geboren.Bild 17 von 90 Hillary Clinton ist die klassische berufstätige Mutter, sie arbeitet als Anwältin und als Professorin an der Law School der Universität von Arkansas.Bild 18 von 90 Ihre politischen Ambitionen werden früh deutlich, bereits 1969 hält sie eine beim Jahrgangsabschluss der Universität Wellesley vielbeachtete Rede.Bild 19 von 90 "Unsere Aufgabe ist es nun, Politik als jene Kunst zu praktizieren, die Unmögliches möglich macht", sagt die 22-jährige Clinton und wird daraufhin vom Magazin Life als künftige Führungskraft vorgestellt.Bild 20 von 90 1974 arbeitet sie als Rechtsberaterin für den Justizausschuss des amerikanischen Repräsentantenhauses.Bild 21 von 90 Zusammen mit mehreren Kollegen stellt sie Beweise zusammen, um gegen Präsident Richard Nixon wegen der Watergate-Affäre ein Amtsenthebungsverfahren einzuleiten.Bild 22 von 90 Als Bill Clinton 1978 zum Gouverneur von Arkansas gewählt wird, bringt er eine engagierte First Lady mit, die sich für eine neue Bildungspolitik einsetzt.Bild 23 von 90 Im Präsidentschaftswahlkampf ihres Mannes 1992 wirbt das Paar offensiv mit der starken Frau an seiner Seite.Bild 24 von 90 Der Slogan "Zwei zum Preis von einem" ist für viele Amerikaner eine Provokation, eine mitarbeitende, emanzipierte First Lady hat es bis dato so nicht gegeben.Bild 25 von 90 Hillary Clinton startet mit klaren Vorstellungen für eine neue Gesundheitspolitik, doch sie verstrickt sich in den Wirren einer gigantischen Reform und sieht sich einer Vielzahl von Skandalvorwürfen ausgesetzt.Bild 26 von 90 Es geht um windige Immobilien-Geschäfte in der Whitewater-Affäre, den Vorwurf des Amtsmissbrauchs in der Travelgate-Affäre und sogar um Mordvorwürfe nach dem mysteriösen Selbstmord ihres Vertrauten Vincent Foster.Bild 27 von 90 Sie trotzt allen Ermittlungen und kann sich dennoch nicht völlig reinwaschen.Bild 28 von 90 Und dann ist da noch die Affäre Lewinsky, jenes Techtel-Mechtel, das ihr Mann, den viele für einen notorischen Schürzenjäger halten, mit einer jungen Praktikantin hat.Bild 29 von 90 Zunächst bestreitet Clinton das Verhältnis, später räumt er eine"unangebrachte Beziehung" mit der Praktikantin ein.Bild 30 von 90 Hillary Clinton greift in dieser Situation auf ihre zutiefst religiöse Erziehung zurück und auf einen ehernen Satz ihrer Mutter, Scheidung ist keine Option.Bild 31 von 90 Der Abstand zwischen den Eheleuten ist in dieser Zeit unübersehbar, ...Bild 32 von 90 ... Jahre später wird sie in ihrem eigenen Wahlkampf dazu sagen: " "Ich war böse, ich war wütend, ich war enttäuscht - all das ging mir durch den Kopf. Aber ich habe gelernt, dass man niemals im Affekt Entscheidungen treffen darf."Bild 33 von 90 Kritiker werfen ihr vor, sie habe aus Berechnung an der Ehe festgehalten, die nur noch ein Arrangement sei. "Du musst ehrlich zu dir selbst sein. Keine Geschichte ähnelt der anderen. (...)Bild 34 von 90 (...) Niemand kennt wirklich die Situation, in der ein anderer steckt, niemand kann über einen anderen urteilen. Du musst das tun, was für dich das Richtige ist und das ist nicht unbedingt das, was irgendjemand sonst glaubt."Bild 35 von 90 Im Lauf der zwei Amtszeiten von Bill Clinton wird aus Hillary eine klassische First Lady mit Perlenkette, die Erziehungsbücher schreibt.Bild 36 von 90 Doch schon zum Ende der Zeit im Weißen Haus beginnt Hillary Clinton erneut mit der Umsetzung ihrer eigenen politischen