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Anfang Oktober 2009 herrschte großer Jubel an der Copacabana ...
... über die Entscheidung des IOC, die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro auszutragen.
Die Freude und der Stolz waren grenzenlos: Rio ist damit die erste Stadt in Südamerika, ...
... die Gastgeber der Spiele sein wird.
Damit finden die beiden größten Sportereignisse der Welt innerhalb von zwei Jahren in Brasilien statt, ...
... denn 2014 ist das Land auch Gastgeber der Fußball-WM.
Nachdem die Entscheidung verkündet war, feierte Rio zum zweiten Mal in einem Jahr Karneval.
Der eigentliche Karneval von Rio beginnt alljährlich am Freitag vor Aschermittwoch ...
... und ist eine der Hauptattraktionen der Stadt, ...
... die den Beinamen "Cidade Maravilhosa", die "wunderbare Stadt", trägt.
Die Parade der Sambaschulen gehört zu den größten Festen der Welt.
Viele der Teilnehmer arbeiten fast das ganze Jahr auf dieses Großereignis hin.
Was dabei an Phantasie und Kreativität herauskommt, ist unvergleichlich.
Aber Rio hat natürlich noch viel mehr zu bieten als den Karneval: So etwa den nicht minder berühmten Strand Copacabana im gleichnamigen Stadtviertel.
Der Strand ist etwa 4 Kilometer lang und bevölkert von Bikinischönheiten ...
... und jungen Männern, die zeigen, was sie draufhaben.
Das gilt selbstredend auch für den ebenso berühmten Strand Ipanema.
Er liegt gleich neben Copacabana ...
... und wurde weltberühmt durch das Lied "Garota de Ipanema" (The Girl from Ipanema) von Antonio Carlos Jobim.
Auf einer kleinen Halbinsel zwischen Ipanema und Copacabana ...
... findet man den wenigen bekannten Strand von Arpoador. Surfern klingen bei dem Namen allerdings die Ohren.
Auch nicht so bekannt, aber gleich rechts neben Ipanema liegt der Strand von Leblon (Praia do Leblon).
An den Stränden Rios wird nicht nur faul rumgelegen, ...
... oder gesurft, ...
... sondern natürlich auch viel Fußball gespielt.
Denn Brasilien und Fußball, ...
... das gehört unbedingt zusammen, das gilt selbstredend auch für Rio. (Wandbild mit Fußballhelden am Maracanã-Stadion)
Das Maracanã-Stadion, eigentlich Estádio Jornalista Mário Filho, ist das siebtgrößte Fußballstadion der Welt. Es wird bei der WM 2014 Austragungsort einiger Spiele - darunter auch das Finale - sein. Es ist auch als ein Austragungsort für die Olympischen Sommerspiele 2016 vorgesehen.
Auch Basketball findet seine Fans, ...
... ist aber lange nicht so populär wie Fußball.
Noch eine weltweite Berühmtheit hat Rio de Janeiro vorzuweisen: die Christus-Statue ...
... auf dem Corcovado (zu deutsch: der Bucklige). Der Berg ist mehr als 700 Meter hoch. Von oben hat man einen spektakulären Blick auf Rio und die Guanabara-Bucht.
Die Statue selbst, die 1931 eingeweiht wurde, ist 38 Meter hoch und steht auf einem 8 Meter hohen Sockel.
Im Dezember 1999 sprang der österreichische Basejumper Felix Baumgartner vom Arm der Statue aus mit dem Fallschirm ab. Zuvor hatte er mit einer Armbrust ein Seil über den Arm geschossen und war daran hochgeklettert.
Auf den Corcovado kommt man per Zahnradbahn. Die "Corcovado-Bergbahn" ...
... fährt bis nah an den Gipfel. Bis zur Aussichtsplattform sind es dann noch 220 Treppenstufen - es gibt aber auch Aufzüge und Rolltreppen. (Das Bild zeigt allerdings die Bahn, die den Zuckerhut hinauffährt.)
Der Zuckerhut (Pão de Açúcar, "Brot aus Zucker"), ein anderes weltberühmtes Wahrzeichen Rio de Janeiros, ist ein 396 Meter hoher Granitfelsen auf der Halbinsel Urca in der Guanabara-Bucht.
Er liegt gegenüber der Christus-Statue ...
... und gibt Rio den Beinamen "die Stadt am Zuckerhut".
Aber zusätzlich zu Karneval, Corcovado, Stränden und Zuckerhut hat Rio noch einen ganz großen Pluspunkt: seine Bewohner, die "Cariocas".
Diese gelten nämlich als überaus freundlich, zudem ...
... als äußerst kommunikativ, gesellig und immer zum Feiern bereit.
Im Stadtgebiet Rios leben etwa 6,1 Miliionen Menschen, in der Metropolregion sind es etwa 11,6 Millionen.
Schätzungsweise ein Drittel der Stadtbewohner lebt in "Favelas", den Armenvierteln.
Favela ist der Name einer brasilianischen Kletterpflanze - die Armenviertel "klettern" in Rio an den Bergen hoch.
Die Favelas bilden häufig riesige Komplexe, wie eine "Stadt in der Stadt", mit meist sehr schlechter Lebensqualität, mangelhafter Strom- und Wasserversorgung ...
... und mit einem großen Drogenproblem. Drogenkartelle haben große Teile der Armenviertel im Griff; sie liefern sich häufig Kämpfe untereinander ...
... und mit der Polizei.
Zudem hat Rio de Janeiro eine der höchsten Mordraten der Welt.
Neben all diesen Problemen findet aber ganz normales Alltagsleben statt - und natürlich wird in den Favelas auch Fußball gespielt.
Touristen bekommen von diesen Teilen der Stadt in der Regel nicht viel mit. Für Brasilien-Urlauber ist Rio de Janeiro das Städtereiseziel Nummer eins.
In einer Befragung von Touristen aus 27 Ländern im November 2009 nannten 45 Prozent die Stadt am Zuckerhut als beliebteste Metropole.
Und im September 2009 hatte das US-Magazin "Forbes" Rio unter 50 Städten weltweit zur "glücklichsten Stadt" ausgerufen.
Ende 2009 wurde die "wunderbare Stadt" auch noch um einen anderen Titel reicher: ...
Sie erhielt bei einer Tourismusmesse die Auszeichnung als "weltweit bestes Reiseziel für Homosexuelle" und schlug dabei die Mitkonkurrenten Buenos Aires, Barcelona, London, Montreal und Sydney.
Rios Tourismusbranche setzt zwar sehr auf die Magnetwirkung der Fußball-WM 2014 und der Olympischen Spiele 2016, ...
... aber auch mehr Besucher aus der Homosexuellen-Szene sind willkommen. "Bemvindo" (Willkommen) heißt deshalb das Motto des Tourismusverband "Riotur", der daran erinnert, dass die Einwohner Rios in "Harmonie leben unabhängig von Rasse, Religion oder sexueller Neigung". (Text: Andrea Beu)
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