Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat mehrere Haftbefehle gegen den sudanesischen Präsidenten Omar Hassan al-Baschir (im Bild) beantragt.Bild 1 von 72 Bereits seit 2009 werden Baschir Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in der sudanesischen Region Darfur vorgeworfen. Ein Haftbefehl wegen Völkermords kommt im Juli 2010 hinzu.Bild 2 von 72 Amnesty International begrüßt 2009 die Ausstellung des Haftbefehls gegen den einstigen Fallschirmjäger, der sich vor 20 Jahren an die Macht putschte.Bild 3 von 72 Der Haftbefehl sei "ein einzigartiger Schritt für die internationale Strafgerichtsbarkeit", sagt Leonie von Braun, Expertin für internationale Strafgerichtsbarkeit von Amnesty International.Bild 4 von 72 Die sudanesische Regierung bezeichnet den Haftbefehl jedoch als "Neokolonialismus".Bild 5 von 72 Die Hilfsorganisation World Vision befürchtet, dass "neue Gewaltausbrüche und eine Verschlechterung der humanitären Situation" im Sudan drohen.Bild 6 von 72 Auch die Verhandlungen zur Lösung des Darfur-Konflikts könnten ins Stocken geraten.Bild 7 von 72 Rund 300.000 Menschen wurden nach UN-Angaben in Darfur seit 2003 ermordet, ...Bild 8 von 72 ... mindestens zweieinhalb Millionen Menschen sind auf der Flucht.Bild 9 von 72 "In Darfur sterben immer noch jeden Tag 5000 Menschen", so der Chefankläger in Den Haag, Luis Moreno-Ocampo.Bild 10 von 72 Seit 2003 vertreiben zumeist arabischstämmige Reitermilizen ethnische Gruppen afrikanischer Herkunft in Darfur.Bild 11 von 72 Die so genannten Dschandschawid fallen über die Dörfer her, zünden Häuser an, ...Bild 12 von 72 ... morden und vergewaltigen.Bild 13 von 72 Unterstützung erhalten sie dabei von der zumeist arabisch-stämmigen Zentralregierung in Khartum, so der Vorwurf aus Den Haag.Bild 14 von 72 Im Frühjahr 2006 verschlechtert sich die Lage in Darfur weiter drastisch, ...Bild 15 von 72 ... und der Konflikt greift zunehmend auch auf das Nachbarland Tschad über.Bild 16 von 72 Immer wieder greifen hier die Reitermilizen Dörfer an.Bild 17 von 72 Die Regierung im Tschad ruft den Notstand aus.Bild 18 von 72 Der UN-Hilfskoordinator Jan Egeland warnt damals nach einer Reise durch die Krisenregion vor einer erschreckenden Eskalation der Gewalt.Bild 19 von 72 "Übergriffe sind an der Tagesordnung", so Egeland.Bild 20 von 72 Immer mehr bewaffnete Milizen seien in den Flüchtlingslagern präsent, ...Bild 21 von 72 ... Kinder würden zum Waffendienst missbraucht.Bild 22 von 72 "Es gibt einfach keinen Schutz für unschuldige Zivilisten, ...Bild 23 von 72 .... die immer und immer wieder gewalttätig angegriffen wurden", stellt Egeland fest.Bild 24 von 72 Auch die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" zeichnet ein düsteres Bild der Lage in Darfur.Bild 25 von 72 "Die zwei Millionen Vertriebenen sind völlig von externer Hilfe abhängig. ...Bild 26 von 72 ... Die Camps, in denen sie hausen, können bis zu 100.000 Personen fassen ...Bild 27 von 72 ... und sind regelrechte Gefängnisse unter offenem Himmel", so der Projektleiter von "Ärzte ohne Grenzen" in West-Darfur, Jean-Sebastien Matte.Bild 28 von 72 "Für Frauen ist das Verlassen des Lagerbereichs, etwa um Brennholz zum Kochen zu suchen, immer noch extrem gefährlich. ...Bild 29 von 72 ... Auch die Männer trauen sich kaum hinaus, ...Bild 30 von 72 ... nicht einmal, um sich in ein Regierungskrankenhaus zu begeben, denn sie haben Angst, für Anhänger der einen oder anderen Rebellengruppe gehalten und verhaftet zu werden. ...Bild 31 von 72 ... Die Vertriebenen in Darfur befinden sich in einer unerträglichen Lage."Bild 32 von 72 Mehr noch: Seitdem die sudanesische Regierung mit einer Fraktion einer Rebellengruppe, der Sudanesischen Befreiungsarmee unter Minni Arcua Minnawi im Frühling 2006 ein Friedensabkommen unterzeichnet hat, ...Bild 33 von 72 ... kommt es zu verstärkten Unruhen.Bild 34 von 72 Die Gruppen, die nicht unterzeichnet haben, bekämpfen sich nun untereinander - ....Bild 35 von 72 ... mit