Ambitionen.Bild 37 von 90 Vor dem Auszug aus dem Weißen Haus kaufen die Clintons ein neues Domizil in Chappaqua im Bundesstaat New York.Bild 38 von 90 Sie organisiert ihre Bewerbung um den Senatorenposten für den Staat New York. Der demokratische Senator Daniel Patrick Moynihan will nicht erneut kandidieren.Bild 39 von 90 Nachdem Rudolph Giuliani wegen einer Krebserkrankung als republikanischer Konkurrent ausfällt, kandidiert Clinton gegen Rick Lazio und gewinnt die Wahl klar mit 55 zu 43 Prozent.Bild 40 von 90 Wieder ist sie die Erste, die erste Frau eines US-Präsidenten, die ein politisches Amt anstrebt - und gewinnt. Und sie ist eine der ersten weiblichen Senatoren, die ins Oberhaus des US-Kongresses einziehen.Bild 41 von 90 Der Auszug aus dem Weißen Haus - die Wahlen hat der Republikaner George W. Bush gewonnen - steht bereits im Zeichen der neuen Aufgabenverteilung des Präsidentenpaares Clinton.Bild 42 von 90 Er soll künftig sie unterstützen.Bild 43 von 90 Im neuen Amt nimmt sie sich zurück und respektiert die langjährigen Hierarchien im Senat.Bild 44 von 90 Sie sucht den Ausgleich, arbeitet mit jenen Republikanern zusammen, die ihren Mann zuvor bis aufs Blut bekämpft hatten.Bild 45 von 90 Sie geht zu den Menschen im Staat New York, hört sich ihre Nöte an und macht sich in Washington für sie stark.Bild 46 von 90 Hillary Clinton, die Musterpolitikerin, fleißig und kollegial, offen für Kompromisslösungen.Bild 47 von 90 Davon profitiert auch ein junger Senator aus Illinois, Barack Obama, den sie nach seiner Wahl in den Senat 2004 in Washington unter ihre Fittiche nimmt.Bild 48 von 90 Im November 2006 wird sie mit 67 Prozent der Stimmen als Senatorin bestätigt.Bild 49 von 90 Am 20. Januar 2007 gibt sie bekannt, dass sie sich um die demokratische Präsidentschaftskandidatur bewerben will. "I'm in and I'm in to win" kündigt sie auf ihrer Webseite an.Bild 50 von 90 Für den Traum, die erste Frau im Weißen Haus zu sein, wirft sie nun all ihre Stärken in die Waagschale, ihre überlegene Intelligenz, ihren politischen Scharfsinn, ihre enorme Kampfbereitschaft.Bild 51 von 90 Zunächst ist sie die Umfragenkönigin.Bild 52 von 90 Sie ist im mächtigen Verteidigungsausschuss, besuchte mehrfach Irak und Afghanistan, verweist auf 35 Jahre politische Erfahrung.Bild 53 von 90 Sie war in 82 Ländern, kannte Boris Jelzin, ?Bild 54 von 90 ? Benazir Bhutto, ?Bild 55 von 90 ? sie ist vertraut mit Nelson Mandela, sie kennt die Welt und die Großen der Welt.Bild 56 von 90 Sie besitzt die Sicherheit und die Erfahrung, die vertanen Bush-Jahre wieder gut zu machen, das ist ihre Botschaft.Bild 57 von 90 Doch dann steigt Barack Obama in den Ring, und plötzlich stehen Jugend gegen Establishment, Wandel gegen Erfahrung, Mann gegen Frau, Schwarz gegen Weiß.Bild 58 von 90 In der allgemeinen Begeisterung für Obama sieht Clinton schlecht aus, die alten Schablonen greifen wieder.Bild 59 von 90 Ist sie emotional, ist sie zu sehr Frau? Ist sie nicht emotional, ist sie die kalte und berechnende Politmaschine?Bild 60 von 90 Tritt sie mit Bill auf, kommt sie wohl ohne ihn nicht ins Weiße Haus. Tritt sie ohne ihn auf, ist er wahrscheinlich schon wieder hinter anderen Frauen her.Bild 61 von 90 Doch der Hauptangriffspunkt ihrer Kritiker ist Clintons Zustimmung zum Krieg im Irak.Bild 62 von 90 Sie weigert sich bis heute, dieses Votum als Fehler zu bezeichnen und verweist