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Das ist der Vorwurf. Das Dollarzeichen an sich ist das Symbol für das soziale Ungleichgewicht in den Vereinigten Staaten.
Das ist das Feindbild. Die Finanzwirtschaft. Eine Maschine, die die Menschlichkeit mit Geldgier übertrumpft - hier angelehnt an die britische Band Pink Floyd.
Nicht nur auf der Straße findet der Protest statt. Künstler stellen ihre Werke online zur Verfügung.
Viele sehen sich als Teil der "99 Prozent", der benachteiligten Bürger der USA.
Als Teil eines gesellschaftlichen Systems, das nicht in Frage gestellt werden soll, wie dieses Bild suggeriert.
Seit der Großen Depression in den 1930er Jahren war die Entwicklung nicht mehr so dramatisch. 46,2 Millionen Einwohner der USA lebten Angaben des Zensus zufolge im Jahr 2010 unterhalb der Armutsgrenze.
Hoch verschuldet, obdachlos geworden durch die geplatzte Immobilienblase und die Nachbeben des Lehman-Crash - ...
... zitieren die Kritiker die Gründerväter der Nation.
In den USA besitzen 99 Prozent der Bevölkerung weniger als fünf Prozent des Wohlstandes.
Die Schere zwischen Arm und Reich ...
... steht fast im 180-Grad-Winkel.
Aus der Bewegung "Occupy Wall Street" ...
... gehen martialische, absolutistische Forderungen hervor.
Und farblich eindeutige Zuordnungen von Institutionen und Demonstranten.
Auf einem Plakat in San Francisco wird die Verbindung des Protestes mit dem Hackernetzwerk Anonymous hergestellt.
Streetart-Künstler greifen die Thematik ebenfalls auf - humoristisch, ...
... lichten sich mitsamt einer Wandcollage ab, ...
... arbeiten mit bekannten Motiven, ...
... oder zeichnen selbstironische Comicstrips.
Von den USA weitet sich der Unmut auf andere Länder der Welt aus.
"Occupy Everywhere"? Während der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) die Bewegung "sehr ernst" nimmt, ...
... hält der ehemalige Bundespräsidentenkandidat Joachim Gauck die Debatte über eine Umgestaltung des Finanzmarktes für "unsäglich albern".
Seiner Ansicht nach werden die Proteste ein schnelles Ende finden.
In den USA sind die Aktionen gegen die Macht der Banken untrennbar verknüpft mit grundlegender Gesellschaftskritik - und dem Verweis auf das Kommunikationspotenzial des Internets.
Die Reichen sollen stärker besteuert werden, fordern die Aktivisten - und hier Batman, der im "echten Leben" der Millionär Bruce Wayne ist.
Die Grafiken gehen von schlicht, ...
... über Collagen, die weltweite politische Krisenherde bildlich zitieren ...
... sowie symbolischen Montagen ...
... bis hin zu visuellen Anspielungen auf die Stilisierung US-amerikanischer Städte.
Manche geben Händen auf ihren Postern Steine in die Hand - oder, je nach Lesart auch Mobiltelefone und Tablet-PCs -, ...
... andere überraschen mit bekannten Posen, hier des Künstlers Banksy, aber Blumen statt Wurfgeschossen.
Die Fronten sind klar. Die Bosse der Finanzwelt stehen für die Reichen, das eine Prozent der Bevölkerung, ...
... geschützt von den Sicherheitskräften.
Und nicht alle Aufrufe sind friedlich.
Oder gar differenziert. Der Künstler Jack Smith hat in seinem Portfolio eine ganze Serie von Bildern mit der US-amerikanischen Unabhängigkeitserklärung im Hintergrund.
Die Freiheit der USA, so die Suggestion, ist in Wahrheit Sklaverei.
George Orwells düstere Zukunftsvision "1984" wird ebenfalls in Verbindung mit der derzeitigen Situation gebracht.
Es ist eine typische US-amerikanische Methode, die Kolonialisierung des Kontinents, ...
... den Mythos der Staatsgründung mit aktuellen politischen Entwicklungen in Verbindung zu bringen ...
... und Zitate der Gründerväter zu verwenden. Wie hier von Thomas Jefferson, einem der Unterzeichner der "Declaration of Independence" am 4. Juli 1776.
Eine angepasste Version von einem der berühmten Zitate Jeffersons kommt auch in der Comicverfilmung "V wie Vendetta" vor, wo der Hauptcharakter die abgebildete Maske - ohne die Sterne der US-Flagge - trägt. "When the people fear their government, there is tyranny; when the government fears the people, there is liberty", so der ursprüngliche Satz.
Damals war es eine Revolution gegen die Engländer, gegen König George III., der Steuern auf die Kolonien in Übersee erhob.
Auch jetzt geht es um Geld.
An der Wall Street, ...
... in den ganzen USA, ...
... in London, ...
... weltweit.
Viele betonen die Friedfertigkeit des Protests, trotz Ausschreitungen und geballten Fäusten als zentralem Element vieler Plakate und anderer Kunstwerke.
"Alles ist toll, geht nach Hause und haltet euren Mund" - so fühlen sich die Aktivisten in Boston behandelt.
Sogar Logos großer Unternehmen werden auf den Aufrufen zum Protest verwendet, ...
... der längst große Teile des Landes erfasst hat.
Es sind auch persönliche Schicksale, die die Künstler zu ihren Werken inspirieren. Holly M. Moore etwa, die ihre Ausbildung über Kredite finanzieren musste, ...
... und sie nun nicht zurückzahlen kann.
Mögliche Häme Kanadas über die Krise des Nachbarlandes ist nach Ansicht des Künstlers "atratus" nicht angebracht.
Aber was ist die Lösung?
Kritiker sagen: Die Bewegung hat keine klar definierte, zentrale politische Forderung.
Vielmehr heiße es: Wir fordern, dass wir alles fordern dürfen.
Das könnte der Bewegung tatsächlich das Genick brechen.
Denn das Dilemma der politischen Linken in den USA war in der Vergangenheit häufig die Vielfalt ihrer Anhänger, die keine fokussierte, geführte Bewegung zuließ.
Die vielbeschworene Wut der Demonstranten gegen die Gier der Finanzmärkte könnte schnell wieder verflogen sein.
Derzeit kämpfen die USA mit dem eigenen Haushaltsdefizit und der drohenden Staatspleite, ...
... mit hoher Arbeitslosigkeit und dem politischen System, das nach Ansicht vieler zu lange braucht, um Entscheidungen zu treffen.
Die eine Seite zieht als Fazit der derzeitigen Situation: Der amerikanische Traum ist eben nur ein Traum.
Und die andere: Wir müssen nicht das System ändern, sondern uns selbst.
Dies erfordert mehr Informationen für die Bürger der USA, so diese textliche Äußerung.
Der Anfang für eine Veränderung ist nach Ansicht dieses Künstlers gemacht. Welcher Art auch immer.
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