Fast 30 Jahre lang war Markus Wolf Chef der DDR-Auslandsspionage.Bild 1 von 37 | Foto: picture-alliance / dpaBis 1978 existierte im Westen kein Foto von Wolf. Daher trug er zeitweise den Beinamen "Mann ohne Gesicht".Bild 2 von 37 Nach der Wiedervereinigung ...Bild 3 von 37 ... stand die "graue Eminenz der Spionagewelt" ganz oben auf der bundesdeutschen Fahndungsliste.Bild 4 von 37 Markus Wolf wurde am 19. Januar 1923 im schwäbischen Hechingen geboren.Bild 5 von 37 Da sein Vater, Friedrich Wolf, jüdischer Herkunft und aktiver Kommunist war, emigrierte die Familie 1933 über Österreich, die Schweiz und Frankreich in die Sowjetunion.Bild 6 von 37 Dort wurde Markus Wolf Mitglied der KPD und studierte Flugzeugbau in Moskau.Bild 7 von 37 | Foto: picture-alliance / dpaNach einer Beschäftigung als Journalist für Rundfunksender in Moskau und Berlin wechselte Wolf 1949 zur DDR-Mission in Moskau.Bild 8 von 37 "Mischa" Wolf galt als Schlüsselfigur des Kalten Krieges. 1952 wurde er Leiter des Außenpolitischen Nachrichtendienstes der DDR.Bild 9 von 37 Seit 1956 stand Wolf an der Spitze der Hauptverwaltung Aufklärung im Ministerium für Staatssicherheit und war einer der Stellvertreter von Stasi-Chef Erich Mielke (im Bild).Bild 10 von 37 Mielke war der umtriebige Wolf nicht immer geheuer. Zu schillernd war dem verknöcherten Minister das Privatleben seines Agentenführers, der drei Mal heiratete.Bild 11 von 37 Klaus Kinkel, der ebenfalls aus Hechingen stammt, war 1979-82 Wolfs direkter Gegenspieler als Präsident des Bundesnachrichtendienstes.Bild 12 von 37 Nachdem der BND "den Mann ohne Gesicht" 1978 in Stockholm durch ein Foto enttarnt hatte, waren die Reisemöglichkeiten Wolfs ins westliche Ausland stark eingeschränkt.Bild 13 von 37 Einer der ersten von 4000 Auslandsagenten, die Markus Wolf mit der Präzision eines Schachspielers führte, war "Kanzlerspion" Günther Guillaume.Bild 14 von 37 Dessen Enttarnung führte im Mai 1974 zum Sturz des damaligen Bundeskanzlers Willy Brandt (im Bild Guillaume rechts neben Brandt).Bild 15 von 37 Mit einer Rose nahm Wolf Abschied von Guillaume, nachdem dieser am 10. April 1995 verstorben war.Bild 16 von 37 1986 quittierte Wolf auf eigenen Wunsch den Dienst beim Ministerium für Staatssicherheit ...Bild 17 von 37 ... und widmete sich der Vollendung eines Projekts seines verstorbenen Bruders, des DEFA-Regisseurs Konrad Wolf.Bild 18 von 37 In dem daraus entstandenen, 1989 erschienenen Buch "Troika" und in späteren Interviews zeigte sich Wolf verhalten kritisch gegenüber der DDR. Er gehörte zu den Fürsprechern einer vorsichtigen Reformpolitik.Bild 19 von 37 | Foto: picture-alliance / dpa/dpawebNach dem Zusammenbruch der DDR ...Bild 20 von 37 ... lehnte Markus Wolf diverse Ämter als Berater ab und floh vorübergehend nach Moskau, um einem Haftbefehl in Deutschland zu entgehen.Bild 21 von 37 1991 beantragte er in Österreich politisches Asyl.Bild 22 von 37 | Foto: picture-alliance / dpaDer Antrag wurde abgelehnt. Wolf stellte sich an der deutschen Grenze den Behörden.Bild 23 von 37 Das Oberlandesgericht Düsseldorf verurteilte ihn zu sechs Jahren Haft wegen Landesverrats (im Bild Wolf mit seiner Frau Andrea). Das Urteil hatte jedoch keinen Bestand, da die Spionage im Auftrag des souveränen Staates DDR und im Einklang mit ihren Gesetzen erfolgt war.Bild 24 von 37 | Foto: picture-alliance / dpaDeswegen wurde es später teilweise aufgehoben. 1997 kam es zu einer Verurteilung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung wegen Freiheitsberaubung, Nötigung und Körperverletzung in vier Fällen.Bild 25 von 37 | Foto: picture-alliance / dpaIm gleichen Jahr wurden wegen Aussageverweigerung im Spionageprozess gegen den SPD-Politiker Paul Gerhard Flämig (rechts) drei Tage Beugehaft über Wolf verhängt.Bild 26 von 37 | Foto: picture-alliance / dpaAus dieser wurde er am 17. Januar 1998 entlassen.Bild 27 von 37 | Foto: picture-alliance / dpaSeine Strafverfolgung empfand Markus Wolf bis zum Schluss als "Siegerjustiz".Bild 28 von 37 | Foto: picture-alliance / dpaStrafbare Handlungen vermochte er in seiner jahrzehntelangen Spionagetätigkeit nicht zu erkennen.Bild 29 von 37 Schließlich habe er sich als Bürger und Funktionsträger der DDR stets an die geltenden Gesetze gehalten.Bild 30 von 37 1997 legte er eine Art Rechenschaftsbericht ab: Unter dem Titel "Spionagechef im geheimen Krieg" veröffentlichte Wolf seine Memoiren.Bild 31 von 37 | Foto: picture-alliance / dpaDas Werk stellte er unter anderem im "Berliner Ensemble" vor.Bild 32 von 37 | Foto: picture-alliance / dpaWährend selbst die Spionagechefs des Westens Wolf Anerkennung zollten, demonstrierte in der Leipziger Innenstadt ein Bürgerkomitee gegen eine Lesung des ehemaligen Geheimdienstchefs.Bild 33 von 37 | Foto: picture-alliance / dpa2002 präsentierte Wolf dann auf der Frankfurter Buchmesse sein Buch "Freunde sterben nicht".Bild 34 von 37 | Foto: picture-alliance/ dpaLesungen nutzte er, um über die Beziehungen zu seinen Freunden zu sprechen, die seinen von Extremen gekennzeichneten Lebensweg kreuzten.Bild 35 von 37 | Foto: picture-alliance / dpa/dpawebGegen Ende seines Lebens lebte der Ex-Spionagechef in Berlin.Bild 36 von 37 Dort starb er im Alter von 83 Jahren in der Nacht zum 9. November 2006, genau 17 Jahre nach dem Fall der Mauer und der Öffnung der Grenzen zur DDR. (Fotos: dpa, AP)Bild 37 von 37