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Die Uhr läuft, am 14. November 2006 ist die Premiere des neuen Bond-Streifens in London.
James Bond, das ist jetzt Daniel Craig.
Und noch immer zweifeln viele, ob er ein echter Agent seiner Majestät sein kann.
Gerade goss Regisseur Martin Campbell noch einmal Wasser auf die Mühlen der Kritiker, als er bestätigte, dass Craig nur die zweite Wahl bei der Besetzung war.
Er hätte lieber Ewan McGregor gehabt, der wollte aber nicht auf 007 festgelegt werden.
Und dass auch bei dem erstmal gezetert worden wäre, darf als sicher angenommen werden.
Es ist eben nicht so einfach, der Nachfolger zu sein - z.B. von Sean Connery, dem Vater aller James Bonds.
Der ist auch heute noch durchaus ansehnlich - das mochten ja die Bond-Girls immer besonders an ihm.
Bei Craigs Präsentation jedenfalls schrien die Kritiker auf. Denn Craig muss sich ja nicht nur an Connery messen lassen, ...
... sondern auch an Roger Moore. Ja, der war doch auch nicht schlecht.
George Lazenby hingegen haben wir irgendwie vergessen, der kann also nicht so richtig toll gewesen sein.
Timothy Dalton hingegen war doch durchaus akzeptabel, setzte sich dann aber doch nicht durch. Das Schicksal könnte auch Craig noch ereilen.
Pierce Brosnan machte als Bond eine richtig gute Figur, wollte aber am Ende wohl zuviel Geld.
Vielleicht war er aber auch nur zu alt geworden. Zunächst soll er unglücklich gewesen sein über seine Ablösung, fand aber doch nette Worte für den Nachfolger: "Es sind große Fußstapfen, in die er tritt - in mancherlei Hinsicht. Aber er wird seine Sache schon gut machen. Er ist ausdrucksstark und hat eine tolle Stimme."
Die britische Presse dagegen war weniger charmant. Der neue Bond sei ein "James Langweilig", ihm fehlten Charme und Charisma ... und vielleicht auch ein wenig Härte, möchte man nun hinzufügen.
Denn ein paar Qualitäten braucht es schon, um ein toller Bond zu sein.
Und die Nachrichten vom Drehort Prag klangen zunächst auch so gar nicht nach einem toughen Agenten seiner Majestät.
Bei einer Begegnung mit einem Stuntman verlor 007 zwei Zähne, wurde berichtet.
Dabei hatte Craig vorher noch große Töne gespuckt. Er wolle den Film-Agenten in "Casino Royale" "verletzlicher, aber auch brutaler" verkörpern. Obwohl, wenn man es sich genau überlegt: es war brutal und nun ist er verletzt.
Aber irgendwas muss er ja haben, Heike Makatsch könnte uns da weiterhelfen. Sie war einige Jahre an seiner Seite.
Übrigens ebenso wie Kate Moss und Sienna Miller, die dagegen allerdings nur Affären waren.
Seit 1991 arbeitete Craig für Film und Fernsehen und hat es bis 2005 auf über 30 Rollen in meist unabhängigen Filmen oder TV-Movies gebracht.
Er brachte also für die neue Rolle durchaus eine gute Ausbildung und eine Menge Erfahrung mit.
Selbst die Befürchtung, es fehle ihm an Charisma, hat sich in anderen Filmen nicht bestätigt. Die Zuschauer jedenfalls fanden ihn durchaus überzeugend.
Und dann ist er ja auch nicht allein.
Mit Eva Green hat er ein kräftiges Bond-Girl an seiner Seite. Die 25-Jährige soll ihm ebenbürtig sein.
Die Wumme haben wir ja schon weiter vorn gesehen, bleibt noch der fahrbare Untersatz. In "Casino Royale" fährt Craig-Bond wieder Aston Martin.
Dass er den angeblich mit Automatikgetriebe statt mit männlicher Handschaltung haben wollte, sieht man hier jedenfalls nicht.
In den vorab veröffentlichten Filmszenen wirkt Craig, Daniel Craig, allen Lästerern zum Trotz nun vielleicht sogar härter als alle seine Vorgänger.
Er klettert einen Riesenkran hoch, ...
... springt in Schwindel erregende Tiefen, ...
... rast durchs Feuer, ...
... und erschießt Gegner, ohne mit der Wimper zu zucken.
"Casino Royale" zeigt James Bond, ehe er seine Lizenz zum Töten erhält. Was den aber nicht davon abhält, eben dies zu tun.
Dafür wird er von "M", wieder verkörpert von Judy Dench, befördert ...
... und bekommt es nun mit einem dubiosen französischen Casino-Besitzer zu tun, ...
... der mit seinen Gewinnen Terroristen unterstützt.
Also: die Story ist die alte, James Bond rettet die Welt und das dürfte dann auch Craig wohl schaffen.
Auch auf vertraute Trinkgewohnheiten darf man hoffen - schon zu Beginn seiner Karriere nimmt Bond den Martini gerührt und nicht geschüttelt.
Selbst die Womanizer-Qualitäten sind nicht zu leugnen ...
... nach vielen Stunden im Fitness-Studio gibt es hier rein körperlich nichts mehr zu meckern.
Wem schon die Welt nicht genug war, dem reicht ein Mädel natürlich auch nicht.
Ein bisschen essen, und dann kommt Bond zum wichtigen Teil des Abends.
Tete a tete im Goldrauschebettchen ...
... und ein gemeinsames Bad.
Anfangs habe ihn traurig und wütend gemacht, was er über sich gelesen habe, gestand Schauspieler Craig "Times"-Reportern.
"Wahnsinnig gern hätte ich auf all diesen Mist geantwortet", sagte der Schauspieler, der als Sohn eines Gerüstbauers und einer Kunstlehrerin in Liverpool aufwuchs. "Aber dann habe begriffen, dass ich gegen den Wind pinkeln würde, und ich habe mich entschieden, lieber doppelt so hart zu schuften wie bisher."
Und nachdem der 37-Jährige nun verstanden hat, dass Bond ein harter Job ist, wird er jetzt sicher auch noch die letzten Zweifler überzeugen.
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