vielmehr auf die Argumentation der Bush-Administration zur Begründung des Waffengangs. (Im Bild Außenminister Powell am 5. Februar 2003 vor dem UN-Sicherheitsrat)Bild 63 von 90 Clintons Wahlkampf ist ein Projekt in Entwicklung, zu Beginn ist sie die Staatsmännische, später die Angriffslustige, ...Bild 64 von 90 ... zwischendurch die emotional Authentische und zuletzt die Nahbare.Bild 65 von 90 Anfang 2007 gewinnt Obama 12 Staaten in Folge, einige entwerfen bereits Ausstiegsszenarien.Bild 66 von 90 Nach dem Debakel in Maine entlässt sie ihre Wahlkampf-Managerin Patti Solis Doyle.Bild 67 von 90 Die neue Frau hinter Hillary ist Margaret Williams, Ex-Mitarbeiterin im Weißen Haus, eine langjährige Vertraute, Weggefährtin, Freundin.Bild 68 von 90 Clinton schaltet einen neuen TV-Spot, 30 Sekunden lang sind schlafende Kinder zu sehen. Aus dem Off sagt eine Stimme: "Es ist drei Uhr morgens und Ihre Kinder schlafen sicher. Aber im Weißen Haus klingelt ein Telefon. Etwas passiert in der Welt. (...)Bild 69 von 90 (...) Ihre Stimme wird entscheiden, wer diesen Anruf annimmt."Bild 70 von 90 Auch Clintons Unterstützer machen mobil. Nachdem sie privates Geld in ihren Wahlkampf gesteckt hat, fließen die Spenden wieder reichlicher. Allerdings nicht so reichlich wie bei Obama.Bild 71 von 90 Madonna, ?Bild 72 von 90 ? John Bon Jovi ?Bild 73 von 90 ... und Eva Longoria treten für Clinton ein.Bild 74 von 90 Jack Nicholson macht gar ein Unterstützervideo, mit Ausschnitten aus seinen bekanntesten Filmen ...Bild 75 von 90 ... und der Botschaft, Hillary Clinton sei die richtige Präsidentin.Bild 76 von 90 Clintons Tochter Chelsea, sonst eher öffentlichkeitsscheu, versucht der Kampagne zu geben, was Obama im Überfluss zu haben scheint, den Hauch von Jugend.Bild 77 von 90 Sie spricht inzwischen auch mit den Superdelegierten, denen wohl die Rolle zufallen wird, das innerdemokratische Rennen zu entscheiden.Bild 78 von 90 Dennoch gilt die Clinton-Kampagne als eine der schlechtesten seit Jahren.Bild 79 von 90 Ein neuer Wahltag, Clinton gewinnt Ohio, Texas und Rhode Island. Plötzlich sind auch ihre Wähler wieder da, Frauen, Arbeiter, Latinos und auch viele Unentschlossene.Bild 80 von 90 Für sie alle sind Clintons Ziele verlockend, eine radikale Reform des Gesundheitswesens, eine höhere Besteuerung von Wohlhabenden sowie eine Verbesserung der Beziehungen zu Alliierten wie Deutschland.Bild 81 von 90 Und nicht zuletzt ein gestaffelter Abzug der Truppen aus dem Irak.Bild 82 von 90 Es ist das zweite Clinton-Comeback nach New Hampshire.Bild 83 von 90 Die Kämpferin ist zurück. Sie will ins Weiße Haus und diesmal will sie das Sagen haben.Bild 84 von 90 Ihrem Kontrahenten Obama versucht sie nun eine Tandem-Lösung schmackhaft zu machen, mit ihr an der Spitze selbstverständlich. Dann ginge es gemeinsam gegen den Republikaner McCain und ums Weiße Haus.Bild 85 von 90 Sie wird in den Ring steigen, für jeden Staat, jede Stimme.Bild 86 von 90 Sie wird versuchen, den Delegiertenstimmen aus Michigan und Florida doch noch Geltung zu verschaffen, obwohl diese Staaten wegen des vorgezogenen Wahltermins ausgeschlossen wurden.Bild 87 von 90 Sie scheint sogar in Kauf zu nehmen, dass am Ende kein Demokrat die Wahl gewinnt.Bild 88 von 90 Nach vier Jahren Präsident McCain wäre sie immer noch da.Bild 89 von 90 Und sie wäre bereit zu kämpfen, denn ein Feigling ist sie wirklich nicht.Bild 90 von 90