katastrophalen Folgen für die Bevölkerung und die Helfer.Bild 36 von 72 "Wir werden immer mehr zum Ziel von Gewalttaten, ...Bild 37 von 72 ... sei es durch Tätlichkeiten, Diebstahl oder Überfälle", so Matte von "Ärzte ohne Grenzen".Bild 38 von 72 Verstärkt werden Mitarbeiter internationaler Hilfskonvois attackiert ...Bild 39 von 72 .... und ermordet.Bild 40 von 72 In manche Gegenden kommen die Hilfsorganisationen gar nicht mehr.Bild 41 von 72 Regierung und Rebellengruppen verweigern ihnen den Zutritt.Bild 42 von 72 Besonders betroffen ist die Zivilbevölkerung.Bild 43 von 72 Seit 2003 werden Tausende sudanesischer Frauen und Mädchen vergewaltigt - ...Bild 44 von 72 ... mit traumatischen Folgen für sich und ihre Kinder.Bild 45 von 72 Eine UN-Untersuchungskommission nennt die Misshandlungen in einem Bericht 2005 "Kriegsverbrechen" ...Bild 46 von 72 ... und "Verbrechen gegen die Menschlichkeit".Bild 47 von 72 Auch die Ermittlungen des Internationalen Strafgerichtshofes ergeben eine hohe Zahl von Massenvergewaltigungen und anderer Formen schwerwiegender geschlechtsspezifischer Gewalt.Bild 48 von 72 Dennoch weigern sich die sudanesischen Behörden, ...Bild 49 von 72 ... Verdächtige zu verhaften und zu überstellen und Untersuchungen des Strafgerichtshofes in Darfur zu ermöglichen.Bild 50 von 72 Vielmehr richtet Khartum selbst einen nationalen Gerichtshof zur Aufklärung kriegsbedingter Verbrechen ein.Bild 51 von 72 Das Rechtssystem im Sudan macht es allerdings Opfern sexueller Gewalt fast unmöglich, Gerechtigkeit zu erlangen: ...Bild 52 von 72 ... So müssen Frauen, die Anzeige wegen Vergewaltigung stellen, ...Bild 53 von 72 ... ihre Aussage von vier männlichen Zeugen bestätigen lassen.Bild 54 von 72 Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch, Amnesty International und die Gesellschaft für bedrohte Völker schlagen immer wieder Alarm.Bild 55 von 72 Der sudanesischen Regierung werden systematische Massaker gegen die Bevölkerung im Westen vorgeworfen.Bild 56 von 72 Human Rights Watch spricht sogar von systematischer Vernichtung im Sudan.Bild 57 von 72 Nach langem Hin und Her ...Bild 58 von 72 .... und viel Widerstand aus Khartum ...Bild 59 von 72 ... einigen sich schließlich die Vereinten Nationen und die Afrikanische Union auf die gemeinsame Friedensmission UNAMID.Bild 60 von 72 Die Soldaten nehmen am 1. Januar 2008 ihre Arbeit auf, ...Bild 61 von 72 ... doch sie schaffen es nicht, die Bevölkerung zu schützen.Bild 62 von 72 Vielmehr werden auch die Soldaten immer wieder Ziel von Angriffen.Bild 63 von 72 Die US-Schauspielerin Mia Farrow wirft dem UN-Weltsicherheitsrat Versagen im Darfur-Konflikt vor.Bild 64 von 72 "Die Geschichte wird sich daran erinnern, wie der UN-Sicherheitsrat fünf Jahre lang an der Aufgabe scheiterte, die ihm aufgetragen wurde - eine hilflose Bevölkerung zu schützen", sagte die 63-jährige Farrow in einer geschlossenen Sitzung des 15-köpfigen Gremiums der UN.Bild 65 von 72 "Sie haben bereits bei den über 300.000 Toten versagt, die sinnloserweise in Darfur ums Leben gekommen sind. ...Bild 66 von 72 ... Sie haben bei den Millionen von Menschen versagt, die in elenden Lagern in Darfur, dem Osten des Tschads und jetzt in der Zentralafrikanischen Republik ums Überleben kämpfen."Bild 67 von 72 Farrow beschuldigt den Weltsicherheitsrat, sich dem Diktat der sudanesischen Regierung zu beugen, keine westlichen Staaten bei dem Blauhelmeinsatz in Darfur zuzulassen. "Ich frage Sie: ...Bild 68 von 72 ... Wie lange lassen Sie es zu, dass die sudanesische Regierung dieses Gremium manipuliert? Hat Adolf Hitler sich die Truppen auswählen dürfen, die seinem Völkermord ein Ende machten?"Bild 69 von 72 Der UN-Hilfskoordinator Egeland forderte bereits vor Jahren die Vereinten Nationen auf, Maßnahmen gegen das Gemetzel zu ergreifen.Bild 70 von 72 Die Situation sei "katastrophal und kann noch sehr, sehr viel schlimmer werden", so Egeland.Bild 71 von 72 Jedoch: Der schlimmste Fall ist längst eingetreten.Bild 72 von 72