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Politik

Von übel bis ganz übel: Kampf der Plakate

 
Von übel bis ganz übel: Kampf der Plakate

Ja, was ist denn hier los?

Also, wirklich!

Nun aber Schluss mit dieser sinnlosen Zerstörungswut!

Der Piraten-Mund und die Theo-Waigel-Brauen - ein alter Hut!

Das Hitler-Bärtchen - kalter Kaffee!

Die Clowns-Nase - laaaaaangweilig!

Die Blut-Augen - abgedroschen.

Die Button-Glupscher - öde!

Schwachsinn draufschreiben - überflüssig!

Wahlplakate werden oft mit Liebe angebracht.

Und sie sind besser als ihr Ruf - sagen jedenfalls die Parteien.

Obwohl ... !?

Hmmm ...!

Naja ...!

Genauer hingucken lohnt sich jedenfalls. Zumindest manchmal. Egal, ob Volltreffer oder Niete.

Das zeigt sich auch gerade in Berlin. Upps...

Das Bild hier ist doch viel schöner. Besser nicht so nah rangehen...! Sonst wird aus sexy schnell sehr arm.

Also, in Berlin will er hier, der Klaus Wowereit, Bürgermeister bleiben.

Den Job will sie hier aber auch: Renate Künast von den Grünen.

Und er: Frank Henkel, CDU.

Für die Linke bewirbt sich Harald Wolf ...! Nee, 'tschuldigung, ...

... das hier ist der richtige Wolf.

Und fürs Protokoll: Ein FDP-Mann tritt auch an. Wie er heißt? Belasten Sie Ihren hübschen Kopf lieber nicht mit unnützem Wissen!

Jedenfalls senden die Parteien auf allen Kanälen ihre Werbebotschaften.

Der gemeine Berliner kann ihnen im Moment im Grunde nicht entkommen.

Die Liberalen versuchen es mit Fragen, die sie sich selbst stellen und dann auch selbst beantworten. Das wünscht sich jeder Abiturient. Die Bildungsmisere wäre passé.

Manches wirkt dabei vielleicht etwas, äh, anbiedernd und konstruiert.

Und es bleiben Fragezeichen. Viele Fragezeichen. Croissants, Paris, Schrippen? Eine nette Geste wäre, das Plakat zu entsorgen - bevor der Franzmann mit Baguettes wirft.

Ach ja: Und wenn die FDP unter "neuer Wahlfreiheit" versteht, ganz aus dem Abgeordnetenhaus zu fliegen, dann könnte sie durchaus richtig liegen.

Die Linke setzt vor allem darauf, gegen Rechts zu sein.

Und alles, was aus dem Westen kommt, ist schlecht - logisch!

Mit einigen Funktionären wagt man dafür wieder die Annäherung an Gott. Immerhin!

Und ein bisschen Eigenlob kann auch nicht schaden - schließlich ist man zurzeit an der Regierung beteiligt.

Pfiffig auch in diesem Jahr: die Kreativabteilung der Sozialisten und Kommunisten. Hut ab vor dem Wortwitz!

Dagegen hauen die richtigen Anti-Kapitalisten richtig auf den Putz.

Mieten? Ja, wofür denn? Legen Sie sich einfach beim Nachbarn ins Bett und pennen! Am nächsten Morgen Kühlschrank leerfuttern und die Biege machen. So geht Kuba!

Berlin ist nämlich unverkäuflich. Wobei sich wirklich die Frage stellt, wer die überschuldete Metropole eigentlich kaufen würde. Am ehesten wohl noch eine Bad Bank.

Die Grünen kommen im Retro-Kunst-Design daher.

"Natürlich werde ich Grün wählen, Clothilde! Ich hab gar nichts anderes anzuziehen!"

Apropos Anziehen: Pankow ist es auch wert, dass man sich fürs Bewerbungsfoto eine Krawatte umbindet, Herr Kirchner.

Und das Knöpfchen am Kragen noch schließt, Frau Künast!

Die Bürgerbewegung Pro Deutschland versucht es mit einer Attacke auf Österreich, wo einst ein Josef Fritzl weltberühmt wurde.

Und man propagiert eine "Hauptstadt der Angst". Die Lösung: "Nicht mit uns!" Genau, niemand hindert die Partei daran, nach Pirmasens oder Timbuktu zu ziehen.

Kleiner Exkurs: ein paar Spaßvögel mischen sich immer ein in Berlin. Hier wird die Linke auf's Korn genommen.

Hier kriegt die Künast ihr Pflanzenfett weg.

Und hier der Regierende.

Hagen Michaelis vertraut ganz auf seine Ausstrahlung - mit Recht. Er wird sicher abräumen.

Genauso wie die Grauen Panther, die es mit Logik versuchen.

Und Die PARTEI präsentiert zahlreiche Alternativen zum gängigen Polit-Mainstream.

Ebenso die "Bergpartei".

So, kurze Verschnaufpause. Mal an was anderes denken.

Och nöö, nicht an ihn hier.

Dann lieber an die Christdemokraten, die mit der jüngeren Vergangenheit kämpfen.

Also versuchen sie, die Gegenwart zu betonen. Brennende Autos, huihuihui. In Berlin eine Tradition wie in Nürnberg der Christkindlesmarkt oder das Oktoberfest in München.

Da müssen schöne Bilder her. Ein blondes Mädchen lernt lieber, als sich auf den leckeren Apfel zu stürzen. Vorbildliches Kind! Weiter so!

Ach nee, eben nicht weiter so. Schließlich schießt die CDU mit diesem sehr präzisen Spruch den Vogel ab.

Irgendwas hinzuzufügen?

Dann ab zur SPD. Die Genossen setzen ganz auf Emotionen. Machen keine großen Worte. Wowi hält einer Oma die Hand.

Wowi hört ganz genau hin.

Wowi lässt sich von einem Krokodil beißen. Wer braucht schon Inhalte, wenn er Berlin verstehen will?

Irgendwie anders gehen die Piraten zur Sache. Dieser Mann hier will so lieben, wie er ist. Das glaubt man gerade noch.

Aber dass es Christopher Lauer wirklich gibt, darf doch stark bezweifelt werden. Steckt hier Hape Kerkeling hinter dem angeklebten Schnauzer? Und: Warum sieht Christopher Lauer so aus, als sei er selbst ein einziges Experiment?

Ganz nebenbei hat die Internet-Partei das Plakat geschaffen, das generell im Wahlkampf gelten sollte. Doch kann man dem Plakat vertrauen?

Ach ja: Bevor jetzt hier einer meckert, dass die NPD ja auch antritt, hier aber gar nicht vorkommt...! Stimmt nicht!

Es war nur unlesbar, was auf den Plakaten steht.

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