Der Entführungsfall in der Türkei nimmt ein vergleichsweise rasches und gutes Ende. Die PKK lässt die drei gekidnappten Deutschen nach knapp zwei Wochen frei.Bild 1 von 44 Der 48-jährige Martin S., der 33-jährige Lars Holger R. und der 65- jährige Helmut H. waren unterwegs mit einer Gruppe des Deutschen Alpenvereins (im Bild die anderen Reisenden), als sie am 8. Juli ...Bild 2 von 44 ... auf dem Berg Ararat in der Türkei von Kämpfern der kurdischen Rebellenorganisation PKK überfallen wurden. Wie am 20. Juli bekannt wird, kommen sie nicht unweit des Berges auch wieder frei.Bild 3 von 44 Nach der Entführung hatten die Rebellen zunächst Forderungen an die deutsche Regierung gestellt.Bild 4 von 44 Sie verlangten, dass Deutschland seine "feindliche Politik gegenüber dem kurdischen Volk und der PKK" aufgebe. Die Bundesregierung hatte im Juni den kurdischen Sender Roj-TV verboten, da er der als Terrororganisation eingestuften PKK zu nahe stehe.Bild 5 von 44 Die Bundesregierung arbeitet eng mit türkischen Ermittlern zusammen. Türkische Sicherheitskräfte durchsuchen das unwegsame Bergland nach den drei Deutschen. "Sie wissen, dass wir alles tun, um die Geiseln frei zu bekommen", ...Bild 6 von 44 ... erklärt Bundeskanzlerin Angela Merkel auf die Frage, ob Lösegeld an die PKK gezahlt wurde, um die Geiseln zu befreien.Bild 7 von 44 Die Kanzlerin lobt die Arbeit des Krisenstabs im Auswärtigen Amt, nennt aber keine Einzelheiten.Bild 8 von 44 Doch der Krisenstab von Außenminister Frank-Walter Steinmeier muss sich zurzeit - soweit bekannt - noch um vier weitere Entführungsfälle kümmern. Das Leben und die Gesundheit von sechs weiteren Deutschen steht auf dem Spiel.Bild 9 von 44 Am 10. Juli, nur zwei Tage nach der PKK-Entführung, meldet ein Militärsprecher Nigerias die Entführung zweier Deutscher im ölreichen Nigerdelta nahe Port Harcourt.Bild 10 von 44 Die beiden Ingenieure arbeiten für eine Tochter des Mannheimer Baukonzerns Bilfinger Berger. Julius Berger Nigeria, die größte Baufirma im Land, erwägt nun, sich aus dem ölreichen Delta zurückzuziehen, denn es ist nicht der erste Entführungsfall.Bild 11 von 44 Bereits Anfang März war ein deutscher Julius-Berger-Bauarbeiter verschleppt und nach zwölf Stunden wieder befreit worden, laut Bilfinger ohne Lösegeldzahlungen.Bild 12 von 44 Auch vor Somalia sind Deutsche in Gefahr: Ende Juni kapern Piraten das Segelboot eines Paares aus Süddeutschland und verschleppen die beiden Urlauber in das Bergland der halbautonomen Region Puntland. Die Piraten fordern zwei Millionen Dollar Lösegeld.Bild 13 von 44 Bereits am 16. Dezember 2007 zerren in Afghanistan in der Provinz Herat Entführer den 42-jährigen Harald Kleber aus einem Auto. Der Tischler lebt dort mit seiner afghanischen Frau und ist zum Zeitpunkt der Entführung mit ihr und ihrem Schwager unterwegs.Bild 14 von 44 Die Geiselnehmer wirken unentschieden: Mal wird die Freilassung von potenziellen Taliban aus afghanischen Gefängnissen verlangt, mal Lösegeld. Möglich scheint auch ein Racheakt des Clans seiner Frau. Berichte über Klebers Tod sind bisher nicht bestätigt.Bild 15 von 44 Am 6. Februar 2007 werden im Irak die 61-jährige Hannelore Krause und ihr 20-jähriger Sohn Sinan aus ihrer Wohnung in Bagdad verschleppt. Vier Wochen später fordert eine Islamistengruppe den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan für das Leben der Geiseln.Bild 16 von 44 Hannelore Krause wird nach 155 Tagen Geiselhaft von ihren Entführern freigelassen.Bild 17 von 44 Der Sohn Sinan bleibt in Geiselhaft. Ob er noch lebt, ist unklar. Sinan wuchs in Bagdad auf und arbeitete beim irakischen Außenministerium. (Im Bild: Der Vater und die Ehefrau)Bild 18 von 44 Am 18. Juli 2007 werden die Ingenieure Rudolf B. (im Bild) und sein Kollege Rüdiger D. in Afghanistan verschleppt.Bild 19 von 44 Am 21. Juli gibt Außenminister Frank-Walter Steinmeier eine Pressekonferenz vor dem Auswärtigen Amt und teilt mit, dass eine der deutschen Geiseln vermutlich tot sei. Die Annahme bestätigt sich.Bild 20 von 44 Der Leichnam von Rüdiger D. trifft am 25. Juli auf dem Flughafen Köln-Bonn ein. Die Obduktion ergibt, dass der 44-Jährige nach einem Kreislaufzusammenbruch von seinen Entführern erschossen wurde.Bild 21 von 44 Ende Juli strahlt der arabische Fernsehsender Al-Dschasira eine Videobotschaft ohne Ton aus. Es heißt, die Geisel Rudolf B. bitte darin die Regierungen in Berlin und Washington, ihre Truppen aus Afghanistan abzuziehen. Die 62-Jährige Geisel wirkt unversehrt.Bild 22 von 44 Mitte