Technik

Gehirnfunktionen überprüftBallerspiele zeigen Wirkung

29.11.2006, 12:54 Uhr

Brutale Videospiele haben nach Ansicht von US-Forschern kurzfristig Auswirkungen auf die Gehirnfunktion. Einer Studie zufolge zeigte sich, dass das Nutzen gewalttätiger Spiele zu heftiger emotionaler Erregung führt.

Brutale Videospiele haben nach Ansicht von US-Forschern kurzfristig Auswirkungen auf die Gehirnfunktion. Einer Studie der Indiana University School of Medicine in Indianapolis zufolge zeigte sich, dass das Nutzen gewalttätiger Spiele zu heftiger emotionaler Erregung führt. Zugleich würden die Hirnbereiche für Selbstkontrolle vermindert reagieren.

Für die am Dienstag veröffentlichte Studie wurden 44 verhaltensunauffällige Jugendliche im Alter zwischen 13 und 17 Jahren ausgewählt. Die eine Hälfte spielte für 30 Minuten einen so genannten "Ego-Shooter". Dabei müssen die Spieler in der Ich-Perspektive auf menschliche Ziele schießen. Die andere Hälfte beschäftigte sich mit einer Autorennsimulation. Anschließend wurde die Hirnfunktion der Jugendlichen bei verschiedenen Aufgaben gescannt. Dabei wurde bei den Spielern der "Ego-Shooter" mehr Hirnaktivität in den Regionen für emotionale Erregungen nachgewiesen und weniger in jenen Bereichen, die für Kontrolle und Konzentration zuständig sind. Die Forscher wollen nun in zusätzlichen Studien die Langzeitwirkungen von gewalttätigen Videospielen auf die Hirnfunktionen erforschen.

Die Diskussion über ein Verbot so genannter Killerspiele war auch in Deutschland nach dem Amoklauf eines 18-Jährigen im nordrhein-westfälischen Emsdetten vor gut einer Woche wieder aufgeflammt. Der Täter hatte in seiner ehemaligen Schule um sich geschossen, Sprengfallen gelegt und sich anschließend selbst getötet. Insgesamt wurden 37 Personen verletzt. Der Mann soll regelmäßig brutale Computerspiele genutzt haben.