Technik

www.bundeskanzlerin.deVerwirrung um Podcast

12.06.2006, 00:00 Uhr

Die erste Videobotschaft von Bundeskanzlerin Merkel via Internet ist nicht ohne Probleme über die Bühne gegangen.

Alle Welt spricht über Podcasts, doch offenbar ist der Hype viel größer als die wirkliche Nutzung. Nur so ist zu erklären, dass die Meldung über "Probleme" mit dem ersten Podcast der Bundeskanzlerin den Weg in fast alle Medien gefunden hat, n-tv.de nicht ausgenommen.

"Die erste Videobotschaft der Bundeskanzlerin via Internet ist nicht ohne Probleme über die Bühne gegangen. Entgegen der Ankündigung ließ sich die Datei auf der Homepage von Angela Merkel (CDU) zunächst nicht mit dem Windows Media Player öffnen, der auf vielen Rechnern installiert ist", stand überall zu lesen. "Na und?", müsste man sich da eigentlich fragen. Denn Podcasts stammen von Apple und sind grundsätzlich nicht für das Abspielen per Windows Media Player gedacht. Dafür müsste das Video noch einmal eigens aufbereitet und zusätzlich in einem Windows-tauglichen Formart angeboten werden.

Wer sich mit der Technik auskennt, konnte sich das Video problemlos zu Gemüte führen. So auch Uwe-Karsten Heye, ehemaliger Regierungssprecher und Vorsitzender des Vereins Aktion weltoffenes Deutschland, der den Auftritt von Merkel kritisierte: Er rate ihr ("wenn ich ihr raten dürfte"), "das nie wieder zu machen", sagte Heye bei busch@n-tv. "Das war so steif und freudlos und das zu einer WM, die doch Freude und Spaß machen soll. Das war ja so, als ob das Grauen einen Namen hat. Man darf niemanden zu solchen Experimenten raten, der das nicht kann.

Die Kanzlerin folge mit ihrem wöchentlichen Video-Podcast in gewisser Weise dem Beispiel von US-Präsidenten, hatte Vize-Regierungssprecher Thomas Steg zuvor gesagt. Diese wenden sich ebenfalls jeweils am Samstag mit einer Radiobotschaft an die US-Bürger.