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Sie ist sie wieder da: die "Black Rock City" ...
... in der glühenden Hitze der Wüste Nevadas.
Beim "Burning Man"-Festival rund 75 Kilometer nördlich von Reno kommen …
… mehr als 50.000 Menschen aus aller Welt zusammen.
Das Thema bei dem durchgeknallten Wüsten-Festival ...
... ist in diesem Jahr "Rites of Passage" ("Übergangsriten")
Es wird bereits zum 25. Mal begangen: ...
1986 hatten "Urvater" Larry Harvey (links, 1998) und seine Freunde die erste Holzfigur am Strand von San Francisco verbrannt, …
… aus Liebeskummer und aus Gründen, an die sich heute von den "Burning Man"-Pionieren ...
... keiner mehr recht erinnert.
Es war schließlich eine wilde Hippie-Party – und das ist es bis heute.
Aus dem kollektiven Herzschmerz-Ritual wurde eine Massenparty, die noch heute, ein Vierteljahrhundert später, weltweit Faszination auslöst …
… und die Sehnsucht, auch einmal dabei zu sein - das Festival ist ausverkauft, dieses Jahr zum ersten Mal.
Die Black Rock Desert in Nevada, wo das "Burning Man"-Festival (nach den ersten Jahren am Baker Beach, San Francisco) seit 1991 stattfindet, ist ein idealer Ort dafür.
Die Salzton-Wüste erinnert an eine Mondlandschaft, geradezu unwirklich, die reale Welt scheint weit, weit weg.
In der Zeit des Festivals (29. August bis 5. September 2011) entsteht dort, rund um den etwa 24 Meter großen hölzernen Mann, …
… in Hitze und Staub, eine temporäre Stadt aus Kunstinstallationen ...
... und Wüsten-Fahrzeugen, eins skurriler als das andere.
Höhepunkt ist am sechsten Festivaltag (diesmal also am Samstag, 3. September) ...
... das namensgebende Verbrennen des Holz-Mannes, ..
... begleitet - natürlich - von einer orgiastischen Party.
Könnte sein, dass außer Luft, Liebe, Feuer und Wüste ...
... auch die eine oder andere Droge im Spiel ist.
Manche nehmen sich als Erinnerung gar die Asche des verbrannten Holzmannes mit.
Festivalende ist traditionell ...
... der "Labor Day", der erste Montag im September.
In der letzten Nacht wird dann ...
... unter großer emotionaler Anteilnahme ...
... auch noch der "Temple of Transformation" angezündet.
Hier steht er noch unversehrt. Um am Kult-Ereignis "Burning Man" teilhaben zu können, nehmen die Festivalgäste ziemliche Strapazen in Kauf.
Es ist unglaublich heiß am Tage und kalt in der Nacht.
Der Staub ist allgegenwärtig, ab und an erschwert ein Staubsturm Sicht und Atmung noch mehr als sowieso schon.
Das ist nur mit guter Brille und Atemschutz zu ertragen.
Zudem sollte man nicht damit rechnen, die Kleidung später nochmal "in der Zivilisation" tragen zu können, ...
... denn der feine Tonstaub setzt sich fest und lässt sich kaum herauswaschen.
Auch gewöhnungsbedürftig für viele: Radikalcampen mit Essen aus der Dose ...
... und nächtigen im Zelt, im Wohnmobil ...
... oder auf dem Boden, …
… auch die Körperhygiene muss wegen des Wassermangels etwas zurückstehen - und das bis zu acht Tage lang.
Alle Vorräte müssen zudem selbst mitgebracht werden, denn auf dem Gelände ...
... wird nichts verkauft. Allerdings wird viel verschenkt, denn eines der zehn "Burning Man"-Gebote lautet: Schenken! ("Burning Man is devoted to acts of gift giving")
Das gilt nicht nur für Lebensmittel, sondern auch für Umarmungen - hier gibt es "free hugs" ...
... in verschiedenen Varianten.
Was man mitgebracht hat, darf man keinesfalls als Müll dalassen, denn ein anderes der zehn Gebote lautet: "Leaving No Trace" (Keine Spuren hinterlassen).
Kein Müll, keine Hunde, keine Waffen. (Wenn doch, dann nur als Kunstinstallation ...
... oder als Spielzeug. Gefällt aber bestimmt nicht jedem Festivalteilnehmer.)
Auch das Tragen von Markenlogos wird vermieden. Ansonsten gilt: Toleranz und Respekt sind oberstes Gebot.
Die Festival-Tickets sind mit 300 Dollar für die acht Tage recht teuer.
Dafür bekommt man aber auch wirklich Außergewöhnliches geboten: bizarre Fahrzeuge, ...
... skurrile Kleidung, ...
... sehr skurrile Kostüme (hier der "Dust Demon") ...
... weils so schön war, nochmal von Nahem, ...
... schrille Kopfbedeckungen, ...
... märchenhafte oder spacige Bauten, ...
... eine geradezu unwirkliche Umgebung, wie eine Theaterkulisse, ...
... und jede Menge allerbuntester Vögel.
Jeder, der will, hat hier seine Bühne.
Jeder kann in eine andere Rolle schlüpfen und zum Beispiel von einer Texanerin zu einem Indianer (bzw. "native American") werden.
Jeder darf so richtig die Sau oder was er auch immer will rauslassen, und dabei gilt das erwähnte oberste Gebot: …
… Toleranz und Respekt. Davon könnte die Welt wohl viel, viel mehr gebrauchen. (Text: Andrea Beu)
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