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Benedikt XVI. hat Geschichte geschrieben: Als erstes katholisches Kirchenoberhaupt betrat der 82-Jährige den von Muslimen als Heiligtum verehrten Felsendom in der Altstadt von Jerusalem.
Der Pontifex zog - wie bei muslimischen Gläubigen üblich - vorher seine Schuhe aus.
Anschließend betete Benedikt an der Klagemauer, der wichtigsten religiösen Stätte der Juden.
Der Tradition gemäß steckte er einen Zettel mit Wünschen in die Wand und verharrte lange in stillem Gebet.
Der Zettel des Papstes enthält ein Gebet um Frieden "im Heiligen Land, im Nahen Osten und in der ganzen Familie der Menschheit".
Er schließt sein Gebet mit einem Zitat aus den Klageliedern des Jeremias: "Der Herr ist freundlich dem, der auf ihn harrt, und der Seele, die nach ihm fragt."
Der achteckige Felsendom mit seiner vergoldeten Kuppel wurde im siebten Jahrhundert unter dem Kalifen Abd al-Malik erbaut.
Das Meisterwerk der islamischen Baukunst markiert die Stelle, wo der biblischen Überlieferung nach Abraham bereit war, seinen Sohn Isaak zu opfern.
Nach islamischer Überlieferung ist von diesem Felsen der Prophet Mohammed auf dem Pferd "Burak" (Blitz) in den Himmel geritten. Muslime erkennen auf dem Felsen noch den Hufabdruck.
Jerusalem ist für Muslime nach den saudi-arabischen Städten Mekka und Medina der drittheiligste Ort. Der Felsendom steht auf dem Tempelberg, der von Muslimen Haram al-Scharif (edles Heiligtum) genannt wird. (Archivbild)
Zweites Heiligtum ist dort die Al-Aksa-Moschee, deren bleigraue Kuppel im Kontrast zum gold-leuchtenden Felsendom steht. (Archivbild)
Die Moschee ist die größte in Jerusalem und bietet im Innenraum 5000 Gläubigen Platz. Die ältesten Teile der Al-Aksa-Moschee stammen aus dem frühen 8. Jahrhundert. (Archivbild)
Israelische Archäologen vermuten, dass die Moschee auf den Überresten des zweiten biblischen Tempels, des zentralen Heiligtums des Judentums um die Zeitenwende, errichtet wurde. Juden dürfen auf dem Tempelberg nicht beten und israelische Archäologen dürfen nicht graben. (Archivbild)
Der Tempelberg war mehrmals Auslöser blutiger Zusammenstöße. Nach dem Besuch des damaligen israelischen Oppositionsführers Scharon im September 2000, der von Palästinensern als Provokation empfunden wurde, begann die zweite Intifada.
Bethlehem war die nächste Station der Nahost-Reise von Papst Benedikt XVI. Die Stadt liegt im Westjordanland und gehört zu den Autonomiegebieten der Palästinenser.
Für die weltweit 2,1 Milliarden Christen ist Bethlehem von besonderer Bedeutung: Der Überlieferung nach gilt die Stadt als der Geburtsort Jesus Christus.
Papst Benedikt XVI. wurde in Bethlehem von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas begrüßt.
Bei seiner Ankunft wurde Benedikt mit militärischen Ehren empfangen. Es ist sein erster Besuch in den Palästinensergebieten als Oberhaupt der katholischen Kirche.
Auf dem Weg zur Geburtskirche winkte das Kirchenoberhaupt seinen Anhängern aus dem Papamobil zu.
Insgesamt kamen tausende gläubige Christen nach Bethlehem, um die Messe des Papstes zu hören.
Den Palästinensern sicherte Benedikt XVI. Unterstützung bei ihrer Forderung nach einem souveränen Staat zu. Als Zeichen der Hoffnung hatte ein Mann vatikanische und palästinensische Fahnen an einem Zaun befestigt.
Benedikt XVI. betete für ein Ende der Blockade des Gazastreifens und versicherte der Bevölkerung seine Solidarität. Israel hatte rund hundert Bewohnern des Gazastreifens eine Genehmigung zur Einreise ins Westjordanland erteilt. (Bilder: dpa / AP / rts)
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