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Samstag, 16. Juli 2016

Türkei im Ausnahmezustand: Militär putscht gegen Erdogan

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Nach einem Putschversuch von Teilen des Militärs in der Türkei scheint ... (Foto: AP)

Nach einem Putschversuch von Teilen des Militärs in der Türkei scheint ...

Nach einem Putschversuch von Teilen des Militärs in der Türkei scheint ...

... die Regierung die Lage wieder unter Kontrolle zu haben. Präsident Erdogan kündigt Vergeltung an. Mehr als ...

... 2800 Militärangehörige seien festgenommen worden, sagt ein Regierungsvertreter.

Fünf Generäle und 29 Oberste wurden ihrer Posten enthoben.

Bei dem Putschversuch kamen mindestens 265 Menschen ums Leben. Bei 161 der Toten handelt es sich laut Ministerpräsident Binali Yildirim um regierungstreue Sicherheitskräfte oder Zivilisten. Hinzu kommen 104 getötete Putschisten. Zudem wurden mehr als 1150 Menschen verletzt.

Am Morgen war die Lage nach wie vor unübersichtlich. In Istanbul, der größten Stadt des Landes, waren noch immer Schüsse und Explosionen zu hören.

Nach eigenen Angaben hatten die türkischen Streitkräfte am späten Freitagabend die Macht übernommen.

Das türkische Präsidialamt bestritt dies allerdings sogleich.

In einem live übertragenen Telefonanruf beim Sender CNN Türk rief Erdogan das Volk zu öffentlichen Versammlungen gegen die Putschisten auf.

"Ich rufe unser Volk auf, sich auf den Plätzen und am Flughafen zu versammeln", sagte Erdogan.

Das Militär verhängte derweil eine Ausgangssperre im ganzen Land.

Die Ausgangssperre diene der Sicherheit der Bürger, ...

... hieß es in einer Erklärung, die Putschisten im Staatssender TRT 1 verlesen ließen.

Mit dem Putsch sollten unter anderem die verfassungsmäßige Ordnung, die Demokratie und ...

... die Menschenrechte wiederhergestellt werden, teilte das Militär nach Angaben der privaten Nachrichtenagentur DHA mit.

Augenzeugen in Istanbul berichteten von schwer bewaffneten Sicherheitskräften in den Straßen. Über Istanbul kreisten Hubschrauber. Kampfjets flogen im Tiefflug über der Stadt.

DHA meldete, eine der Bosporus-Brücken sei teilweise gesperrt worden.

Russland und die USA riefen zum Frieden auf. "Blutige Zusammenstöße müssen vermieden und sämtliche Probleme ausschließlich verfassungskonform gelöst werden", mahnte der russische Außenminister Sergej Lawrow bei einem Treffen mit seinem US-Kollegen John Kerry in Moskau.

Trotz Ausgangssperre stömten in Istanbul unzählige Menschen auf die Straßen.

Viele versammelten sich zum Beispiel am bekannten Taksim-Platz. Das Militär sicherte die Gegend.

Über der Stadt flogen Kampfjets, über dem Bosporus kreisten Hubschrauber. Schüsse und Explosionen waren zu hören. Niemand wusste, wer gerade schoss.

Auf den Straßen brach vereinzelt Panik aus. Autos kollidierten.

Augenzeugen berichteten, dass sich Anwohner in Eckläden mit Lebensmitteln eindeckten.

Unterdessen strichen mehrere Fluggesellschaften ihre Türkei-Flüge. Ein paar Ziele werden allerdings angeflogen. Reisende sollten Airlines und Reiseveranstalter kontaktieren.

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