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Die Ostseestrände sind ein sehr beliebtes Ziel ...
... vor allem, wenn die Sonne scheint. Und sie scheint hier oft:
Mit durchschnittlich mehr als 1900 Sonnenstunden gehört Usedom ...
... zu den sonnenreichsten Regionen Deutschlands. (im Hintergrund: Heringsdorfer Seebrücke).
Aber auch bei trübem Wetter hat die Insel ihre Reize. (Ahlbecker Seebrücke)
Ein Strandspaziergang bei Nieselregen ist zumindest gut für den Teint, die Atemwege und: es gibt ja bekanntlich kein schlechtes Wetter, ...
... sondern nur schlechte Kleidung.
Ganz Abgehärtete brauchen allerdings gar keine (Eisbader in Ahlbeck, Mitglieder des Vereins "Polarwölfe" aus Zehdenick).
Und auch zum Wassertreten muss die Sonne nicht unbedingt scheinen - im November 2008 wurde in Zinnowitz der Guinness-Rekord im Wassertreten aufgestellt.
In Zinnowitz kann man aber auch ins Wasser gehen, ohne nass zu werden: in einer Tauchglocke.
Bis zu 26 Besucher gleichzeitig können darin für jeweils 45 Minuten die Ostsee unter den Wellen erkunden.
Aber bei Sonne ist es doch am schönsten, ...
... allerdings auch am vollsten. Tourismus ist denn auch der Hauptwirtschaftsfaktor auf der Insel (Bild: Ostseebad Ahlbeck).
Usedom macht touristisch vor allem mit der Erinnerung an glanzvolle alte Zeiten Werbung, wie zum Beispiel mit der Bezeichnung "Kaiserbäder" für die Ostseebäder Bansin, ...
... Ahlbeck (Bild: 1899 errichtete Ahlbecker Seebrücke) ...
... und Heringsdorf (im Hintergrund die mit 508 Metern längste Seebrücke Deutschlands, 1995 eröffnet).
Viele alte Villen aus der Hochzeit der Bäderarchitektur wurden restauriert ...
... und erstrahlen in neuem Glanz und alter Pracht (Bild: Hotel Ahlbecker Hof an der Strandpromenade von Ahlbeck).
Usedom erstreckt sich in einer Länge von etwa 45 km von Peenemünde, dem westlichsten Ort der Insel, bis Swinoujscie (Swinemünde), dem östlichsten Seebad ...
... auf polnischer Seite. Der polnische Anteil an Usedom ist 72 Quadratkilometer groß, der deutsche 373 Quadratkilometer.
Im Dezember 2007 wurden anlässlich des Beitritts Polens zum Schengen-Abkommen die Grenzanlagen abgebaut.
Man kann seitdem ungehindert am Strand entlang nach Polen und zurück schlendern, ...
... sich kontrollfrei auf dem Grenzstreifen tummeln ...
... und in Swinoujscie zum Beispiel ein leckeres Lody (polnisch für Eis) essen gehen.
Auch eine Zugverbindung gibt es wieder: Im Sommer 2008 wurde rund 60 Jahre nach ihrer Demontage die Schienenverbindung von Ahlbeck nach Swinoujscie wieder in Betrieb genommen.
Aber nicht nur die Ostseeküste mit seinen etwa 40 km langen ...
... und bis zu 70 m breiten weißen Sandstränden lohnt einen Besuch, ...
... Usedom hat auch einiges im Hinterland zu bieten!
Zwischen Ostsee und Binnenküste reihen sich Seen, Moore und Wälder dicht aneinander (Bild: Naturschutzgebiet am Schlönsee).
Vor allem im ehemaligen Grenzland konnte sich eine vielfältige Tierwelt erhalten (Bild: Kormorane in Peenemünde, von den Fischern als Fischräuber nicht gern gesehen).
Nicht in freier Natur, aber dennoch faszinierend: In der Schmetterlingsfarm in Trassenheide ...
... fliegen (laut Betreiber) mehr als 2000 tropische Schmetterlinge in einer großen Tropenhalle frei herum (Bild: ein Atlas-Seidenspinner, auch Schlangenkopffalter genannt).
Wer keine Lust auf Strand, Wald oder Tierwelt hat, muss sich aber trotzdem nicht langweilen. Auch für technisch oder historisch Interessierte hat Usedom einiges zu bieten:
In Peenemünde kann man die ehemalige Heeresversuchsanstalt, das größte technische Denkmal Mecklenburg-Vorpommerns, besichtigen (Bild: Kraftwerk der Anlage).
Hier wurde die so genannte V2 ("Vergeltungswaffe 2") gebaut und getestet (Bild: Nachbau der Rakete im Historisch-Technischen Informationszentrum in Peenemünde).
1938 bis 1945 arbeiteten hier und im Mittelbau Dora (Thüringen) bis zu 15.000 Techniker und Physiker sowie Tausende von Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen an der "Wunderwaffe", die Deutschland den Endsieg bringen sollte.
Im Hafen von Peenemünde liegt ein außer Dienst gestelltes russisches U-Boot U 461 der Juliett-Klasse. Das größte dieselbetriebene U-Boot der Welt ist 87 m lang. Immer gut für einen Vater-und-Sohn-Ausflug.
Die Hubbrücke Karnin wurde 1932 erbaut und 1990 als Technisches Denkmal unter Schutz gestellt. Sie ist seit der Sprengung der anderen Brückenteile durch die Wehrmacht 1945 nicht mehr in Betrieb.
Der ehemalige Lotsenturm Karnin, 1938 erbaut, wurde seit Ende des 2. Weltkriegs nicht mehr als solcher genutzt. Der 22 m hohe Turm wurde 2007 im Internet versteigert und beherbergt jetzt ein Hotel.
Aber auch gänzlich Unerwartetes findet man auf Usedom: Erdöl! Seit 1965/66 wird es auf dem Gnitz gefördert. (Bild: Förderstätte Lütow)
In Zeiten der schwindenden Ölvorräte wird auch dieses relativ kleine Vorkommen genutzt: im Jahr 2007 wurden hier knapp 4600 t Erdöl aus dem Boden geholt.
Aber Hauptanziehungspunkt sind und bleiben doch die Strände.
Außerhalb der Saison sind diese auch nicht so voll, ...
... man hat sie dann (fast) für sich allein.
Zeit für lange Spaziergänge und ...
... romantische Sonnenuntergänge ohne lärmende Großgruppen. (Text: Andrea Beu, Bilder: dpa, AP, Kirsten Beu, Andrea Beu)
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