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Politik

Abriss in Abbottabad: Über Bin Ladens Versteck soll Gras wachsen

 
Abriss in Abbottabad: Über Bin Ladens Versteck soll Gras wachsen

Knapp zehn Monate nach der Tötung von Osama bin Laden machen die pakistanischen Behörden das letzte Versteck des Al-Kaida-Chefs dem Erdboden gleich.

Inzwischen ist der Abriss im nordpakistanischen Abbottabad abgeschlossen.

Die Arbeiten begannen auch für viele Anwohner völlig überraschend.

Zunächst riegeln Sicherheitskräfte die Zufahrtsstraßen zu dem weiß verputzten, etwas heruntergekommenen Haus ab.

Pakistanische Medien berichten unter Berufung auf örtliche Beamte, Anlass für den Abriss sei der andauernde Strom von Schaulustigen gewesen, der ein Sicherheitsrisiko für die Gegend dargestellt habe.

Immer wieder waren Tausende Menschen nach Abbottabad gekommen, um einen Blick auf den Ort zu werfen, wo die Navy-Seals Bin Laden getötet hatten.

Bin Laden hatte sich mehrere Jahre lang in dem Haus in unmittelbarer Nähe zu einer Ausbildungsakademie des Militärs versteckt.

Er lebte dort mit seinen drei Frauen und neun Kindern und Enkelkindern.

Ein US-Sonderkommando tötet dort Anfang Mai 2011 den Al-Kaida-Chef, seitdem kontrollierten Sicherheitskräfte das Gelände.

Der Stadtteil Bilal Town wurde seitdem immer öfter "Bin Laden Town" genannt.

Bis heute gibt es Spannungen zwischen den USA und Pakistan, weil die US-Regierung Pakistan zuvor nicht von dem Einsatz informierte.

Deshalb galt der Ort auch zunehmend als Symbol für das Scheitern des pakistanischen Sicherheitsapparats, der nach Angaben von Regierung und Militärführung nichts von Bin Ladens Aufenthaltsort gewusst haben will.

Die Bulldozer beginnen mitten in der Nacht mit der Zerstörung des dreistöckigen Gebäudekomplexes.

Schwer bewaffnete pakistanische Soldaten riegeln dafür das Gelände gegen Schaulustige und Journalisten ab.

Reporter werden daran gehindert, Fotos zu machen.

Anwohner werden aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben.

Sie hoffen, sich künftig wieder freier bewegen zu können.

Zwischen den aufgerissenen Wänden der fast leeren Zimmer sind für eine kurze Zeit Schränke und ein Stuhl zu sehen.

Alle Beweismittel und Besitztümer der Bin-Laden-Familie sind längst abtransportiert worden.

Nach nicht einmal 48 Stunden ist nicht nur der gesamte Gebäudekomplex verschwunden, auch der Bauschutt ist bereits abtransportiert.

Nun soll Gras über die Sache wachsen.

Offen ist, was später auf dem Grundstück entstehen soll.

Ein Behördenvertreter spricht sich dafür aus, dort Gemüse anzupflanzen.

Anwohner fänden eine Schule passender, eine Mädchenschule wäre ihnen am liebsten - als deutliches Signal gegen die Ideologie der Islamisten, die gegen die Ausbildung von Mädchen ist.

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