Garaus dem DatenmüllTools helfen beim Aufräumen
Doppelte Dateien sind meist nicht mehr als unnützer Ballast auf der Festplatte. Spezielle Programme helfen dabei, die "doppelten Lottchen" aufzuspüren und auszumisten.
Doppelte Dateien sind meist nicht mehr als unnützer Ballast auf der Festplatte. Spezielle Programme helfen dabei, die "doppelten Lottchen" aufzuspüren und auszumisten. Doch Experten raten beim Ausfiltern der Dubletten zu Fingerspitzengefühl und Sicherheitsvorkehrungen. Sonst wandern womöglich liebgewonnene Erinnerungsfotos versehentlich ins digitale Nirvana.
Zum Beispiel bei digitalen Bildern sammeln sich schnell lästige Dubletten auf dem Computer an. "Wenn man etwa für die Bearbeitung der Fotos Kopien von den Originalen anlegt und dann vergisst, entsteht schnell Datenballast", sagt Peter Knaak, Technik-Experte der Stiftung Warentest. "Es lohnt sich, von Zeit zu Zeit aufzuräumen, um Speicherplatz freizugeben."
Kostenpflichtige Programme besser
Die Zeitschrift "Computer Bild" hat zwölf Programme getestet, die Schluss mit doppelt-gemoppelten Foto-, Musik- und anderen Dateien machen sollen. Kostenpflichtige Programme schnitten dabei erfolgreicher ab als frei erhältliche. Bei allgemeinen Datei-Dubletten verschiedener Art lag der "EF Duplicate Files Manager 5.0" (11,90 Euro, "efsoftware.de") vorn. Praktischerweise sucht das Tool zum Beispiel auch in Archiven wie ".zip"-Dateien nach Datenklonen. Mit doppelten E-Mails und Kontakten in "Outlook" kam am besten "1-Klick Duplikate Löschen 1.15" (19,95 Euro, "easy2sync.de") klar. Ein Vorteil ist hier die Möglichkeit, Kriterien für übereinstimmende Kontakte frei kombinieren und sie auf Wunsch zusammenfügen zu können.
Beide Programme boten mehr Funktionen als andere Kandidaten und waren einfach bedienbar. Nutzer, die bei Gratis-Alternativen zu Abstrichen bereit sind, sollten "Computer Bild" zufolge einen Blick auf "Alldup 1.7" ("allsync.de") und "MODupRemover 1.11" ("mobackup.de/moduplicateremover") werfen.
Datenabgleich
Grundsätzlich funktionieren alle digitalen Putzfeen auf dieselbe Weise: Sie vergleichen Dateien quasi anhand eines Fingerabdruckes. "Der Inhalt wird dabei überprüft, aber auch Informationen wie Name, Format und Größe der Datei sowie das Erstellungsdatum", erklärt Felix Leder, Informatiker an der Universität Bonn. Gute Programme würden heutzutage auch fündig, wenn sich einige Details unterscheiden, erläutert Leder. Das ist zum Beispiel der Fall, sobald sich sogenannte Meta-Informationen wie Datum und Uhrzeit ändern, während die eigentlichen Inhalte gleichbleiben. Auch die Meta-Informationen sind Teil des Fingerabdrucks.
Alle geprüften Programme fanden die vorbereiteten Doppelgänger prinzipiell zuverlässig. Einziger Wermutstropfen: Ausgerechnet der Testsieger "EF Duplicate Files Manager" erkannte ansonsten identische MP3-Dateien mit unterschiedlichen ID3-Tags nicht als doppelt.
Suchbereich eingrenzen
Auf jeden Fall sollten Nutzer die Spürnasen allerdings nicht blind drauflos stöbern lassen, sondern die Suche einschränken. "Dateitypen und den Festplattenbereich einzugrenzen, beschleunigt die Suche", erklärt Leder. Das Tempo schwankt aber je nach Programm: Im Test durchsuchte das englischsprachige Tool "Space Hound 4" (rund 30 Euro, "fineware.com") in sechs Minuten einen 60 GB großen Festplattenbereich mit 25.000 Dateien und war damit die schnellste Spürnase. Mehr als eine knappe halbe Stunde benötigte aber kein Tool, um eine Trefferliste zu ermitteln.
Der eigentliche Putzvorgang kann danach viel länger dauern als der Suchprozess. Peter Knaak von der Stiftung Warentest empfiehlt, sich Zeit zu nehmen und selbst zu entscheiden, welchen Daten der Garaus gemacht wird und welchen nicht. Das dem Programm zu überlassen, ist riskant: "Beim automatischen Löschvorgang könnten Daten vernichtet werden, die man behalten möchte." "Vorteilhaft ist auch, Referenzordner festzulegen und dem Programm damit zu erklären, wo sich die Originaldateien befinden, die nicht gelöscht werden dürfen", rät Computer-Experte Leder. Außerdem gelte eine Grundregel: "Man sollte nie löschen, was man nicht kennt." Wer die falschen Dateien entrümpelt, sorge im schlimmsten Fall für einen Computerabsturz.