August bittet Rudolf B. in Telefoninterviews um Hilfe. Sein Gesundheitszustand habe sich verschlechtert, heißt es.Bild 23 von 44 Am 22. August taucht ein neues Video auf. "Ich bin in einer sehr schlechten Verfassung", sagt Rudolf B. vor der Kamera. Er sei krank und seine Medikamente reichten nur noch drei Tage.Bild 24 von 44 Erst am 10. Oktober schließlich die Erleichterung: Der Deutsche und seine entführten afghanischen Begleiter werden freigelassen.Bild 25 von 44 Während sich das Auswärtige Amt um die Freilassung von Rudolf B. bemüht, wird eine weitere Entführung in Afghanistan gemeldet.Bild 26 von 44 Am 18. August wird die 31-jährige Christina M. aus einem Restaurant in Kabul heraus verschleppt. Die schwangere Mitarbeiterin der Hilfsorganisation Ora International hatte gerade mit ihrem Mann zu Abend gegessen.Bild 27 von 44 Die Entführung endet glücklich: Nur wenig später kann die afghanische Polizei Christina M. befreien und drei ihrer mutmaßlichen Entführer festnehmen.Bild 28 von 44 Am 22. August landet Christina M. wohlbehalten auf dem Flughafen Köln-Bonn.Bild 29 von 44 Afghanistan, 5. Juli 2007: Ein deutscher Staatsbürger kommt nach einer Woche frei. Unbekannte Entführer sollen nach offiziellen afghanischen Angaben 40.000 Dollar Lösegeld gefordert haben.Bild 30 von 44 Irak, 24. Januar 2006: Die Leipziger Ingenieure Rene Bräunlich und Thomas Nitzschke werden im Nord-Irak verschleppt. Ihre Entführer verlangen ein Ende der deutschen Zusammenarbeit mit der irakischen Regierung und drohen wiederholt mit der Ermordung der Geiseln.Bild 31 von 44 2. Mai: Bräunlich und Nitzschke kommen nach 99 Tagen Geiselhaft frei. Experten gehen davon aus, dass für sie ein Lösegeld in Millionenhöhe gezahlt wurde.Bild 32 von 44 Im Dezember 2005 wird im Jemen ausgerechnet der frühere Krisenmanager im Außenministerium, Jürgen Chrobog, zusammen mit seiner Frau und drei Söhnen entführt.Bild 33 von 44 Der Ex-Staatssekretär, der sich 2003 erst bei der Befreiung von deutschen Sahara-Geiseln hervorgetan hatte, kommt nach drei Tagen, am Silvesternachmittag, wird frei.Bild 34 von 44 Dabei hatte das Auswärtige Amt stets zu Vorsicht bei Reisen im Jemen gewarnt. Kurz vor seiner eigenen Verschleppung hatte Chrobog noch eine klare Position zu Entführungen von Deutschen bezogen:Bild 35 von 44 Im Zusammenhang mit dem Entführungsfall der Archäologin Susanne Osthoff sagt er, es gebe ein "Sozialversicherungsdenken" einiger Deutschen im Ausland.Bild 36 von 44 Osthoff und ihr irakischer Fahrer werden im November 2005 in der irakischen Provinz Ninive von Unbekannten verschleppt. Nach 23 Tagen Geiselhaft wird Osthoff freigelassen.Bild 37 von 44 Algerien, Februar 2003: 16 deutsche Touristen geraten in die Gewalt der islamistisch-salafistischen Terrorgruppe GSPC. Eine 46 Jahre alte Augsburgerin überlebt die Strapazen des Marsches durch die Sahara nicht. Die übrigen Geiseln kommen nach und nach frei.Bild 38 von 44 Jemen, Juli 2001: Der Handelsattaché der Botschaft, Rainer Berns, wird aus Sanaa verschleppt. Ein Vermittler erreicht im September seine Freilassung. Ein 2003 erschossener Täter soll Mitglied von El Kaida gewesen sein. In den 90er Jahre waren mehrfach Touristen betroffen.Bild 39 von 44 Philippinen, April 2000: Abu-Sayyaf-Terroristen verschleppen die Göttinger Lehrerfamilie Wallert und andere Touristen auf die Insel Jolo. Als letzter kommt der Sohn Marc im September frei. Libyen hatte vermittelt und mehrere Millionen Dollar Lösegeld gezahlt.Bild 40 von 44 Costa Rica, Januar 1996: Die 25 Jahre alte Touristin Nicola Fleuchaus und die Schweizer Reiseleiterin Regula Susanna Siegfried werden aus einem Urwaldhotel entführt. Für die Freilassung nach 71 Tagen zahlen die Familien dem Rebellen-Kommando angeblich 200.000 Dollar.Bild 41 von 44 Kaschmir/Indien, Juli 1995: Der Erfurter Student Dirk Hasert (2. von rechts) wird zusammen mit einem Amerikaner und zwei Briten von der Moslemgruppe "Al Faran" gekidnappt, um Gesinnungsgenossen freizupressen. Das Schicksal des Rucksacktouristen ist ungewiss.Bild 42 von 44 Libanon, Mai 1989: Hamadi-Clan-Angehörige entführen in Sidon Heinrich Strübig (l) und Thomas Kemptner (r), Mitarbeiter einer Hilfsorganisation. Sie kommen erst im Juni 1992 frei.Bild 43 von 44 Libanon, Januar 1987: In Beirut geraten der Hoechst-Manager Rudolf Cordes und der Siemens-Techniker Alfred Schmidt in die Gewalt der Hamadi-Sippe. Schmidt kommt im September 1987 frei, Cordes erst ein Jahr später. Die Firmen dementieren, dass Lösegeld gezahlt wurde.Bild 44 von 44