| SA | 9° / 23° |
| SO | 12° / 22° |
Die genauen Umstände des Tods von Muammar al-Gaddafi liegen weiter im Dunkeln.
Der Regierungschef des Übergangsrats, Mahmud Dschibril (2.v.l.), sagte am Donnerstag, Gaddafi sei bei einem Schusswechsel tödlich am Kopf getroffen worden.
Dagegen sagte ein Kommandeur der Gaddafi-Gegner, der frühere Diktator sei an Bein und Schulter verwundet worden und "danach" gestorben.
"Als er gefunden wurde, war er bei guter Gesundheit und hatte eine Waffe", sagte Dschibril. Er sei anschließend auf einen Pickup gebracht worden.
Als das Fahrzeug losfuhr, sei jedoch eine Schießerei zwischen Gaddafi-Anhängern und Gegnern ausgebrochen. Dabei habe Gaddafi einen Kopfschuss erlitten.
Bis zu seinem Eintreffen im Krankenhaus in Misrata (Bild) sei er noch am Leben gewesen.
Der Kommandeur der Truppen des Übergangsrats in Sirte, Mohammed Leith, hatte zuvor gesagt, Gaddafi habe aus einem Jeep zu fliehen versucht, als dieser beschossen wurde.
Er habe sich in einem Abwasserkanal versteckt, sei dann jedoch mit einer Kalaschnikow und einer Pistole in den Händen herausgekommen und habe sich umgeschaut.
Da sei er von Kämpfern des Übergangsrats an der Schulter und am Bein getroffen worden. "Danach starb er", sagte Leith.
Feiernde Soldaten der Übergangsregierung zeigten die Trophäen der Festnahme: Gaddafis goldene Pistole, sein Satellitentelefon, seinen braunen Schal und einen schwarzen Stiefel.
Videoaufnahmen zeigen Gaddafi nach seiner Festnahme lebend inmitten von Kämpfern des Übergangsrats. Er wirkt bereits verletzt und hat Blut auf Gesicht und Schultern.
Ein Kämpfer scheint ihm eine Pistole an den Kopf zu halten. Ob er abdrückt, ist nicht zu erkennen. Anschließend ist auf den Aufnahmen zu sehen, wie Gaddafi auf einen Pickup gezogen wird.
Vor Journalisten sagte ein bewaffneter Libyer in Sirte, einer der Rebellen habe Gaddafi mit einer Neun-Millimeter-Pistole erschossen, in den Bauch habe er ihn geschossen.
Ein Arzt des Krankenhauses von Misrata sagte, Gaddafi sei durch "Schüsse aus nächster Nähe in Kopf und Bauch" gestorben.
NATO-Kampfjets sollen seinen Konvoi unter Beschuss genommen haben, der auf der Flucht aus Sirte gewesen sei. Gerüchten zufolge sollen britische Truppen vor Ort gewesen sein, als Gaddafi ergriffen wurde.
Frankreichs Verteidigungsminister Gérard Longuet sagte, französische Kampfflugzeuge hätten am Morgen einen Konvoi von rund 80 Fahrzeugen "gestoppt", die Sirte zu verlassen versuchten.
Erst Gaddafi-Gegner hätten die Fahrzeuge zerstört und Gaddafi herausgeholt. Laut einem US-Vertreter feuerte auch eine US-Drohne eine Rakete auf den Konvoi.
Am Donnerstagabend befand sich die Leiche Gaddafis sowie die seines ebenfalls in Sirte getöteten Sohnes Mutassim (Bild) in einem Haus in der weiter westlich gelegenen Küstenstadt Misrata.
Gaddafi werde in Kürze an einem unbekannten Ort nach islamischem Ritus begraben, sagte Regierungschef Dschibril.
Was mit seinem Körper geschehe, sei "ziemlich egal, Hauptsache, er verschwindet".
Die Daten werden nur zum Versenden der Nachricht benutzt und nicht gespeichert.
Bitte überprüfen Sie Ihre Angaben.